Definition

Storage Area Network (SAN)

Mitarbeiter: Laura Lee Brennan und Marc Olanie

Ein Storage Area Network (SAN) ist ein Highspeed-Netzwerk (oder Subnetz) und verbindet verschiedene Arten von Speicher-Geräten mit den zugehörigen Datenservern für ein größeres Netzwerk an Benutzern. Im Gegensatz zum DAS-Konzept erhalten hier multiple Server Zugriff auf Storage-Kapazitäten und -Funktionen. Der Zugriff ist blockbasiert und unterscheidet sich somit von NAS-Strukturen, die auf File-Basis arbeiten. Ein einfaches SAN besteht aus einem Fibre-Channel-Switch, einem oder mehreren Festplattensubsystemen und den Servern, die über so genannte Host Bus Adapter, kurz HBA, mit dem SAN-Switch verbunden werden. Diese dedizierten Speichernetzwerke entlasten zudem das interne LAN.

Ein Storage Area Network ist in der Regel Teil des Gesamt-Netzwerks mit den Computing-Ressourcen eines Unternehmens. Ein SAN wird normalerweise in der Nähe zu anderen Ressourcen wie zum Beispiel einem IBM-Großrechner z990 angebunden. Es kann aber auch mit entfernteren Orten für Backups oder als Archivierungs-Storage verbunden sein. Dazu nutzt es WAN-Techniken wie zum Beispiel ATM oder SONET.

Ein SAN kann vorhandene Kommunikationstechnik nutzen, wie zum Beispiel IBMs Glasfaser-basiertes ESCON oder die Fibre-Channel-Technologie oder auch iSCSI, also den Ethernet-Standard. Einige Integratoren von SAN-Systemen vergleichen es mit dem allgemeinen Storage-Bus für den Datenfluss in einem Personal-Computer, der von verschiedenen Speichermedien wie Festplatten oder einem CD-Laufwerken gemeinsam verwendet wird.

Auch mit Ethernet-Technologie lassen sich SANs aufbauen.

SANs unterstützen das Spiegeln von Disks sowie Backup und Wiederherstellung, Archivierung und Auffinden archivierter Daten, Datenmigrationen von einem Speichermedium zu einem anderen und das Freigeben von Daten zwischen verschiedenen Servern innerhalb eines Netzwerks. SANs können auch Subnetze mit Network-Attached Storage (NAS)-Systemen enthalten. Zu weiteren Funktionen von SAN-Systemen gehören RAID, Deduplizierung, Replikation, Komprimierung, Verschlüsselung und Multi-Pathing.

In den meisten Fällen bündelt der Administrator die Speicherkapazitäten eines SANs – das aus mehreren Systemen bestehen kann – und stellt sie den angebundenen Geräten als ein Pool zur Verfügung. Dieser wird zumeist partitioniert und verschiedene Geräte erhalten unterschiedliche LUNs, über die sie ihren dedizierten Speicher (Volumes) ansprechen.

SANs werden zentral verwaltet und gerade FC-SANs stehen im Ruf teuer, komplex und schwierig zu verwalten zu sein. Mit iSCSI-SANs änderte sich dies, da die SCSI-Kommandos in IP-Pakete verpackt und dann über eine Ethernet-Verbindung versendet werden. Anstatt also zwei verschiedene Netzwerke verstehen, aufbauen und managen zu müssen (LAN und SAN) können Unternehmen nun bestehende Expertise für beide Infrastrukturen nutzen.

Virtual SAN

Ein Virtual Storage Area Network (VSAN) ist eine Software-definierte Storage-Lösung, die auf dem Hypervisor (wie VMware ESXi oder Microsoft Hypervisor) implementiert wird. VSANs bieten einige Vorteile wie zum Beispiel einfaches Management oder Skalierbarkeit. VSANs sind Hardware-agnostisch: So lang die Storage-Hardware vom Hypervisor erkannt und unterstützt wird, kann sie auch genutzt werden. Allerdings hat jeder Hersteller seine eigenen Anforderungen dafür.

Unified SAN

Unified SAN basiert auf dem gleichen Konzept wie Unified Storage, bei dem File- und Block-Storage in einem Gerät verbunden sind. Meist handelt es sich dabei um ein modifiziertes NAS. In einem Unified SAN stellt nicht nur LUNs, sondern auch NAS-ähnlichen Storage zur Verfügung.

Converged SAN

SANs werden normalerweise separat vom Ethernet-Netzwerk betrieben. Ein Converged SAN – oder konvergentes SAN – nutzt die herkömmliche Netzwerkstruktur für Netzwerk- und SAN-Traffic, um redundante Infrastrukturen zu eliminieren sowie Komplexität und Kosten zu reduzieren. SANs nutzen oft FC, während Datennetzwerke üblicherweise Ethernet verwenden. Konvergente SANs nutzen Fibre Channel over Ethernet, welches die FC-Payloads in Ethernet Frames verpackt. Konvergente SANs basieren meist auf 10-GBit-Ethernet-Technologie. Oft werden mehrere Netzwerk-Ports miteinander verbunden, um den Datendurchsatz zu erhöhen.

Vor- und Nachteile eines SANs

Der Hauptvorteil eines SANs ist, dass die Rohkapazität als Ressourcenpool genutzt wird, der zentral verwaltet und je nach Bedarf zugeteilt wird. Darüber hinaus sind diese Speichernetzwerke hoch skalierbar, da sich zusätzliche Kapazität auch bei Bedarf hinzufügen lässt.

Die großen Nachteile eines SANs sind Kosten und Komplexität. SAN-Hardware ist oft teuer und man benötigt eine gewisse Expertise, um ein SAN aufzubauen und zu managen.

SAN vs. NAS

Manchmal werden SAN und NAS verwechselt, da sich die Akronyme so sehr ähneln. Ein NAS besteht aus einer Storage-Appliance, die direkt an einen Netzwerk-Switch angeschlossen wird. Es gibt zwar Ausnahmen, aber meist werden NAS-Appliances als File-Server eingesetzt.

Ein SAN ist komplexer und teurer als ein NAS. SANs umfassen dedizierte Kabel, dedizierte Switches sowie Storage-Hardware. SANs sind hoch skalierbar und stellen Storage über LUNs bereit. Ein NAS hingegen präsentiert das Storage als File-System. Allerdings unterstützen einige NAS-Systeme auch Block-Storage.

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Diese Definition wurde zuletzt im Oktober 2007 aktualisiert

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