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Der Hyperkonvergenz-Markt: Hier sind die Herausforderer

In der Serie zum Hyperkonvergenz-Markt stellen wir Herausforderer vor. Darunter Atlantis Computing, Cisco, Hedvig, HPE und Scale Computing.

Laut den Marktforschern von Gartner wird der Markt für Hyperkonvergenz 2016 um 79 Prozent auf ein Volumen von zwei Milliarden Dollar anwachsen. Das entspricht ungefähr der Prognose der Analysten von IDC, die mit einem Umsatz für hyperkonvergente Systeme von 1,9 Milliarden Dollar 2016 rechnen. Bis 2019 soll das Volumen auf 4,8 Milliarden Dollar anwachsen.

Im Markt für hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI) haben sich VMware, Nutanix und Simplivity als Marktführer herauskristallisiert, die wir im ersten Teil dieser Reihe ausführlich vorgestellt haben. In diesem zweiten Teil wollen wir nun einen Blick auf die Phalanx der Herausforderer werfen. Dabei sollen fünf Hersteller in alphabetischer Reihenfolge präsentiert werden: Atlantis Computing, Cisco/SpringPath, Hedvig, HPE und Scale Computing.

Atlantis Computing

Atlantis Computing hat sich ursprünglich auf den Markt für virtuelle Desktop-Infrastrukturen (VDI) konzentriert. 2015 hat Altantis mit der Appliance Hyperscale den HCI-Markt betreten. Letztere ist eine Weiterentwicklung der Storage-Virtualisierungs-Software Atlanis USX.

Atlantis Hyperscale wird vorinstalliert auf den Servern verschiedener Hersteller ausgeliefert (Cisco, Dell, HPE und SuperMicro). Mit Dell hat Atlantis ein Vertriebsabkommen abgeschlossen. Atlantis selbst ist in Deutschland mit einer Niederlassung in München vertreten. Atlantis setzt auf 100 Prozent Flash, während die Konkurrenten noch auf hybriden Lösungen verharren. Trotzdem ist die Hyperscale Appliance relativ preisgünstig.

Im Kern der Hyperscale Appliance ist wie bei Nutanix und Simplivity eine virtuelle Maschine (VM), die auf allen Servern eines Clusters installiert ist. Aber im Unterschied zu den Wettbewerbern greift die VM auf die Rechenleistung der Server zu, um die Storage-Leistung zu optimieren (Cache, Kompression, Deduplikation). Die Flash-Laufwerke sorgen für Schnelligkeit und Zuverlässigkeit.

Laut Firmenangaben sorgt die Verarbeitung von Rechenoperationen im Speicher oder Server-Cluster dafür, dass die Leistung erhöht und der beanspruchte Speicherplatz verringert wird.

Im Moment ist Hyperscale für die Hypervisors VMware vSphere und Citrix XenServer verfügbar. Der Einstiegspreis liegt bei etwa 43.000 Dollar (einschließlich drei Jahre Support,).

Cisco/Springpath

Cisco nutzt die von dem Start-up Springpath entwickelte Technologie für die Cisco Hyperflex Appliance. Springpath entwickelt exklusiv für Cisco und hat nicht die Absicht, mit Endkunden oder anderen OEM-Herstellern Geschäfte zu machen.

Wie bei Nutanix und VMware ist der Schlüssel zum System ein verteiltes Dateisystem, das Flash-Laufwerke und Festplatten einbinden kann auf verschiedenen Nodes, um für VMware vSphere einen Ressourcenpool zu bilden. Ein Dateiservice kann Aufgaben wie Replikation, Deduplikation, Thin Provisioning und mehr ausführen. Laut Firmenangaben kann Hyperflex in einer Stunde ausgerollt werden, binnen Sekunden hunderte Clones anlegen und 80 Prozent Einsparung bei der Data Storage ermöglichen. Technisch basiert das System auf Log-Files.

Auf jedem Node ist auch VMware vSphere installiert und eine Kontroll-VM (Springpath). Die Kontroll-VM greift auf Storage-Ressourcen zu und beschleunigt Dateioperationen im Passthrough-Mode über die Schnittstelle VMware VM_DIRECT_PATH. Sie werden in das verteilte Dateisystem einbezogen.

Drei verschiedene Modelle

Die Hyperflex-Produktfamilie besteht aus den Modellen Cisco HyperFlex HX220c M4 Node, Cisco HyperFlex HX240c M4 Node und Cisco HyperFlex HX240c M4 Nodes with Cisco UCS B200 Blade Servers. Das kleinste Modell, die Cisco HyperFlex HX220c M4 Nod,  kann in einer Höheneinheit bis zu sieben TB Storage und zwei Prozessoren pro Node einbinden. 6 x 1.2 TB 10,000 RPM 12-Gbps SAS Disks mit einem Hauptspeicher von 256 Gb bis 512 Gb 2133 MHz DIMMs und einer  480-Gb high-endurance (Intel 3610) cache SSD laufen unter der Software VMware 5.5 oder 6.0 u1 und Cisco HyperFlex HX Data Platform Software version 1.7.

Die zweite im Bunde, die Cisco HyperFlex HX240c M4 Node, kann auf zwei Höheneinheiten 29 TB Storage ansprechen. 15 SAS-Festplatten bilden das Herzstück.

Die dritte Variante Cisco HyperFlex HX240c M4 Nodes with Cisco UCS B200 Blade Servers bindet Cisco UCS Server auf zwei bis sechs Höheneinheiten ein.

Laut Cisco liegt der Einstiegspreis für die Hyperflex Appliances bei 60.000 Dollar (ohne vSphere Lizenz, aber einschließlich ein Jahr 24/7 Support).

Hedvig

Hedvig wurde 2012 vom Facebook-Veteran Avinash Lakshman ins Leben gerufen, um den Storage-Markt zu revolutionieren. Die Besonderheit der Hedvig Storage ist die Flexibilität. Die Hedvig Storage kann mit Block- (iSCSI), Datei- (NFS) und Object-Storage (S3 oder Swift) umgehen.

Diese Flexibilität ist die Basis der HCI Appliance und wirkt ähnlich wie software-definiertes Storage. Von diesem Standpunkt aus erinnert sie ein wenig an EMC ScaleIO. Die Plattform von Hedwig unterstützt aber mehr Protokolle und mehr Dateiservices (Quality of Service, automatisches Tiering, Deduplizierung und Kompression, Snapshot, Clones, Replikation).

Hedvig unterstützt zahlreiche Hypervisors und Betriebssysteme. Die Nutzer haben große Freiheiten bei der Wahl der Architektur.

Hedwig wird verkauft ab einem Preis von 5.000 Dollar für einen Server im Storage-Cluster. Die Einbindung aller Nodes ist nicht nötig, aber sie können über den Proxy-Client von Hedwig auf die Storage zugreifen. Auf Anfrage gibt es ein Abo-Modell, bei dem etwa 50 Cent pro GB und Monat anfallen.

Hewlett Packard Enterprise (HPE)

HPE verfügt über seine eigene Hyperkonvergenz-Technologie. Sie basiert auf StoreVirtual und wird auf einem Server-Rack ausgerollt. HPE hat zwei HCI-Appliances: Die HPE Hyper Converged 250 bietet vorkonfigurierte, integrierte und virtualisierte Infrastrukturbausteine. Sie sind innerhalb von 15 Minuten VM-bereit, lassen sich horizontal skalieren und in ein zentrales Rechenzentrum integrieren.

Die HC 250 hat einen Formfaktor von zwei Höheneinheiten und vier Knoten. Sie wird über eine einzige Schnittstelle als eine Einheit verwaltet und fußt auf der Proliant G9 Plattform mit Xeon E5 Kernen. Es gibt zwei Ausführungen der HC 250: Die erste Variante ist für VMware, die zweite für die Microsoft Cloud.

HPE Hyper Converged 380 Lösung ist der große Bruder der HC250. Sie kombiniert HPE ProLiant DL 380 Server, VMware-Virtualisierungs-Software und HPE Management-Tool. Sie läuft auf Basis der Basis des 14-nm- und 22-nm- Intel Broadwell/Haswell-Prozessoren und bietet Unterstützung für alle Flash-Speicher.

Neue Serverknoten werden automatisch entdeckt und zum Cluster hinzugefügt. Das Maximum sind 16 Knoten im Cluster, dies wird durch die StoreVirtual Technologie erzwungen.

HPE hat sicherlich Vorteile bei der Serveranbindung und ist dadurch ökonomisch, hinkt aber bei den Storage-Funktionen den Wettbewerbern etwas hinterher.

StoreVirtual ist zuverlässig, hat aber Mängel bei der Kapazitätsverwaltung. Die HPE Technologie erfordert ein RAID-System, das nützlich für die Brutto-Kapazität ist, aber bei den Nettowerten hinter der Konkurrenz liegt. Außerdem bietet StoreVirtual keine Optimierungsfunktionen wie Kompression und Deduplizierung, die bei den Wettbewerbern zunehmend Standard sind. Dafür bietet HPE Datei Tiering sowie Snapshots, Clones und Replizierung.

Im Moment ist die Technologie gut geeignet für mittelständische Kunden, aber nur von begrenztem Nutzen für große Installationen. HPE muss noch einiges tun, um zum Wettbewerb aufzuschließen.

Scale Computing   

Scale Computing hat sich auf Hyperkonvergenz für den Mittelstandsmarkt spezialisiert. Die Firma hat etwa 1500 Kunden weltweit. In Deutschland läuft der Vertrieb über den Wiesbadener Distributor Sertho.

Scale verlässt sich auf ein hauseigenes Betriebssystem namens HyperCore. Sie überwacht ständig alle virtuellen Maschinen, Software und Hardwarekomponenten und kombiniert einen KVM Hypervisor mit einem verteilten Dateisystem namens Scale Computing Reliable Independent Block Engine (SCRIBE) als Storage Layer. Eine graphische Benutzeroberfläche sorgt für einfache Verwaltung.

Das Scale Computing Hyperconverged Compute Cluster (HC3) System umfasst den HyperCore Hypervisor und SCRIBE. SCRIBE erlaubt es, virtuelle Maschinen wie einen gesicherten Storage Pool zu behandeln. SCRIBE unterstützt auch Datendienste wie Snapshot, Replizierung und Cloning. Nach Firmenangaben können bis zu 5.000 Snapshots pro VM angelegt werden. Noch fehlen Funktionen für Kompression oder Deduplizierung.

Der Hersteller bietet seine Appliance in drei Varianten, HC 1000, HC 2000 und HC 4000, jeweils mit Versionen für Festplatten oder SSDs. Die Einsteigerversion HC 1100 hat sechs Prozessorkerne und sechs Threads. Der RAM-Speicher ist 64 GB DDR-4. Die NL-SAS-Storage beträgt vier TB.

Für einen operativen Hyperkonvergenz-Cluster sind mindestens drei Nodes erforderlich. Die Einstiegspreise liegen bei etwa 30.000 Dollar für einen Cluster auf Festplattenbasis und bei etwa 61.500 Dollar für einen Cluster von drei Maschinen. Die Preise schließen die Lizenzen für die Datendienste, Hypervisor und SCRIBE ein.    

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Artikel wurde zuletzt im September 2016 aktualisiert

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