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Lassen sich Software-defined Storage und hyper-converged Storage vergleichen?

Hyper-converged und Software-defined Storage bieten ähnliche Management-Funktionen, haben aber unterschiedliche technologische Architekturen.

Lassen sich Software-defined-Storage-Architekturen mit hyper-konvergenten Storage-Systemen vergleichen?

Hyper-konvergente Systeme und Software-defined Storage bieten ähnliche Storage-Management-Funktionen an, sind aber in ihren technologischen Architekturen grundverschieden. Beide miteinander zu vergleichen, ist, als ob man Äpfel mit Orangen vergleicht. Noch immer gibt es in der Branche viele Missverständnisse darüber.

Schaut man sich die Architektur von Software-defined Storage näher an, so findet man hier eine Kontroll-Ebene und eine Daten-Ebene. Sind beide Ebenen miteinander verbunden, also ohne eine klare Trennung, dann handelt es sich nicht um Software-defined Storage. Fast alle in den letzten zehn bis zwölf Jahren und bis heute konzipierten Storage-Arrays fallen in diese Kategorie.

EMC VMAX, Hewlett-Packard 3PAR, Hitachi Data Systems, IBM DS8000 und NetApp gehörten alle zur klar definierten Kategorie des Hardware-defined Storage und nicht zu SDS, da Kontroll- und Daten-Ebene gemeinsam vom Entwickler kontrolliert wurden. Es gab keine Vorgaben, dass der Entwickler beide Ebenen trennt. Diese Architektur beschreibt ein proprietäres System.

Separiert man allerdings diese beiden Komponenten, so kann die Kontroll-Instanz nicht nur die Hardware einer Firma, sondern auch anderer Anbieter verwalten. Dies ist der SDS-Ansatz, der heute mit Standard-Hardware umgesetzt wird. Es handelt sich hier um eine Software-Lösung, die keine hoch-performanten Storage-Produkte voraussetzt wie beispielsweise von IBM oder EMC. Stattdessen lässt sich mit der Standard-Hardware ein verhältnismäßig leistungsstarkes Storage-System erstellen.

Software-defined Storage erleichtert zudem die Skalierbarkeit und die Verwaltung proprietärer Systeme. Abhängig von der Konfiguration, könnte es sogar Applikationen bedienen, die zuvor mit dem darunter liegenden proprietären Storage nicht adressierbar waren. Das ist ein Zweck von Produkten wie ViPR von EMC oder SAN Volume Controller (SVC) von IBM. Andere Anbieter kommen gleich mit reinen SDS-Lösungen auf den Markt, so wie Maxta MxSP oder Gridstore.

Nimmt man hyper-konvergente Systeme unter die Lupe, so findet man hier eine Kombination aus Compute, Storage, Netzwerk, Virtualisierung und einige andere Technologien wie WAN-Optimierung, Inline-Deduplizierung und Inline-Kompression.

Ein hyper-konvergentes System ist also Infrastruktur in einer Box, während SDS eben Storage ist und kein vollständiges System.

Kann man Software-defined Storage als Teil eines hyper-konvergenten Systems kaufen? Ich denke, man kann fairerweise sagen, dass alles hyper-converged Lösungen eine Software-defined DNA haben. Das ermöglicht die zahlreichen Funktionen, die sich als integraler Teil hyper-konvergenter Produkte finden lassen, wie beispielsweise VM-zentrische Feature.

Verwirrung entstand, da verschiedene Storage-Hersteller zunächst mit SDS-Lösungen auf den Markt kamen und dann entschieden, dass ihre Architektur das Zeug für hyper-konvergente Produkte hat. Ein klassisches Beispiel ist hier VMware Virtual SAN, das als Storage-Produkt begann und nun die hyper-konvergente Option via EVO:RAIL bietet. 

Andere solcher Beispiele sind Maxta und Gridstore. Diese Hersteller sorgen für Missverständnisse, wenn sie ihre Produkte als hyper-konvergente Produkte definieren. Für mich gehört mindestens der Begriff System oder Lösung hinter hyper-konvergent, da es ja eine vollständige Infrastruktur liefert. SDS ist immer „nur“ Storage. Mittlerweile verwenden aber auch die Hersteller diese Begriffe richtig und das wird wohl die Missverständnisse am Markt ausräumen.

Wie entscheidet der Anwender nun, ob er eine SDS-Architektur oder ein hyper-konvergentes System braucht? Die Antwort ist einfach: Suchen Sie nach einem Storage-Produkt, so halten Sie nach SDS Ausschau. Wollen Sie Infrastruktur austauschen oder hinzufügen, so können Sie hyper-konvergente Lösungen in Betracht ziehen.

Über den Autor:
Arun Taneja ist Gründer und Präsident der Taneja Group. Die Analysten- und Consultung-Firma fokussiert sich auf Storage und entsprechend relevante Server-Technologien.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2015 aktualisiert

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