Definition

Failover

Failover ist ein operativer Backup-Modus, bei dem im Falle eines Ausfalls die Funktionen einer System-Komponente übernommen werden. Mögliche Beispiele wären Prozessor, Netzwerk, Datenbanken usw. Anders ausgedrückt springt ein sekundäres System ein, wenn das primäre nicht mehr verfügbar ist. Auch Wartungs-Fenster lassen sich mithilfe eines Failovers überbrücken. Das Prinzip wurde erschaffen, um in IT-Systemen Fehler-Toleranzen zu ermöglichen. In der Regel setzt man es bei unternehmenskritischen Systemen und Komponenten ein, die immerzu erreichbar sein müssen. Die Prozedur beinhaltet ein automatisches Auslagern von Aufgaben an ein Standby-System, damit ein Umschalten so nahtlos wie möglich realisierbar ist und der Endanwender im Idealfall einen Failover gar nicht bemerkt. Prinzipiell lässt sich ein Failover für jeden Aspekt eines Systems einrichten. Bei einem PC könnte ein Failover zum Beispiel den Ausfall eines Prozessors überbrücken. In einem Netzwerk kann ein Failover für jede wichtige Komponente eingerichtet werden, beispielsweise für Netzwerkverbindungen, Storage oder Web Server.

Früher waren gespeicherte Daten auf Servern gelagert, die sehr einfach konfiguriert waren: Es handelte sich hier entweder um Point-to-Point- oder Cross-Coupled-Konfigurationen. In einer solchen Umgebung macht der Ausfall, möglicherweise auch durch Wartungs-Arbeiten hervorgerufen, eines einzigen Servers den Daten-Zugriff für viele Nutzer unmöglich – und zwar so lange, bis der entsprechende Server wieder online ist. Modernere Herangehensweisen,  wie zum Beispiel ein Storage Area Network, ermöglichten so genannten Any-to-Any-Verbindungen zwischen Servern und Storage-Systemen. Storage-Netzwerke benutzen viele Pfade zwischen System und Server, wobei jeder einen kompletten Satz der benötigten Komponenten enthält. Ein ausgefallener Verbindungsweg kann somit durch jede Komponenten in diesem Pfad abgelöst werden. Deswegen setzt man auf multiple Verbindungswege mit redundanten Komponenten, um die Verbindungen auch dann aufrecht zu erhalten, wenn ein oder mehrere Pfade ausfallen. Automatisches Failover bedeutet dabei, dass das normale Funktionieren des IT-Systems aufrechterhalten werden kann, selbst wenn kritische Störungen auftreten. Failover-Konfigurationen können zum Beispiel zu Failover-Clustern gebündelt werden und so den Ausfall virtueller Maschinen verhindern.

Mittlerweile sind auch Failover in der Cloud, also über einen externen Dienstleister möglich. Dabei übernehmen die Ressourcen in der Cloud die Funktion des Standby-Systems. Hier laufen dann permanent virtuelle Maschinen mit und werden periodisch aktualisiert, um dann im Notfall schnell den Betrieb der Anwendungen übernehmen zu können. Aus Kostengründen sollten sich Anwender hierbei auf die wirklich geschäftskritischen Anwendungen und Daten konzentrieren, da die Cloud-Ressourcen über einen längeren Zeitraum hohe Kosten erzeugen könnten. Wem diese Lösung zu teuer ist, der kann auf ein Cold Restore zurückgreifen, bei dem die vorhandenen Ersatzsysteme in der Cloud manuell gestartet werden müssen. Das nimmt einen längeren Zeitraum ein als ein direktes Failover in der Cloud, ist aber günstiger. Hier muss sich jedes Unternehmen überlegen, wie viel Zeit bis zur Wiederverfügbarkeit der wichtigsten Applikationen verstreichen darf, also den RTO genau definieren.

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Diese Definition wurde zuletzt im Mai 2016 aktualisiert

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