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Ist ein All-Flash-Rechenzentrum für Ihr Unternehmen die richtige Wahl?

Viele Hersteller werben für ein All-Flash-Rechenzentrum. Aber fallen die angeblichen Vorteile wirklich ins Gewicht? Wir zeigen die Realität.

Ein All-Flash-Rechenzentrum wird schon seit Jahren diskutiert. Das wird getrieben von einem ständigen Preisverfall von Solid-State-Laufwerken (SSD) und technologischem Wandel.

Fast alle Anbieter von All-Flash-Arrays behaupten, nicht teurer als Festplatten zu sein. Wenn man diese Behauptung bestätigen kann, gäbe es keinen Grund, warum ein Unternehmen nicht den Weg hin zu All-Flash einschlagen sollte.

Stellen Sie sich ein Rechenzentrum vor, wo jede I/O-Anfrage sofort beantwortet wird, egal, um welchen Datentyp es sich handelt. Es gäbe kein Kopfzerbrechen mehr um Daten-Management und Performance Tuning.

Die Zukunft von All-Flash-Storage scheint glänzend. Die Gigabyte-Kosten von Flash-Medien sind weiter im Sinkflug. Die Management-Software für diese Medien wird zusehends effektiver und zuverlässiger. Die Software unterstützt nun Multithreading, um zusätzliche Leistung aus den Prozessorkernen heraus zu kitzeln und damit kosteneffektiv höhere Geschwindigkeit zu erreichen.

Hürden auf dem Weg

Die Realität sieht anders aus. Die behauptete Preisparität bezieht sich auf Hochgeschwindigkeitsfestplatten, nicht auf langsamere und kostengünstigere Laufwerke mit hoher Kapazität.

Ein zweiter wichtiger Punkt liegt darin, dass die meisten All-Flash-Arrays für blockbasierte Daten ausgelegt sind. Während manche auch NAS-Funktionalität bieten, unterstützen wenige Objekt-Storage, das immer mehr zur Speichermethode der Wahl für unstrukturierte, maschinenerzeugte Daten wird.

Generell können unstrukturierte Daten aus Flash keinen Vorteil ziehen, auch wenn es einige Ausnahmen gibt. Flash ist ideal für Block-Storage, aber nicht für NAS oder Objekt-Storage. Dafür sind Festplatten meist besser und kosteneffektiver.

Als drittes gilt es zu beachten, dass es innerhalb der Kategorie Flash sehr unterschiedliche Medientypen gibt, die für verschiedene Zwecke ausgelegt sind.

Wie lautet also die Antwort zu der Ausgangsfrage, wie viel Flash braucht man? Wie meistens in der IT hängt das von verschiedenen Faktoren ab. Im Allgemeinen sollte man möglichst wenig Flash verwenden, wenn es kostengünstigere Alternativen gibt.

Um echte Ersparnisse zu erzielen, sollte man eine Methode finden, um alte Daten von Hochleistungs-Storage auf kostengünstigere Medien auszulagern und das so nahtlos wie nur möglich. Wenn man keine Transparenz in dieser Datenbewegung erreichen kann, werden die möglichen Kosteneinsparungen durch Tiering bald wieder zunichte gemacht.  

Das bedeutet, der entscheidende Faktor für ein All-Flash-Rechenzentrum ist die Effektivität der Datenbewegungsstrategie.

So verbessern Sie die Datenbewegungsstrategie

Das Konzept des Tiering, also der Verlagerung von Daten von einer Storage-Schicht auf eine andere, gibt es schon seit Jahrzehnten. Das Problem lag in der Datenbewegung und die meisten Storage-Administratoren verzweifelten daran.

Aber seit einiger Zeit stehen die Dinge anders. Das Management und die Implementierung von Datenbewegungen sind heute einfacher zu bewerkstelligen.

Der erste Schritt in diese Richtung war die Einführung von hybriden Arrays. In diesen Systemen werden Daten automatisch verlagert, meistens von einem schnellen und kleinen Flash-Laufwerk auf eine langsamere Festplatte.

Interessanterweise führen die meisten Anbieter von hybriden Systemen auch All-Flash-Arrays und geben an, dass sie von letzteren mittlerweile mehr verkaufen. Diese Tatsache führen sie als Beweis an, dass auf dem Weg zum All-Flash-Rechenzentrum schon bedeutende Fortschritte erzielt worden sind.

Hybride Systeme machen in vielen Einsatzszenarien Sinn, aber der Verlockung von All-Flash kann man schwer widerstehen.

Hybride Systeme sind gefordert, die Geschwindigkeitsvorteile von Flash und Festplatten zu demonstrieren. Die Innereien wie Rechnerleistung, Speicher und Netzwerk müssen in der Lage sein, den Ansprüchen von Flash standzuhalten. Das heißt aber auch, dass sie mehr kosten als die Komponenten eines reinen Festplattensystems.

Bis zu einem gewissen Grade haben die All-Flash-Anbieter also Recht, wenn sie sagen, dass für Hochleistungsdaten, Active- oder Near-Active-Daten-Flash-Systeme ideal sind. Die Zukunft von hybriden Systemen liegt darin, dass sie verschiedene Flash-Typen verwalten können, nicht Flash und Festplatten.

Für den Umgang mit inaktiven Daten ist eine kosteneffektive Methode gefragt. Wenn ein Storage-System genau auf diese inaktiven Daten zugeschnitten ist, bietet es erhebliche Kostenvorteile gegenüber einem hybriden System. Rechenzentren brauchen Policies, um Daten zwischen unterschiedlichen Systemen zu bewegen. Hier gibt es gute Nachrichten, denn immer mehr Softwareprodukte können genau dies leisten.

Hardwareunabhängige Datenbewegung

Produkte zur Hardwareunabhängigen Datenbewegung gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen. Zunächst gibt es globale Dateisysteme, die die physischen Hardwareplattformen überspannen und zwischen diesen Daten je nach Policy bewegen.

Die Zahl der Hardwaretypen in einem globalen Dateisystem ist fast unbegrenzt. Die meisten unterstützen Bewegung zwischen Flash und Festplatten und einige auch zu Cloud Storage, sei es Private oder Public, oder Bandlaufwerken.

Globale Dateisysteme sind verbesserte Dateisysteme und sie begrenzen die Unterstützung für Daten, die auf NFS und SMB Mounts residieren. Der gesamte Storage-Hardwareteil eines globalen Dateisystems muss in der Lage sein, ein NFS oder SMB Share zu schaffen und zu verwalten.

Die zweite Ausprägung ist hardwaregestützte Datenbewegung, wie sie etwa Primary Data, ioFabric und Strongbox bieten. Deren Software verlangt nicht, dass alle Daten auf einem File Share gehostet werden oder dass die eingebundene Storage-Hardware sich als NFS oder SMB Share präsentiert. Einige von ihnen unterstützen sogar NAS und Objekt-Storage.

In beiden Fällen erlaubt es hardwareunabhängige Datenbewegung, All-Flash-Arrays zu implementieren, die die Geschwindigkeit aktiver Daten verbessert und inaktive Daten auf kostengünstigere Medien speichert. Sie verschieben die Daten gemäß vorgegebener Policies auf transparente Art gemäß der vom Unternehmen gestellten Aufgaben. Das heißt im Klartext: „Wenn Daten nach x Tagen nicht mehr abgerufen werden, verschiebe sie auf ein langsameres Laufwerk.“

Während also Flash für aktive Daten nicht viel mehr kostet als Hochleistungsfestplatten, ändert sich das Bild für inaktive Daten. Festplatten mit großer Kapazität, Objekt-Storage, Cloud Storage und sogar Tape sind hier die besseren Alternativen.

Das Argument für ein All-Flash-Rechenzentrum wäre, dass dieses ganze Hin- und Herverschieben von Dateien zu aufwendig und zu teuer ist. Aber dies ist problematisch, denn es ignoriert, wie kostengünstig Medien mit großer Kapazität sind und wie leicht es ist, Daten zu bewegen.

Die meisten Rechenzentren sollten Flash nur für Active und Near-Active-Daten in Betracht ziehen, das sind ungefähr 20 Prozent der Gesamtkapazität. Die restlichen 80 Prozent sind besser auf kostengünstigen Alternativen aufgehoben, seien es NAS, Objekt-Storage oder Cloud Storage.

Wir sollten also besser über ein Fünftel-Flash-Rechenzentrum reden als über ein All-Flash-Rechenzentrum.    

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2017 aktualisiert

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