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Sollten Sie in Ihrer Storage-Strategie weiter auf Bandlaufwerke setzen?

Bandlaufwerke bieten nach wie vor gute Zukunftsperspektiven. Der Einsatzzweck hat sich vom Backup zum Archiv verschoben und IBM dominiert den Markt.

Während Flash immer populärer wird, werden Bandlaufwerke immer noch für große Datenmengen und Archive genutzt.

„Bandlaufwerke garantieren Haltbarkeit“ erklärt Matthew T. Starr, Chief Technology Officer, Spectra Logic. Sein Unternehmen ist einer der Hauptakteure im Markt für Tape und hat im November einen OEM-Vertrag mit HPE abgeschlossen, das nun als Wiederverkäufer für Spectra Logic auftritt, vor allem für die Tfinity-Produktfamilie.

Starr verweist auf die explosive Zunahme der Datenmengen. Er unterstreicht zudem die Festigkeit der Roadmaps der übrigen Hauptakteure im Markt, einerseits IBM mit der TS11xx und des offenen LTO-Standards.

IBM hat im Mai seine neue Produktgeneration vorgestellt und die ersten Produkte, die LTO 8 unterstützen, dürften zum Jahresende 2017 auf den Markt kommen. Die Roadmaps sind bis 2021 definiert und die anstehenden Technologien sind auf sechs oder sieben Jahre in die Zukunft gerichtet. IBM arbeitet beispielsweise an Prototypen von Bändern, die 200 Terabyte auf einem einzigen Medium speichern können.

Solide Roadmap

Die demnächst erscheinenden IBM TS-1155 nach LTO 8 stützen sich auf die Technologie TMR (Tunnel Magnetoresistance, Magnetischer Tunnelwiderstand), die die bisherige Technik GMR (Giant Magnetoresistance) ablösen wird und höhere Kapazität ermöglicht.

Der Hauptvorteil der TMR-Technologie für Schreibköpfe liegt darin, dass sie die Signalqualität entscheidend verbessert und damit mehr Daten auf einem Band speichern kann. Laut Spectra Logic erlaubt dies eine viermal höhere Kapazität und reduziert die Geräuschempfindlichkeit und die Abweichungen der Medien. Auch die Hitzeentwicklung ist geringer, was die Integrität der Medien verbessert.

Demnächst werden LTO 8 Medien mit 12 TB unkomprimierter Kapazität erscheinen (LTO 7 erlaubt maximal 6 TB). Die Schreibgeschwindigkeit wird laut Starr 360 Megabyte pro Sekunde (MBps) erreichen. Das liegt noch unter der ursprünglich angestrebten Geschwindigkeit von 472 MBps. Zum Vergleich fassen die im Mai vorgestellten IBM TS-1155-Laufwerke eine maximale unkomprimierte Kapazität von 15 TB und erreichen eine ähnliche Übertragungsgeschwindigkeit wie LTO-8.

Im Besonderen erlaubt es die TMR-Technologie den Herstellern, eine ehrgeizige Roadmap für die nächsten Jahre festzulegen. Das LTO-Konsortium fasst bereits zwei neue Generationen ins Auge, LTO 9 mit 24 TB Kapazität und 500 MBps im Jahr 2019 und LTO 10 mit 48 TB im Jahr 2021. IBM plant drei Generationen im Voraus, TS 1160 mit 20 TB und 560 MBps für 2018, TS 1165 mit 30 TB Ende 2019 und TS 1170 mit 50 bis 60 TB im Jahr 2021.

IBM scheint an Oracle vorbeizuziehen

Wie Spectra Logic erklärt, gibt es für die nahenden Starts von TS 1155 und LTO 8 eine einfache Erklärung. Mittlerweile ist IBM der führende Hersteller von Schreib- und Leseköpfen geworden. Früher haben Oracle (Sun) und IBM den Markt unter sich aufgeteilt.

Oracle baute die Köpfe in seine eigenen T10K-Laufwerke ein und belieferte außerdem HPE, während IBM seine eigenen Köpfe in der TS-1150-Serie verwendete.

Laut Spectra Logic bedeutet die Hinwendung von HPE zu IBM, dass Big Blue mittlerweile 99 Prozent aller Schreib-/Leseköpfe weltweit produziert. Oracle stellt lediglich noch 2.500 Köpfe pro Jahr für seine eigenen 10K Laufwerke her.

Das nährt die ständigen Gerüchte, Oracle wolle sich komplett aus dem Tape-Markt zurückziehen, weil die Entwicklungskosten für eine so kleine Stückzahl unrentabel seien.

Diese Gerüchte werden teilweise gestützt von den Lizenzfragen, die sich aktuell um die Entwicklung von Schreib-/Leseköpfen drehen und die derzeit unerklärliche Verzögerung der Oracle T10000E Laufwerke, die eigentlich die T10000D Laufwerke ablösen sollten und die IBM TS1155 herausfordern sollten. Die T10k E sollte eigentlich zur Jahreswende 2016/17 auf den Markt kommen. Von Oracle ist derzeit keine Stellungnahme zu dieser Frage zu erhalten.

Der Markt für Bandlaufwerke verschiebt sich zum Archiv

Laut Starr hat sich der Einsatzzweck für Bandlaufwerke in den letzten Jahren verschoben. Für Backups werden immer mehr Festplatten verwendet und der Anteil von Bändern für Backup liegt nur noch bei 20 Prozent, sowohl in kleinen als auch in großen Umgebungen.

Zum Ausgleich haben sich Bänder bei der langfristigen Datenspeicherung etabliert und die dort gespeicherte Datenmenge ist explodiert. 2016 wurden fast 95 Exabyte Daten auf Band gespeichert. 2013 waren es noch 50 Exabyte. Dieses Wachstum erklärt sich aus den Kostenvorteilen. Die Total Cost of Ownership von Bandlaufwerken ist sechsmal besser als die von Festplatten, wie aus einer Berechnung der Clipper Group hervorgeht. Laut SNIA nutzen 90 Prozent der Fortune-500-Unternehmen weiterhin Bandlaufwerke. Auch die Hyperscaler im Web und die HPC-Kunden verwenden Tape zur Archivierung. Das Forschungsinstitut CERN speichert über 200 PB auf Band und die NASA fast 380 PB.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2017 aktualisiert

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