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Zugriff auf Object Storage: Alternativen zu RESTful API

Für manche Applikationen ist der Zugriff auf Object Storage via RESTful API keine Option. Durch alternative Software können Sie die Probleme umgehen.

Das RESTful API ist die native und effizienteste Art, um Zugriff auf Object Storage zu realisieren. Damit haben...

Sie die geringste Latenz und das höchste Maß an Management-Kontrolle. Derzeit gibt es drei veröffentlichte De-Facto-Standards: Amazon Simple Storage Service (Amazon S3), SNIA CDMI und OpenStack Swift. Ebenso sind proprietäre Lösungen verfügbar, die ich bereits im Detail in einem anderen Beitrag beschrieben habe. Es gibt allerdings auch Situationen, in denen es nicht praktikabel oder sogar unmöglich ist, eine Applikation zu modifizieren. In diesem Beitrag behandle ich alternative Software-Optionen zum RESTful API, wie Sie eine Applikation beeinflussen können.

Es gibt viele Applikationen und Dateisysteme, die sich nicht per RESTful API modifizieren lassen. Gründe dafür können Lizenzen, Garantie, Mangel an Programmierkenntnissen und so weiter sein. Will eine Applikation den Vorteil von Object Storage ohne Modifikations-Möglichkeiten nutzen, muss das Object Storage ein traditionelles Target-Storage vortäuschen. Anders gesagt muss sich das Object Storage wie ein mountbares POSIX-Dateisystem verhalten. Dazu gehören NFS, CIFS und / oder HDFS (Hadoop Distributed File System), sowie ein SAN-Storage-Target via iSCSI-Protokoll. Zum Glück gibt es ausreichend alternative Software, mit denen sich so ein Vorhaben realisieren lässt.

Am häufigsten verwendet man dafür Konvertierungs- (Conversion-) oder Gateway-Software. Diese wird als zusätzliches Feature zur Object-Storage-Software ausgeliefert. In diesem Fall gibt sich das Object Storage als ein POSIX-kompatibles Dateisystem oder ein iSCSI-Block-Target-Storage-System aus. Diese Herangehensweise hat Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen gehört, dass sich das Object Storage wie ein herkömmliches und traditionelles Storage-System verhält. An der Applikation oder dem Dateisystem müssen Sie keine weiteren Änderungen mehr vornehmen. Weiterhin können Sie auf via NFS gespeicherte Dateien über andere Datei-Protokolle wie zum Beispiel CIFS oder HDFS zugreifen. Das gilt natürlich auch andersherum. Zusätzlich können Sie  über das RESTful API gespeicherte Objekte wie normale Dateien behandeln. Umgekehrt ist das ebenfalls möglich.

Es gibt aber auch Nachteile oder Kompromisse bei diesem Ansatz. An erster Stelle steht eine erhöhte Latenz, die zu längeren Antwortzeiten führt. Jedes Mal, wenn eine Schnittstelle in eine andere konvertiert werden muss, wirkt sich das negativ auf die Latenz aus. Weiterhin ist das NAS-Erlebnis nicht identisch. Die Software-Konvertierung ist eine Zweckmäßigkeit der Schnittstelle und keine Replik des NAS-Systems mit all seinen Features. Die iSCSI-Antwortzeiten (wiederum Latenz) tendieren ebenfalls dazu, langsamer zu sein als das bei nativem iSCSI-Storage der Fall ist. Außerdem sind ist diese Alternative ausschließlich über iSCSI-Blocks ansprechbar.

Viele der Konvertierungs-Features, manchmal sogar alle, sind bei Object Storage von Amplidata AmpliStor, Caringo CAStor, CEPH Open Source, Coho DataStream, EMC Atmos, NetApp StorageGRID, Quantum Lattus und Scality RING vorhanden.

Eine signifikante Abweichung der gebündelten Gateway-Features bringt Cleversafe dsNet mit sich. Cleversafe bietet für sein dsNet Object Storage optionale Hadoop-Integration. Statt eine HDFS-Konvertierungsfunktion zur Verfügung zu stellen, hat Cleversafe Hadoop so integriert, dass es nativ mit dem RESTful Object Storage API kommunizieren kann. Somit ist der zusätzlichen Latenz ein Schnippchen geschlagen.

Eine weitere abweichende Variante ist Joyent Manta. Joyent bringt Compute und Object Storage in jedem Node mit. Entwickeln Sie Applikationen auf einem Manta Node und lassen diese dort laufen, verwenden sie automatisch die Vorteile des Joyent Object Storage. Ähnlich ist das bei AWS (Amazon Web Services) der Fall. Hier werden automatisch die Vorteile von Amazon Simple Storage Service in der Amazon Cloud genutzt.

ISV-Software von Drittanbietern: Data Mover

Weniger häufig setzt man ISV-Konvertierungs- oder Gateway-Software von Drittanbietern ein. Diese finden auf physikalischen Maschinen oder häufiger auf virtuellen Maschinen (VM) und virtuellen Servern Einsatz. Die Software der Drittanbieter arbeitet ähnlich wie die mit Object Storage gebündelten Funktionen. Allerdings gibt es nennenswerte Unterschiede. Am häufigsten ist Deduplizierung und Kompression zu nennen, bevor die Dateien oder Objekte auf dem Object-Storage-System gespeichert werden. Die meisten dieser Software-Gateways wurden für Object Storage entwickelt, das von Cloud-Service-Providern angeboten wird. Deduplizierung und Kompression ist eine Notwendigkeit, um den WAN-Traffic und somit die monatlichen Kosten geringer zu halten. Diese Produkte reduzieren die Menge an Kapazität, die auf dem Object Storage in Anspruch genommen werden. Allerdings gibt es sichtlich Latenz bei dieser Herangehensweise zu verzeichnen. Auf die Dateien oder Objekte lässt sich außerdem nur per Gateway-Software zugreifen. Somit sind beachtliche Performance-Flaschenhälse möglich. Diese Art von Gateway-Software ist oftmals auf ein einziges Protokoll limitiert, wie zum Beispiel NFS, CIFS oder iSCSI.

Beispiele für ISV-Gateway-Software sind BridgeStor Coronado NAS Gateway, Panzura NAS Quicksilver VM, Solid Instance Geo Shadow Cloud Filing System, South River Technologies Web Drive (Windows und Mac) und TwinStrata NAS/SAN Cloud Array VM.

Es gibt auch ISV-Data-Mover von Drittanbietern. Diese Art von Software verschiebt Daten direkt auf das Object Storage in Form eines Archivs via CommVault Simpana 10, NTP Software Precision Tiering oder Symantec Enterprise Vault. Als Backup-Storage-Ziel gibt es Asigra 12.2, CommVault Simpana 10 und Symantec NBU 7.5. Eine Daten-Migrations- oder Tiering-Option ist NTP Software Precision Tiering.

Egal wie Sie sich entscheiden, es gibt jede Menge Software-Optionen. Sie haben die Wahl zwischen Object-Storage-Funktionen oder ISV-Gateways von Drittanbietern. Tools für Applikationen, die Daten auf das Object Storage schieben oder darauf zugreifen, gibt es reichlich.

Artikel wurde zuletzt im März 2014 aktualisiert

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