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Marktübersicht: All-Flash-Arrays im Vergleich

All-Flash-Arrays bieten Vorteile. Wir geben Ihnen in unserer Marktübersicht einen Leitfaden für den Einkauf eines geeigneten Arrays in die Hand.

All-Flash-Arrays bieten Unternehmen viele Vorteile. Dazu zählen TCO-Verbesserungen bei reduziertem Energie- und Kühlungsverbrauch sowie höherer Geschwindigkeit gegenüber traditionellen Festplatten. 

Egal, ob man sich für ein All-Flash-Array interessiert, um einige Server zu unterstützen, oder ob man einen riesigen Cluster auf Enterprise-Niveau braucht, um Tausende von Anwender zu unterstützen, alle führenden Hersteller von All-Flash-Arrays stellen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, um den Speicheranforderungen jedes Unternehmens zu entsprechen.

In diesem Beitrag werden wir die Produkte der acht führenden Hersteller von All-Flash-Arrays auf den Prüfstand stellen: Dell EMC, Hitachi Data Systems (HDS), Hewlett Packard Enterprise (HPE), IBM, Kaminario, NetApp, Pure Storage und Tegile Systems. Alle diese Hersteller bieten gleichermaßen Komprimierung und Deduplizerung an.

Wenn diese Technologien miteinander kombiniert werden, kann eine bis zu 100 Mal größere Reduktion der Daten erreicht werden. Sind zum Beispiel in einem Speichersystem 100 virtuelle Maschinen (VMs) untergebracht, die alle zu mehr als 95 Prozent aus den gleichen Bildern bestehen, führt eine Deduplizierung zu einer fast 100-prozentigen Reduktion.

Auf der anderen Seite wird eine verschlüsselte und komprimierte Videodatei nicht unbedingt von Deduplizierung oder Komprimierung profitieren. Wenn möglich haben wir weiter unten die Rohkapazitäten der Systeme aufgezählt. Wenn diese nicht verfügbar waren, haben wir die angegebene effektive Kapazität aufgezeichnet, die in der Regel das Drei- bis Fünffache der Rohkapazität ausmacht. Einige Hersteller sprechen eine Garantie für die effektive Kapazität aus.

Controller oder Nodes bieten oft verschiedene Interface-Möglichkeiten, einschließlich eines 10-Gigabit-Ethernet(GbE)-Adapters mit acht Ports, eines Fibre-Channel-Adapters mit acht Ports oder eines 1-GbE-Board mit 16 Ports. Viele dieser Systeme bieten Scale-up-Möglichkeiten, indem Speicherschränke zu einem Controller oder zu einem Controller-Paar hinzugefügt werden, und Möglichkeiten für Scale-Out, indem Controller-Paare plus Speicher in einem Cluster hinzugefügt werden.

Einige Systeme besitzen eventuell eine fixe Grenze für die Anzahl von Speichersystemen, die zu einem Controller-Paar oder der Anzahl von Knoten in einem Cluster hinzugefügt werden können, während andere ungefähre oder gar keine Vorgaben haben.

Viele Speichergestelle beherbergen mehrere Interface-Karten, die zum Beispiel aus zwei 40-GbE-Ports, vier 10-GbE-Ports, 12 1-GbE-Ports oder zwei 32x-Fibre-Channel-Ports, vier 16x-Ports oder acht 2/4/8x-Ports bestehen können. Damit kann die Gesamtzahl an verfügbaren Ports in einem einzigen Chassis von zwei bis zu vier oder bis zu 128 betragen.

Werfen wir einen Blick darauf, was jeder der führenden All-Flash-Hersteller zu bieten hat.

Dell EMC

Dell EMC bietet vier Produktlinien für All-Flash-Storage an: Isilon, XtremIO, VMAX und Unity. Die F800 ist die All-Flash- und Scale-Out-NAS-Plattform der Dell EMC Isilon-Produktfamilie.  Die F800 speichert eine Rohkapazität von 96 bis 924 Terabyte (TB) pro Chassis, wobei SMB- und NFS-Dateiprotokolle unterstützt werden. Sie kann von einem Four-Node-Chassis bis zu 144 Nodes skalieren. Es gibt auch hybride Modelle.

Das Unity-All-Flash-Midrange-System von Dell EMC stellt All-Flash- und hybride Modelle zur Verfügung. Die Modelle 350F, 450F, 550F und 650F kommen mit Deduplizierung, Komprimierung, Snapshots und effektiven Kapazitäten von bis zu 10 Petabytes (PB). Die vier Modelle sind für fünf bis 1.000 SSDs und bis zu 46 TB per Chassis geeignet.

Das Dell EMC XtremIO-System kann von einem Dual-Controller- zu einem Vier-Chassis-System mit acht Controllern erweitert werden. Es skaliert außerdem von 18 bis zu 288 SSDs, bei einem von bis zu 2,8 PB. Die Performance reicht bis zu 880.000 IOPS.

Das Speichersystem der Enterprise-Klasse Dell EMC VMAX unterstützen Scale-up- und Scale-Out. Die Modelle 250F, 450F und 950F unterstützen bis zu 6,7 Millionen IOPS, bis zu vier PB an Kapazität und bis zu 150 GBps Durchsatz. Die Interfaces umfassen bis zu 192 Ports für 10, 25 und 40 GbE und bis zu 32 Gbps Fibre Channel. Die Produktlinie schließt auch hybride Modelle ein.

Hitachi Data Systems (HDS)

Die All-Flash-Modelle von HDS umfassen viele Varianten, darunter die VSP F400, F600, F800 und F1500, die mit 600.000 bis zu 4,8 Millionen IOPS und 11 GBps bis zu 48 GBps gelistet sind. Die Kapazitäten reichen von 280 TB bis zu 40 PB. Die All-Flash-Modelle verfügen über Inline-Komprimierung, lernfähige Data Reduction (Deduplizierung) und gemeinsamen Support für SAN und NAS. Es gibt auch hybride Systeme. Die Interfaces umfassen 8, 16 und 32 Gbps Fibre Channel, 10 GbE iSCSI und 10 GbE NAS.

Hitachi benutzt ein intelligentes Flash-Modul, das als FMD (Flash Module Device) bezeichnet wird, das im Wesentlichen aus einer SSD mit einem angepassten Controller besteht, der Read- und Write-Aufgaben, Speicherbereinigung und -komprimierung sowie andere Flash-bezogene Aufgaben bewältigt, ohne dass dabei das Speicher-Subsystem eingreifen muss. Damit will man eine SSD schaffen, die leistungsfähiger als eine Standard-SSD ist. Da jede FMD für ihre eigenen Prozesse sorgt, wird das Speichersystem weniger beansprucht.

Hewlett Packard Enterprise (HPE)

Die HPE-3PAR-StoreServ-Produktlinie umfasst die StoreServ 8000, 9000 und 20000. Diese Modelle reichen von einem bis zu acht Nodes, mit zwei Controllern per Node. Außerdem gibt es bis zu 160 Fibre-Channel-Ports und 1-GbE- oder 10-GbE-Ports, bis zu 9,6 PB an Rohkapazität und bis zu Millionen an IOPS.

Die 3200- und 4000-Serien der StoreVirtual-All-Flash-Systeme von HPE bieten Kapazitäten von 1,2 TB bis zu mehr als 1,5 PB, mit vier oder acht Ports pro Gehäuse. Die Ports sind geeignet für Gigabit, 10 GbE oder Fibre Channel und sie können bis zu vier Gehäuse in einem Cluster unterstützen. Die Systeme bieten ferner Replikation, Thin Provisioning, Snapshots und Deduplizierung.

IBM

Die FlashSystem-Serien A9000 und V9000 von IBM bieten 4,8 bis 60 TB an Speicherkapazität pro Gehäuse. Außerdem lassen sich bis zu 20 Erweiterungsmodule pro Controller-Paar oder bis zu acht High-Density Erweiterungsmodule pro Controller-Paar hinzufügen – mit mehrfachen Controllern für Scale-Out sowie für Scale-up. Bei den Kapazitäten gibt es bis zu 32 PB bei 750.000 IOPS und bis zu 68 GB pro Sekunde, mit bis zu 16 Fibre-Channel-Ports und acht 10-GbE-Ports pro Controller. Die Anwender können bis zu sechs Nodes mit je zwei Controllern einrichten.

Die IBM-Box Storwize V7000F mit drei Höheneinheiten bietet den Anwendern bis zu 24 SSDs pro Box und die Funktion, mehrere Systeme als ein einziges darzustellen und zu verwalten. Die Boxen können je nach Bedarf gekauft und einfach in die bestehende Infrastruktur eingefügt werden. Jeder Controller kann bis zu 20 Erweiterungsgeräte und bis zu 760 Laufwerke unterstützen. Man kann Vier-Node-Cluster mit bis zu 3.040 Laufwerken und bis zu 32 PB an Kapazität einrichten.

Kaminario

Das Kaminario K2 ist ein Scale-up und Scale-Out Cluster-System, das vier Knoten mit je einem Dual Active/Active Controller und bis zu 32 Erweiterungsplätzen unterstützt. Außerdem kommen 30 TB bis 1 PB an Speicher pro Node hinzu, mit einer maximalen Kapazität von 4 PB. Es werden ferner bis zu 1,5 Millionen IOPS sowie 25 GBps an Durchsatz unterstützt. Jedes Node bietet vier Fibre-Channel- und vier 25-GbE-Ports. Das VisionOS-Betriebssystem stellt ein breites Angebot an Software für Deduplizierung, Komprimierung, Thin Provisioning, Snapshots und Replikation zur Verfügung.

VisionOS von Kaminario bietet vier Module: DataShrink für Komprimierung, Deduplizierung und Thin Provisioning; DataProtect für Array-basierte Snapshots, Replikation und Verschlüsselung; DataManage für Management, Monitoring und Reporting; und schließlich DataConnect für die Integration mit VMware vSphere und Log Insight, mit Microsoft Volume Shadow Copy Service, sowie mit OpenStack, Flocker und Cisco Unified Computing System über die RESTful API.

NetApp

Die All-Flash-FAS-Modelle (AFF) von NetApp umfassen die A200, A300, A700 und A700s. Die NetApp AFF A200 mit zwei Höheneinheiten unterstützt bis zu 8,8 PB pro Nodes-Paar, mit bis zu vier Paaren, einer maximalen Kapazität von 34,7 PB, acht Fibre-Channel-Ports und acht 10-GbE-Ports. Die A300 unterstützt bis zu 70 PB pro Nodes-Paar und bis zu 12 Paare, bei einer maximalen Kapazität von 285 PB mit acht bis zu 24 Fibre-Channel-Ports und bis zu 28 10-GbE- und acht 40-GbE-Ports. Die A700 verfügt über eine Kapazität bis zu 88,1 PB pro Nodes-Paar und bis zu 12 Paare, bei einer maximalen Cluster-Kapazität von 356 PB und bis zu 64 Fibre-Channel-Ports und bis zu 64 10-GbE- und 32 40-GbE-Ports. Die AFF A700s kann bis zu 39 PB pro Nodes-Paar und bis zu 12 Nodes-Paaren mit einer gesamten Cluster-Kapazität von bis zu 155 PB skalieren – mit bis zu 16 Fibre-Channel-Ports und 24 10-GbE- oder 12 40-GbE-Ports.

Die SF-Serie NetApp SolidFire skaliert von 4,8 bis zu 9,6 TB in einem einzigen Speicherknoten mit einem Controller und mit bis zu 100 Nodes in einem Cluster bei einer Gesamtkapazität von 960 TB. Jeder Knoten verfügt über zwei 10-GbE-Ports und 10 SSDs.

Pure Storage

Das FlashArray//M All-Flash-System von Pure Storage gibt es in vier Ausführungen, die von 30 TB bis zu 1,5 PB reichen. Mehrere Boxen können miteinander verbunden und wie ein einziges System verwaltet werden.

Das FlashArray//X von Pure Storage ist ein neues All-Flash-System auf der Basis von NVMe, dem schnellsten Flash-Typ. Ein einziges //70-Array mit drei Höheneinheiten verfügt über eine effektive Kapazität von 1,1 PB, eine Latenzzeit von etwa einer Mikrosekunde und sehr hohen IOPS- und Durchsatzfeatures. Das System kann bis zu 15 PB in einem Rack skalieren und bietet außerdem Thin Provisioning, Deduplizierung und Komprimierung an.

FlashBlade von Pure Storage unterstützt NFS und Object Storage. Dieses All-Flash-Array verfügt über Blades mit 8 TB und 52 TB Kapazität. Ein voll besetztes Array hat 15 Blades und bis zu 780 TB an Rohkapazität.

All-Flash-Arrays im Vergleich
Abbildung 1: All-Flash-Arrays im Vergleich

Tegile

Das IntelliFlash HD-Portfolio von Tegile bietet vier All-Flash-Array-Modelle an, die von 307 TB bis zu 1,8 PB effektiven Kapazitäten in einem Chassis aus 5 Höheneinheiten mit Dual Active/Active-Controllern reichen. Sie besitzen acht oder 16 Ports mit 1 GbE, 10 GbE oder Fibre Channel. Durch den Einsatz von mehreren Controllern lassen sich größere Systeme erzeugen.

Das Tegile T-Series-Portfolio stellt vier All-Flash-Modelle mit Gestellen von zwei bis fünf Höheneinheiten zur Verfügung, die beim T4500 ein effektives Speicherminimum von 22 TB und beim T4800 ein Maximum bis zu 1,241 PB besitzen. Tegile bietet ferner entsprechende hybride Modelle in Ergänzung zu den All-Flash-Versionen an. Alle bieten Fibre-Channel- und 1-GbE- oder 10-GbE-Module an und außerdem SMB- und NFS-Unterstützung.

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Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

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