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Flash-Hersteller locken mit Gratis-Controllern, aber die Wartung wird teuer

Viele Flash-Anbieter bieten ihren Kunden neue Controller zum Null-Tarif, wenn sie ihre Wartungsverträge erneuern. Aber es drohen versteckte Kosten.

Die Anbieter von Flash-Systemen legen viel Wert auf Kundenbindung und die Erneuerung von Wartungsverträgen. Alle locken mit Verlängerung der Wartungsverträge nach Ablauf der standardmäßigen dreijährigen Garantiedauer. Viele Hersteller bieten einen kostenlosen Austausch der Controller an, wenn sich der Kunde für die Verlängerung des Wartungsvertrages entscheidet.

Das ist mittlerweile so sehr zum Standard geworden, dass Rohit Kshetrapal, CEO von Tegile dies als unverzichtbar bezeichnet, um beim Kunden zum Zug zu kommen. Tegile und Pure Storage haben vor kurzem ihre entsprechenden Angebote erneuert. Tegile hat im Juni 2016 sein Programm „Intellicare Lifetime Storage“ gestartet, das nicht nur den Austausch der Controller vorsieht. Tegile bietet den Austausch des kompletten Systems einschließlich aller Medien und Controller alle drei bis fünf Jahre zu einem festen Preis des Wartungsvertrages.

Ebenfalls im Juni 2016 hat Pure Storage sein Programm „Evergreen Storage“ aktualisiert. Neu ist die Funktion „Capacity Consolidation“. Die Kunden installieren Kapazitätserweiterungen und die alten Daten werden anschließend automatisch an die neue Kapazität angepasst. Die „Rightsize Guarantee“ garantiert eine an die Bedürfnisse des Kunden angepasste optimale Kapazität. „Free every three“ sichert den Austausch des Storage Controllers alle drei Jahre zu, wenn der Wartungsvertrag aktualisiert wird. 

Für Nimble Systeme gibt es nach Ablauf des dreijährigen kostenlosen Supports den Support-Plan „Timeless Storage“ mit der Möglichkeit eines kostenfreien Controller-Upgrades. Die Lebensdauer eines Flash-System wird für sieben Jahre garantiert.

Auch die großen Storage-Hersteller wie EMC, Hitachi, IBM und NetApp haben sich den aggressiven Angeboten ihrer Wettbewerber angepasst. EMC garantiert im Rahmen der „Lifetime Maintenance Price Protection“ und der „Lifetime Flash Endurance Protection“ die Lebensdauer der Flash-Medien und die Preisstabilität des Supports. Netapp bietet den Austausch von Controllern und sichert eine Lebensdauer der Flash-Laufwerke von sieben Jahren zu. Hitachi garantiert den Support und IBM sichert zu, dass Flash-Medien 13 Jahre lang halten.

Suresh Vasudevan, Nimble Storage Inc. CEO, ist sich sicher: „Ein Hersteller, der keine entsprechende Garantie abgibt, ist im Nachteil.“  

Flash ändert die Amortisierung

Diese Preisgarantien sollen den Kunden vergessen machen, dass der Preis pro GB bei Flash sich immer noch über dem Preis pro GB bei Festplatten befindet. Die Mehrkosten werden auch durch Reduktionstechniken und andere Faktoren wie Schnelligkeit, Robustheit, Stabilität ausgeglichen.

Randy Kerns, Senior Strategist & Analyst Evaluator Group, glaubt, dass Flash-Laufwerke eine wesentlich höhere Lebensdauer haben, als bisher angenommen. Eine SSD hat demnach eine geschätzte Lebensdauer von sieben Jahren, während die Controller nicht ganz so lange halten.

Kerns urteilt: „Die Amortisierungszyklen von Flash-Laufwerken und Controllern unterscheiden sich. Die Lebensdauer von Flash-Laufwerken ist höher und deshalb trennen die Hersteller die Laufwerke von den Controllern.“ Die sei der Grund, warum die Anbieter auf die Laufwerke Garantien von sieben Jahren geben, während die Controller nach drei oder fünf Jahren ausgetauscht werden, wenn die Wartungsverträge verlängert werden. Das ist ein Vorteil für die Kunden, die ihre Systeme länger nutzen können, aber auch für die Hersteller, die von einer höheren Kundenbindung und gesicherten Wartungsumsätzen profitieren.

Kaminario verfolgt mit K-Assured ein anderes Modell. Ein Wartungsvertrag mit fester Dauer soll Kapazität, Leistung und Verfügbarkeit sicherstellen. Sundip Arora, Produkt Marketing Manager bei Kaminario, geht die Wettbewerber an: „Wir haben ein Modell mit kostenfreiem Controller-Austausch studiert. Es handelt sich um einen Finanzierungstrick, durch den die Hersteller ihre Margen aufrechterhalten können. Eine CAPEX-Ausgabe wird zu einer OPEX-Wartungsausgabe gewandelt.“ Es sei ein künstliches Preis-Doping, bei dem am Ende der Kunde mehr zahle. Sein eigenes Modell hält er naturgemäß für besser und kundenfreundlicher.    

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Artikel wurde zuletzt im September 2016 aktualisiert

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