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Die Datenspeicherung von VMs zentral verwalten

Mit System Center Virtual Machine Manager können Administratoren den Datenspeicher der Hyper-V-Hosts verwalten, die an das System angebunden sind.

In virtuellen Umgebungen auf Basis von Microsofts Hyper-V sollte beim Einsatz zahlreicher Hosts möglichst auf System Center Virtual Machine Manager gesetzt werden. Hier lassen sich zentral alle wichtigen Einstellungen aller Hosts anpassen. Ab System Center Virtual Machine Manager 2016 lassen sich auch die neuen Storage Spaces Direct zentral verwalten. Diese ermöglichen eine Virtualisierung des kompletten lokalen Datenspeichers aller angebundenen Hyper-V-Hosts. Aber auch SCVMM 2012 R2 bietet bereits interessante Möglichkeiten zur zentralen Verwaltung des Datenspeichers.

In SCVMM 2012 R2 ist in der Verwaltungskonsole im unteren Bereich die Option Fabric zu finden. Hier lässt sich die Hardware, die an SCVMM 2012 R2 angebunden ist, steuern. Die Fabric unterteilt sich in Server, Netzwerke und Speicher. Interessant ist hier vor allem die zentrale Verwaltung des Speichers, auf dem die Daten der VMs gespeichert sind. Dabei kann es sich um SAN-LUNs handeln, um Dateiserver (am besten mit Windows Server 2012 R2), aber auch um Dateiserver-Cluster, oder iSCSI-Speicher. Alle Elemente lassen sich direkt in SCVMM 2012 R2 verwalten. Um SCVMM 2012 R2 effizient zu nutzen, und den Speicher zentral zu verwalten, ist es nicht immer notwendig, SANs oder Dateiserver zu integrieren.

Generell ist die Anbindung aber wesentlich produktiver, da auf diesem Weg mit einem zentralen Werkzeug alle wichtigen Einstellungen zur Verfügung stehen. Den Speicher in der SCVMM-Infrastruktur verwalten Administratoren in der VMM-Konsole über VMs und Dienste\Speicher in der SCVMM-Konsole. Die ausführliche Steuerung des Speichers ist über Fabric\Speicher zu finden. Um neuen Speicher anzubinden, wird bei Fabric\Speicher mit der rechten Maustaste auf die Art des Speichers geklickt, der hinzufügt werden soll.

Wird zum Beispiel iSCSI-Speicher zu SCVMM hinzugefügt, lassen sich in der Verwaltungskonsole von SCVMM neue logische LUNs erstellen. Bei der Anbindung eines Dateiserver-Clusters oder der Anbindung herkömmlicher Dateiserver, können Administratoren direkt in der Konsole des SCVMM neue Freigaben auf dem Dateiserver erstellen. Diese Freigaben werden anschließend auf Wunsch für virtuelle Server oder die Bibliothek in SCVMM genutzt. Die Freigaben stehen den angebundenen Hyper-V-Hosts zur Verfügung, genauso wie bei einer lokalen Anbindung.

Wenn Administratoren Speicher in SCVMM integriert und zu Clouds oder Hostgruppen hinzugefügt haben, können sie in den Einstellungen der VMs beim Erstellen festlegen, dass die Daten der VM in diesem Datenspeicher abgelegt werden sollen. Dazu muss der Speicher aber mit Fabric/Speicher an SCVMM angebunden und danach mit einer Cloud verbunden werden. Der lokale Speicher lässt sich also auch für private Clouds in SCVMM nutzen.

Abbildung 1: Die Anbindung von Datenspeicher erfolgt über einen Assistenten.

Freigaben auf Windows-Dateiservern in SCVMM 2012 R2 nutzen

Um Freigaben von Dateiservern in SCVMM zu nutzen, müssen Administratoren zuerst die Dateiserver in SCVMM anbinden, dann die Freigaben erstellen und an die Hyper-V-Hosts in den Hostgruppen anbinden. Die Konfiguration dazu wird über Assistenten durchgeführt. Sobald Administratoren einen Dateiserver an SCVMM 2012 R2 angebunden haben, erscheinen die vorhandenen Freigaben bereits. Neue Freigaben lassen sich ab jetzt über das Kontextmenü von Dateiserver im Bereich Speicher der Fabric erstellen. Wurde eine Freigabe erstellt, lässt sich diese in Eigenschaften der Hyper-V-Hosts aufrufen und anbinden. Die Einstellungen dazu sind über Speicher und Hinzufügen zu finden.

Abbildung 2: In der Fabric verwalten Administratoren alle Komponenten und Hyper-V-Hosts der Umgebung. Die Freigaben auf einem Server sind in SCVMM verwaltbar.

Im Assistenten zur Anbindung des Servers wird ein Benutzerkonto angegeben, mit dem SCVMM auf den Server und dessen Freigaben zugreifen darf. Danach wird eine Verbindung zum Server hergestellt. Ab der Anbindung an SCVMM lassen sich die Freigaben auf dem Server als Speicherorte für VMs auswählen.

Sobald auch die Hosts angebunden sind, sind diese in der SCVMM-Verwaltungskonsole in der jeweiligen Hostgruppe zu sehen. Hier ist auch der Status des Hosts zu sehen sowie weitere Daten, wie der Zustand von Aufträgen, die CPU-Auslastung, und der freie Speicher.

Abbildung 3: Angebundene Dateiserver und deren Freigaben kann man an die Hyper-V-Hosts in SCVMM anbinden.

Für Freigaben lassen sich auch Klassifizierungen hinterlegen, die in den verschiedenen Assistenten von SCVMM zur Verfügung stehen. Damit der Zugriff auf den angebundenen Speicher im Netzwerk funktioniert, muss in den Eigenschaften der Hyper-V-Hosts noch über Hostzugriff ein Konto hinterlegt werden, mit dem der Host mit dem Speicher kommunizieren darf.

Virtual Fibre Channels mit SCVMM 2012 R2

In SCVMM 2012 R2 können Administratoren auch über Virtual Fibre Channels SAN-LUNs direkt an VMs zuordnen und generell effizienter verwalten. Soll die Funktion genutzt werden, muss in der aktuellen Version von SCVMM nicht mehr in der lokale Verwaltungsprogramm der Hyper-V-Hosts gewechselt werden. Wurde im Bereich Fabric ein FC-SAN bei Fibre Channel Fabrics hinzugefügt, können Administratoren im Bereich Speicher in den Eigenschaften einer VM dieses Array hinzufügen. Danach kann die neue LUN auf dem SAN der VM zugewiesen werden. Die VM muss als Hardware aber ein Virtual Fibre Channel Adapter zugewiesen bekommen. Die genaue Vorgehensweise zur Anbindung beschreibt Microsoft im TechNet.

Scale Out File Server zu SCVMM 2012 R2 hinzufügen

Scale Out File Server (SOFS) lassen sich ebenfalls an SCVMM 2012 R2 anbinden. Hier können Admins entweder neue Server erstellen, oder bereits vorhandene Server anbinden. Zur Anbindung ist auch hier wieder ein Benutzerkonto notwendig, dass über die notwendigen Rechte auf dem Dateiserver verfügt und Freigaben verwalten kann. Außerdem muss das Konto auch über administrative Rechte auf den Hosts und dem SCVMM-Server verfügen.

Das Hinzufügen eines herkömmlichen SOFS funktioniert im Grunde genommen genauso wie das Hinzufügen von herkömmlichen Dateiservern. Als Name wird der Name des kompletten Clusters verwendet. In den Einstellungen des SOFS lässt sich, genauso wie bei herkömmlichen Dateiservern, festlegen, welche Freigaben verwaltet werden, und welche nicht. Auch das Hinzufügen der Freigaben als Datenspeicher für die Hyper-V-Hosts erfolgt identisch, wie das Hinzufügen anderer Dateifreigaben.

Storage in der PowerShell verwalten

Neben der grafischen Oberfläche lassen sich alle relevanten Einstellungen auch in der PowerShell verwalten, eine Übersicht findet sich im TechNet.

Sollen zum Beispiel Freigaben eines Dateiservers hinzugefügt werden, kann das über die Powershell erfolgen. Hier ist auch die Anbindung von Scale-Out File Servern möglich. Die Befehle sehen dann zum Beispiel folgendermaßen aus. Hier können Sie mit Variablen arbeiten, was die Ausführung und Übersicht der Befehle etwas verbessert:

$FS = Get-SCStorageFileServer -Name „fs01.contoso.int“

$Share = Get-SCStorageFileShare -Name „scvmm“

Set-SCStorageFileServer -StorageFileServer $FS -AddStorageFileShareToManagement $Share

Soll die Verwaltung der Freigaben über SCVMM beendet werden, dann wird folgender Befehl verwendet:

Set-SCStorageFileServer -StorageFileServer $FS -RemoveStorageFileShareFromManagement $Share

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2016 aktualisiert

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