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Microsoft Azure Blob Storage im Überblick

Microsoft hat seine Cloud-Speicher-Lösung Azure Blob Storage um eine preiswertere Variante erweitert. Unsere Übersicht erklärt die möglichen Optionen.

Mit Azure Blob Storage bietet Microsoft einen Cloud-Speicher für unstrukturierte Daten. Bei diesem Speichermodell können Anwenderunternehmen eine Zugriffsebene festlegen, in Abhängigkeit davon, wie oft auf die Daten zugegriffen wird.

Microsoft hat dieses Angebot von Azure um eine Variante erweitert. So können Unternehmen nun zwischen „Hot“ („Heiss“) und „Cool“ („Kalt“) in Sachen Daten unterscheiden, was sich im Preis niederschlägt.

Blob-Speicherkonten sind für unstrukturierte Daten gedacht. Wenn sich Unternehmen für diese Speicherkonten interessieren, gilt es sich vorher über die Art der Daten im Klaren zu sein. So können sich Daten hinsichtlich der Zugriffshäufigkeit und der Aufbewahrungsdauer unterscheiden.

Manche Daten werden in der Cloud einfach nur vorgehalten, es erfolgt nur ein seltener oder manchmal gar kein Zugriff. Bei anderen Daten ändert sich unter Umständen die Zugriffshäufigkeit über die Lebensdauer der Daten hinweg. Zudem können sich natürlich auch große Unterschiede, etwa im Hinblick auf die Änderungen der Daten ergeben.

Welche Daten eignen sich nun für die Einstufung als „Kalt“? Hier können Unternehmen beispielsweise Daten ablegen, die zur Sicherung oder Notfallwiederherstellung dienen. Ebenso nennt Microsoft hier als Beispiel Archivdaten oder auch Rohdaten, die bereits verarbeitet wurden, aber im Originalformat erhalten bleiben müssen. Das kann insbesondere für Medieninhalte gelten.

Sollen die Daten aktiv verwendet und dementsprechend häufig zugegriffen werden (Lesen und Schreiben), dann eignet sich die Einstufung „Cool“ nicht. Insbesondere, da sich die Zugriffshäufigkeit auch im Preis wiederfindet (mehr zu den Kosten weiter unten im Artikel). 

Abbildung 1: Im Azure-Portal kann man die Zugriffsebene (Access tier) für den Blob-Storage-Konto festlegen.

Redundanz-Optionen

Microsoft unterscheidet bei Azure Blob Storage verschiedene Redundanz-Optionen, die sich ebenfalls im Preis niederschlagen. Die einfachste Variante trägt das Kürzel LRS (Lokaler Redundanter Speicher): Hierbei werden mehrere synchrone Kopien der Daten innerhalb eines einzigen Rechenzentrums erstellt. Dies gilt auch für die Variante GRS (Geografisch Redundanter Speicher), hier werden aber zusätzlich mehrere asynchrone Kopien in einem zweiten, entfernten Rechenzentrum angelegt. Microsoft spricht hier auch von Regionen. Wenn die primäre Region beispielsweise Westeuropa ist, dann erfolgt das Speichern der asynchronen Kopien in die sekundäre Region, in diesem Fall Nordeuropa.

Bei der Option Zonenredundanter Speicher (ZRS) werden drei Kopien der Daten in mehreren Rechenzentren innerhalb einer Region oder über Regionen hinweg gespeichert. Die Maximalausbaustufe in Sachen Verfügbarkeit ist die Variante RA-GRS (Georedundanter Speicher mit Lesezugriff). Hier wird ein schreibgeschützter Zugriff auf die Daten an einem sekundären Standort angeboten. Sind die Daten in der ersten Region nicht verfügbar, können die Anwendungen die Daten aus der sekundären Region einlesen.

Wie sieht es nun mit den SLA in Sachen Hochverfügbarkeit aus? Die Verfügbarkeit liegt für den Zugriffstarif „Cool“ bei 99 Prozent und beim Tarif „Hot“ bei 99,9 Prozent. Die Verfügbarkeit für RA-GRS-Lesevorgänge liegt bei „Cool“ bei 99,9 Prozent und bei „Hot“ bei 99,99 Prozent. Die Details finden sich in den SLA für Speicher.

Nach Angaben von Microsoft sind Speicherkonten standardmäßig geografisch redundant. Wer georedundanten Speicher mit Lesezugriff möche oder wem lokale Redundanz genügt, der kann dies im Microsoft Azure Portal oder über die Dienstverwaltungs-API ändern.

Was kostet Azure Blob Storage?

Das Preismodell für Blob-Speicher ist nicht einfach kapazitätsbasiert, sondern setzt auf einen Zugriffstarif. Will heißen, die Kosten hängen nicht nur von der Menge der Daten ab, sondern unter anderem auch von der Häufigkeit der Zugriffe. Im Zugriffstarif „Hot“ sind die Speicherkosten höher, die Zugriffs- und Transkationskosten etwas günster. Dementsprechend sind im Vergleich die Speicherkosten im Zugriffstarif „Cool“ geringer, dafür fallen höhere Zugriffs- und Transaktionskosten an.

Unternehmen sollten daher vorab sehr genau überlegen, welche ihrer Daten sich für welche Speichervariante eignen. Der Wechsel von „Hot“ zu „Cool“ ist laut Microsoft kostenlos. Bei einem Zugriffstarifwechsel von „Cool“ zu „Hot“ fällt hingegen eine Gebühr an. Bis zum 30. Juni 2016 läuft noch eine Testphase, in der auch dieser Wechsel kostenlos ist.

Abbildung 2: Die Zugriffshäufigkeit schlägt sich neben den Speicherkapazitäten im Preis nieder und hängt zudem von der gewählten Zugriffsebene („Heiss” oder „Kalt”) ab.

Die Preise für den Cloud-Speicher setzen sich also aus unterschiedlichen Faktoren zusammen: dem Zugriffstarif („Hot“oder „Cool“), der Redundanz, der Speichermenge sowie der Zugriffe. Hat man den Speicher als „Cool“ eingestuft, schlägt aktuell (Stand Juni 2016) auch das Abrufen und Schreiben von Daten preislich zu Buche. Beim „Hot“-Storage fallen hierfür keine Kosten an. Bei der Einstellungen „Kalt“ sind die Kosten für die eigentliche Datenspeicherung dafür günstiger. Transaktionskosten fallen bei beiden Tarifen an – diese sind bei „Cool“ aber höher als bei „Hot“.

Da wie oben erwähnt der Wechsel von „Heiss“ zu „Kalt“ kostenfrei ist, kann es unter Umständen sinnvoll sein, zunächst „Heiss“ zu wählen und über einen bestimmten Zeitraum zu beobachten, wie das Zugriffsverhalten tatsächlich ist, um dann die Kosten zu optimieren. Microsoft berechnet die Speicherkapazität auf der durchschnittlichen gespeicherten Datenmenge in GByte pro Tag, abgerechnet wird monatlich.

Microsoft bietet für Firmen einen Daten-Import-Export-Dienst an, um die Daten beispielsweise schnellstmöglich nach Azure zu transferieren. Das geschieht mithilfe von Festplatten, die ans Rechenzentrum angeliefert werden können. Weitere Informationen hierzu finden sich hier.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2016 aktualisiert

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