svedoliver - Fotolia

M.2-SSDs: Bald bereit für den Unternehmenseinsatz

Solid State Disks mit dem kleinen Formfaktor M.2 sind bereits im Consumer-Umfeld verbreitet. Demnächst werden sie auch ins Rechenzentrum einziehen.

Dieser Artikel behandelt

SSD

ÄHNLICHE THEMEN

Winzige Solid State Disks (SSDs) mit dem Formfaktor M.2 sind im Consumer-Segment bereits weit verbreitet und werden in Tablets und Ultrabooks verwendet. Sie können die Lücke zwischen MicroSDs und SATA-SSDs schließen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis sie auch in Unternehmensinfrastrukturen Einzug halten.

Im Gegensatz zu Festplatten unterliegen SSDs keinen Beschränkungen in ihren Formfaktoren, die von Plattendurchmesser, Motorhöhe oder Schutzhüllen definiert werden. Die Hersteller haben deshalb den M.2 Formfaktor entwickelt. Dabei handelt es sich um eine kleine Speicherkarte mit einem winzigen Edge-Connector. Früher war M.2 auch als Next Generation Formfaktor bekannt.

M.2 hat den mSATA Formfaktor verdrängt, der erhebliche größere Abmessungen hatte. M.2 ist besser für Tablets und kleine Computer geeignet und von vornherein auf Double-Side-Konfigurationen ausgelegt. Das bedeutet erhebliche Vorteile gegenüber den Vorgängern, die nur mit Single-Side umgehen konnten.

Die genauen Spezifika für M.2 sind unterschiedlich. Branchenüblich sind 20 mm Breite und Längen zwischen 30 und 110 mm. Der Edge-Connector des M.2-Moduls wird in einem Connector parallel zum Motherboard untergebracht. Eine Schraube am Ende des Connectors sorgt für festen Halt. Das ist ziemlich einfach und kostengünstig.

Der M.2-Connector unterstützt vier Lanes mit PCI Express (PCIe) 3.0 Bandbreiten oder alternativ eine SATA oder USB 3.0 Verbindung. Sehr schnelle M.2 NVM Express (NVMe) Laufwerke kommen bereits auf den Markt, die mit sehr viel roher Bandbreite umgehen können. Diese ergänzen die NVMe SATA-Laufwerke, die bereits eine Weile verfügbar sind.

Ein M.2-Laufwerk ist erheblich kleiner als konventionelle 2,5 oder 3,5 Laufwerke. Dieser Größenunterschied hat auch Auswirkungen auf die Speicherkapazität. Im Moment bieten M.2-Laufwerke eine Maximalkapazität von 2 TB. Es ist aber wahrscheinlich, dass noch 2017 Laufwerke mit 10 TB auf den Markt kommen.

Die Kosten sind in den letzten Jahren stark gesunken. Aktuell hat ein Intel 1 TB M.2 NVMe Laufwerk der Produktreihe 600p einen Listenpreis von 323,35 Euro. Das ist kein großer Unterschied mehr zu einer SATA-SSD mit 960 GB Kapazität, das aktuell etwa 250 Dollar kostet.

Um die weitere Entwicklung zu beurteilen, sollte man einen Blick auf den Host Support werfen. Es kommen Motherboards mit eingebauten M.2-Slots auf den Markt. Diese sind aber unterteilt in zwei Lane SATAs und vier Lane-Connectors für NVMe. Dieser Wandel in der Technologie der Motherboards wird noch durch die Verfügbarbarkeit der Chipsets eingeschränkt. Die neuen Chipsets werden gerade von Intel herausgebracht und demnächst auch von AMD. Alternativ gibt es auch Adapter, die einen PCIe-Slot für M.2 konvertieren und auf denen die Laufwerke gemountet werden können.

Die niedrigen Preise (für SSDs mit kleiner Kapazität ab 50 Dollar) und Leistungsmerkmale von 100.000 bis 150.000 IOPs für ein 1 TB Laufwerk machen SATA-Festplatten wirklich überflüssig, die höchsten 10.000 Umdrehungen pro Minute (rpm) erreichen. Zudem wird die in SSDs eingesetzte 3D NAND Technologie bald noch schneller und wird mehr Kapazität fassen können.

Die Preisdifferenz zwischen M.2 und SATA wird weiter schrumpfen. Damit stellt sich die Frage, warum es überhaupt noch zwei Formfaktoren geben sollte. Möglicherweise wird es aber noch 2017 einen Preiskrieg geben. Sobald eine 10 TB NVMe M.2 SSD verfügbar ist, bietet sich ein Einsatz in Servern an.

Damit stellt sich die Frage nach der Größe: Zwölf M.2 Laufwerke passen bequem in eine Höheneinheit, während heute eher zwei Höheneinheiten üblich sind. Das würde die Speicherdichte in einem Rack verdoppeln. Sicherlich können die Laufwerke dann nicht einfach aus dem Rack genommen werden, aber das ist in der heutigen Zeit auch gar nicht mehr erforderlich.

Es ist wahrscheinlich, dass irgendwann auch ein Weg gefunden wird, um Laufwerke am Edge zu mounten. Damit könnte man zwölf Laufwerke auf nur 60 mm Breite unterbringen. Damit könnten Server erheblich geschrumpft werden und Microserver wie etwa HPE Moonshot eine große Menge an Laufwerken aufnehmen.

Der M.2 Formfaktor passt ideal zu sehr kleinen Server-Designs. Der Schrumpfprozess könnte sogar noch weitergehen. M.2 unterstützt PCIe für alle Funktionen des Servers einschließlich der Verbindung zum LAN.    

Folgen Sie SearchStorage.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook

Nächste Schritte

NVMe und 3D XPoint

Die NVMe-Technologie könnte das Konzept der Direct-Attached-Storage wiedererwecken

Neue Software-Architekturen mit NVMe und Direct-Flash können Grenzen überwinden

Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Solid-State-Speicher

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close