das Thema "Globale Deduplizierung" erregt in Amerika gerade die Gemüter. Wobei das Attribut global derzeit noch ein wenig kleinkariert interpretiert wird: Der Hersteller einer Dedup-Appliance kann demnach auch über weitere Appliances deduplizieren.
Ich selbst hatte in einem mehr als Scherz gedachten Text schon vor einiger Zeit mal die Deduplizierung einer Storage-Cloud und das riesige Einsparpotential an Speicherkapazität angedacht. Bis dahin ist noch ein weiter Weg, vor allem, wenn man die weltläufige Idee herstellerübergreifender Interoperabilität mal wieder ins Spiel bringt.
Ich kann mir schon die Reaktionen der Hersteller vorstellen, die mit Sicherheit ihren geheimen Dedup-Algorithmus wie einen Schutzschild vor sich halten werden. Wahrscheinlich hat nicht mal die SNIA ein Interesse an diesem Thema, da die Re-Duplizierung mit ein wenig Rechenleistung in einer absehbaren Zeitspanne bewältigt und anschließend das Deduplizierungssystem einfach ausgetauscht werden könnte. Der berüchtigte Vendor Lock in kann insofern gar nicht passieren.
Jetzt heißt das vorerst also offizieller "global deduplication for Enterprise", was jedoch besser umschrieben wäre mit "Enterprise deduplication with one vendor". Steigerungsformen von Global wie Super-global und Hyper-Global sind ja auch noch verfügbar.
Etwas ernsthafter argumentiert, steht mit der "global Deduplication" allerdings eine Frage im Raum rum, wo das denn technisch stattfinden soll. Das Startup Nexenta jedenfalls nimmt dazu das von Sun entwickelte ZFS-Filesystem, das Zettabyte Daten verwalten kann. Die Einbindung spezifischer Deduplikations-Ziele ins Dateisystem dürfte kein großes Problem sein.
Unabhängig von dieser Chance, die wahrscheinlich auch IBM mit dem GPFS und dem Zukauf von Diligent favorisieren wird, ist festzustellen, dass Deduplizierung zu einem Software-Feature mutiert. In „Global Dedup“ steckt also noch viel Potenzial.
Rainer Graefen



