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Microsoft Azure File Storage an Linux anbinden

Mit Azure File Storage bietet Microsoft SMB-Freigaben in Microsoft Azure an. In wenigen Schritten lassen sich diese an Linux-Server anbinden.

Mit Azure File Storage erstellen Administratoren in der Cloud eine Dateifreigabe. Für die Dateifreigabe ist kein Dateiserver notwendig, sondern es handelt sich um einen Cloud-Dienst. Die Freigabe ist über das Server Message Block Protokoll (SMB) erreichbar und zwar für virtuelle Server in Microsoft Azure, für Server in lokalen Netzwerken, für Cloud-Dienste, ältere Anwendungen, aber auch für Linux-Server.

Erstellt werden die Freigaben über das Azure-Portal, oder mit der PowerShell, wenn eine Anbindung an Azure erfolgt ist. Nutzen Administratoren Linux, um eine Dateifreigabe in Azure zu verbinden, muss darauf geachtet werden, dass der SMB-Client in Linux noch keine Verschlüsselung unterstützt. Das schränkt den Zugriff für Linux ein.

Um das Problem zu kompensieren, muss sich der Linux-Client in der gleichen Region befinden, in der auch die Dateifreigabe erstellt wird. Es ist aber zu erwarten, dass die Verschlüsselung für Linux in verschiedenen Distributionen mit der Zeit zur Verfügung stehen wird. Das ist derzeit allerdings noch eine Baustelle zwischen den Linux-Entwicklern und Microsoft.

Virtuelle Linux-Server mit Azure Storage verwenden

An Azure Storage lassen sich virtuelle Server anbinden, die in Microsoft Azure erstellt wurden. Hierin sieht Microsoft den gängigste Anwendungsfall der Anbindung. Im Katalog stehen verschiedene Distributionen zur Verfügung. Microsoft empfiehlt den Einsatz folgender Images in Microsoft Azure, beziehungsweise deren Pendant bei der Installation in anderen Cloud-Diensten oder On-Premise:

  • Ubuntu Server 14.04
  • Ubuntu Server 15.04
  • CentOS 7.1
  • Open SUSE 13.2
  •  SUSE Linux Enterprise Server 12
  •  SUSE Linux Enterprise Server 12 (Premium-Image)

Steht der SMB/CIFS-Client auf dem Linux-Server nicht zur Verfügung, kann dieser relativ leicht eingebunden werden. Der Befehl dazu ist folgender:

sudo apt-get install cifs-utils

Dieser Befehl ist zum Beispiel auch dann notwendig, wenn ein virtueller Linux-Server in Microsoft Azure eine Verbindung zur Dateifreigabe aufbauen soll. Danach erfolgt die Einbindung der Freigabe. Ist die Freigabe verfügbar, kann sie in der Linux-Shell eingebunden werden. Über einen Bereitstellungspunkt wird die Freigabe verbunden:

sudo mount -t cifs //myaccountname.file.core.windows.net/mysharename ./mymountpoint -o vers=3.0,username=myaccountname,password=↵ 
StorageAccountKeyEndingIn==,dir_mode=0777,file_mode=0777

Zusätzlich lässt sich auch festlegen, dass die Freigabe nach einem Neustart automatisch wieder eingebunden wird. Dazu muss /etc/fstab erweitert werden:

//myaccountname.file.core.windows.net/mysharename /mymountpoint cifs vers=3.0,username= myaccountname,password= StorageAccountKeyEndingIn==,dir_mode=0777,file_mode=0777

Der Mode 0777 entspricht dem Zugriff mit Lese-, Schreib- und Ausführungsrechten.

Freigaben in Azure Storage in Azure VMs einbinden

Wird ein virtueller Linux-Server in Microsoft Azure verwendet, kann dieser nach der Erstellung sofort eine Verbindung mit Azure File Storage aufbauen. Die Befehle dazu sind am Beispiel von Ubuntu folgende:

sudo mkdir /mnt/mountpoint

sudo mount -t cifs //myaccountname.file.core.windows.net/mysharename /mnt/mountpoint -o vers=3.0,user=myaccountname,password=↵ 
StorageAccountKeyEndingIn==,dir_mode=0777,file_mode=0777

df -h /mnt/mountpoint

//myaccountname.file.core.windows.net/mysharename  5.0T   64K  5.0T   1% /mnt/mountpoint

Beim Einsatz von CentOS sind die Befehle identisch. Allerdings unterstützt Azure File Storage CentOS erst ab Version 7.1. Ältere Versionen unterstützen keine Kommunikation mit Azure File Storage. Die Installation des CIFS-Clients erfolgt mit:

sudo yum install samba-client samba-common cifs-utils

Wird ein OpenSUSE-Server verwendet, ist die Syntax ebenfalls identisch, die notwendigen Erweiterungen werden aber mit dem folgenden Befehl installiert:

sudo zypper install samba*

Generell muss bei der Anbindung von Azure File Storage an lokal betriebene Linux-Server beachtet werden, dass nur SMB 3.0 unterstützt wird. Nur wenn die Linux-Version SMB 3.0 unterstützt, kann sie mit Azure File Storage lokal arbeiten. Innerhalb von Azure akzeptiert Azure File Storage auch SMB 2.1.

Datenaustausch zwischen verschiedenen Clients

Sobald die Freigabe auf dem Linux-Server verbunden ist, lässt sie sich nutzen, wie jede andere Freigabe auch. Wird eine Datei in der Freigabe erstellt, ist diese auf den anderen angebundenen Server verfügbar. Mit einer Azure- Storage-Freigabe lassen sich problemlos mehrere Server verbinden. Die Dateien, die auf den Linux-Servern erstellt oder kopiert werden, sind auf allen anderen angebundenen Servern verfügbar, auch auf Windows-Servern. Außerdem sind die Dateien auch über das Azure-Portal zugänglich. Laden Administratoren, Entwickler oder Anwender Dateien über das Webportal oder die PowerShell hoch, dann sind die Dateien auf den anderen angebundenen Servern nutzbar.

Abbildung 1: Die Dateifreigaben können Administratoren schnell und einfach im Azure-Portal erstellen.

Wenn eine Datei auf einem Server erstellt wird, lässt sie sich auf anderen Servern weiterbearbeiten. Die Änderungen sind nach dem Speichern sofort verfügbar, auch auf den anderen Servern, und ebenfalls im Azure-Web-Portal. Dadurch lässt sich die Freigabe beispielsweise als gemeinsamer Speicherort für Konfigurationsdateien nutzen.

Preise für die Nutzung in Linux

Azure Storage ist kein Dienst der Vorabkosten verursacht. Es spielt also zunächst keine Rolle, welches Betriebssystem eingesetzt wird. Microsoft verrechnet die tatsächlich gespeicherten Daten, unabhängig davon, ob diese von Windows- oder von Linux-Servern verursacht wurden. Hier integriert sich Azure File Storage in die Preisarchitektur der restlichen Storage-Lösungen in Microsoft Azure.

Fazit

Azure File Storage bietet Unternehmen die Möglichkeit, zentrale Dateifreigaben zu erstellen, die sich in Cloud-Diensten und Netzwerken überall anbinden lassen, wo SMB verfügbar ist. Der Dienst hilft dabei, ältere Anwendungen in die Cloud zu migrieren, die zum Beispiel Zugriff auf eine Dateifreigabe benötigen. Da sich Linux genauso anbinden lässt wie Windows, können Administratoren in wenigen Schritten eine Freigabe erstellen und unter Linux anbinden.

Der Umgang mit der Freigabe entspricht der Freigabe herkömmlicher Dateifreigaben. Dazu lässt sich der Dienst sehr schnell produktiv nutzen. Auch für den Datenaustausch zwischen Linux-Servern an verschiedenen Standorten kann die Funktion genutzt werden.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2016 aktualisiert

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