Archivierung in der Cloud mit Storage bei Amazon Glacier

Zu den beliebtesten Diensten in der Cloud gehören Archivierung und Online-Dateifreigaben. Beides bietet Amazon bei seinem Storage-Dienst Glacier an.

Cloud-Archivierung und Online-Dateifreigaben sind zwei der beliebtesten Nutzungsarten für das Speichern und Teilen von Daten in der Cloud, aber diese Angebote sind zum Teil mit Vorsicht zu genießen. In diesem Interview erklärt Wayne Pauley, Senior Analyst bei der Enterprise Strategy Group, wie Sie mit dem Storage-Dienst Amazon Glacier die besten wirtschaftlichen Ergebnisse erzielen. Außerdem erfahren Sie, warum Dauerhaftigkeit der beste Schutzmechanismus für Daten ist und warum Verschlüsselung bei Online-Dateifreigaben immer wichtiger wird.

Was sind mögliche Anwendungsfälle für Storage bei Amazon Glacier und worin liegen die Vorteile?

Wayne Pauley: Glacier ist ein hervorragendes Angebot für langfristige Archivierung, weil Daten hier ziemlich preisgünstig untergebracht werden können. Die Zeit für den Abruf kann dabei drei bis fünf Stunden betragen, so dass sich der Dienst nicht für Daten eignet, die Sie sofort zurückholen wollen. Dafür ist er einfach nicht passend.

Aus preislicher Sicht ist Glacier aber sehr interessant, und eine Reihe von Unternehmen hat die eigenen Backup-Produkte schon so modifiziert, dass sie Glacier für langfristige Aufbewahrung verwenden können. Zur Erfüllung von regulatorischen Vorgaben ist das Angebot in meinen Augen überzeugend. Es ist zudem verschlüsselt und sehr günstig. Das dürften die wichtigsten Faktoren sein, die Sie dazu bringen könnten, Glacier zu verwenden. Die wirtschaftlichen Vorteile sind erheblich.

Und was sind die Nachteile bei einer Cloud-Archivierung?

Pauley: Ein Nachteil ist zum einen der Zeitaufwand für den Abruf. Zweitens müssen Sie sich dabei auf die Service-Levels verlassen, die Ihnen der externe Provider bietet. Sie sollten hier sicherstellen, dass das Konzept der Dauerhaftigkeit Verwendung findet. Das ist zum Beispiel bei Amazon und Google so – sie bieten eine Dauerhaftigkeit mit elf Neunen, also im Bereich von 99,999999999 Prozent. Grundlage dafür ist die Tatsache, dass sie alles vierfach aufbewahren. Wenn vier Kopien verloren gehen, haben Sie alle Kopien Ihrer Daten verloren. Aber elf Neunen ist ein anspruchsvoller Wert. Ich glaube, das bedeutet, dass nur alle 10.000 Jahre eines von 10.000 Objekten verloren geht, oder so ähnlich. Das sind beeindruckende Zahlen. Sie sollten also wissen, dass Ihr Anbieter Dauerhaftigkeit als Methode nutzt, den Grad des Schutzes für Ihre Daten zu quantifizieren.

Welche technischen Verbesserungen wären noch nötig, damit Online-Dienste für Dateifreigaben das Vertrauen von Enterprise-Kunden gewinnen?

Pauley: Gute Frage. Der Grund dafür, dass IT-Abteilungen der Verwendung solcher Dienste etwas skeptisch gegenüberstehen, liegt darin, dass sie noch keinerlei Governance-Prozesse für IT durchlaufen haben. In meinen Augen müssten die Anbieter Verfahren entwickeln, in deren Rahmen traditionelle IT-Schutzmechanismen angewendet werden können. Es muss also irgendwelche Filter-Mechanismen geben. Auch Verschlüsselung wird mit der Zeit immer wichtiger werden, außerdem eine zentrale Autorität, die in der Lage ist, zu sehen und zu steuern, was in diesen Repositories aufbewahrt wird. Nach meiner Beobachtung kommen solche Werkzeuge allmählich auf den Markt, aber es gibt hier noch keine Konsistenz und keine guten Standards. Wir befinden uns noch relativ am Anfang des Lebenszyklus.

IT-Abteilungen in großen Unternehmen brauchen also mehr Einfluss auf Zugriffsmöglichkeiten und Rechte?

Pauley: Unternehmen wollen in der Lage sein, den Dienst für ihre internen Nutzer zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig wollen sie aber sicherstellen, dass sie auf die Daten Governance-Regeln und Schutzmaßnahmen anwenden können, genau wie bei Daten, die sie in eigenen Systemen speichern.

Über den Interview-Partner: Wayne Pauley ist Senior Analyst bei der Enterprise Strategy Group im US-Bundesstaat Massachusetts. Sein Schwerpunkt liegt auf Cloud-Computing, IT as a Service und Software-definierten Rechenzentren.

Artikel wurde zuletzt im April 2013 aktualisiert

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