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Wie kann man die tatsächlichen Kosten für Cloud Storage abschätzen?

Ist Cloud Storage wirklich so kostengünstig, wie die Provider behaupten? Die Situation ist komplex und Sie sollten sorgfältig die Kosten berechnen.

Dieser Artikel behandelt

Public Cloud

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Cloud Storage lockt mit dem Versprechen von Kostensenkungen, aber die stellen sich nicht immer ein. Die tatsächliche Kostensituation ist schwer zu durchschauen. Man sollte sich Klarheit über diesen Punkt verschaffen, bevor man Daten in die Cloud auslagert.

Wenn man der Propaganda der Anbieter glaubt, sind bereits alle Unternehmensdaten in der Public Cloud und eine Firma, die das noch nicht vollzogen hat, ist ein hoffnungsloser Nachzügler.

Die Realität sieht anders aus. Es gibt zwar einige Firmen, die wirklich in der Cloud geboren sind und dort gute Geschäfte machen, wie Netflix oder Amazon. Sie sind Aushängeschilder für Infrastruktur in der Cloud.

Aber normalerweise ist es nicht das Unternehmen und die IT-Abteilung, die die Cloud adoptieren. Eher adoptieren die Cloud diese Firmen ohne IT.

Breit und flach

Die meisten Unternehmen, mit denen wir reden, sind nicht annähernd so weit bei der Nutzung der Cloud. Die Investitionen und das Ausmaß des Engagements in der Cloud sind begrenzt. In mehreren TechTarget-Umfragen über Jahre hinweg hat sich gezeigt, dass es in der Tat eine breite Anwendung von Cloud Storage gibt, aber die meisten Unternehmen halten nur sehr vorsichtig die Zehen in den Bach.

Es gibt weit mehr POC-Tests (Proof of Concept) als Produktionssysteme in der Cloud. Es mag übertrieben sein, von einem Kilometer Breite und einem Zentimeter Tiefe zu sprechen, aber die Anzahl der Firmen, die voll auf Cloud Storage setzen, ist winzig.

In einer unserer aktuellen Umfragen unter 366 amerikanischen IT-Profis gaben 60 Prozent der Befragten an, ihre Firma verwende Cloud Storage in irgendeiner Form. Das könnte viel bedeuten: Grundlegendes Storage für aktive oder nichtaktive Daten, Cloud Backup oder Cloud Disaster Recovery. 60 Prozent scheint ein hoher Wert zu sein, bis man etwas tiefer gräbt.

Bei der Frage nach der angeschafften Cloud-Kapazität gaben 47 Prozent weniger als 10 Terabyte an. Das bedeutet nicht gerade ein großes Engagement. Auf eine andere Frage antworteten 56 Prozent, dass sie 20 Prozent oder weniger ihrer Daten in der Cloud gespeichert hätten.

Transformation des Rechenzentrums

Cloud Storage oder andere Cloud-Services sind nicht von vorneherein schlecht. Aber bei der Cloud, egal welcher Service, geht es normalerweise nicht um zusätzliche Fähigkeiten für den Werkzeugkasten der IT. Es ist eher ein anderer Ort, um Daten abzuspeichern, Backups anzulegen und ähnliches.

Wenn man über Storage hinausblickt, wird das Bild etwas verschwommener, aber im Grundsatz bleibt die Theorie des Speicherortes die gleiche. Wenn man Anwendungen in der Cloud bauen will, sie dort hosten und die erzeugten Daten in der Cloud belassen will, gibt es andere Anforderungen und Nachteile als bei einer lokalen Installation.

Selbst wenn man ausschließlich die Kosten von Cloud Storage betrachtet, verliert das Bild an Klarheit. Sehen wir uns hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI) an, die immer populärer werden, weil sie relativ einfach aufzusetzen sind und skaliert werden können. Wenn man vorhat, HCI auszubauen und Daten in die Cloud zu verlagern, wird die Kostenseite in der Cloud kompliziert.

Eric Slack, Senior Analyst bei den Marktforschern der Evaluator Group, hat vor kurzem eine interessante kostenfreie Studie veröffentlicht, in dem er die Total Cost of Ownership (TCO) eines HCI-Cluster, der lokal auf einer Dell EMC VxRail aufgebaut wurde, mit dem eines entsprechenden Clusters bei Amazon Web Services verglichen hat.

Man würde erwarten, dass der Cloud-Cluster bei den Kosten die Nase vorn hat, weil man nichts für Hardware, Software und Wartung bezahlen muss. In seinem Bericht hat Slack all dies berücksichtigt, ebenso wie Gebäude- und Personalkosten. Er kommt dennoch zu dem Ergebnis, dass der Cloud-Cluster mehr kostet, und zwar möglicherweise viel mehr.

Sorgfältig rechnen

Es geht nicht darum, dass Cloud Storage keine gute Sache ist oder nicht kostengünstig sein kann. Aber man kann nicht einfach annehmen, dass die Cloud billiger ist.

Storage war der erste verfügbare Cloud-Service. Das Konzept stammt noch aus der Mainframe-Zeit mit den damaligen Time-Sharing-Services.

Aber der gewaltige Wandel in der Storage-Infrastruktur in letzter Zeit und die noch bedeutenderen kommenden Umwälzungen sorgen dafür, dass wir die Sachlage bei Cloud Storage neu bewerten müssen. Wir müssen uns immer noch Sorgen um Sicherheit, Kontrolle und Vendor-Lock-in machen. 

Aber man sollte die Bewertung der Kosten von Cloud Storage und anderer Services nicht mit falschen Vorstellungen angehen.    

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2017 aktualisiert

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