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Mit diesem Plan holen Sie das Optimum aus Software-defined Storage (SDS) heraus

Software-defined Storage (SDS) bietet viele neue Möglichkeiten. Allerdings muss man gezielt und geplant vorgehen, um maximale Vorteile auszuschöpfen.

Software-defined Storage (SDS) ermöglicht es Unternehmen, die Kosten von Hardware und Software zu trennen, wenn sie ihre Storage-Infrastruktur aufbauen.

Außerdem können bei SDS Open Source oder lizenzierte Softwarelösungen auf physischer Infrastruktur (normalerweise generischer Hardware) installiert werden. Der Vorteil von SDS gegenüber traditionellen Appliances liegt darin, dass die IT-Abteilung die Anschaffungskosten jeder einzelnen Infrastrukturkomponente je nach Bedarf optimieren kann. Beispielsweise können Hardwaregeräte im Hinblick darauf ausgesucht werden, ob sie in bestehende Support-Modelle oder interne Vorgaben passen.

SDS ist einsatzreif

SDS ist eine realistische Option für Storage geworden, weil die Hersteller in den vergangenen fünf Jahren ihre Produkte angepasst haben. Diese sind jetzt großenteils zur Zusammenarbeit mit „Off-the-Shelf“-Architekturen bereit. Die Komplexität speziell zugeschnittener Hardware wurde reduziert. Heutzutage sind Server, Controller, Hard Drives und SSDs relativ günstig und zuverlässig. Deswegen kann heute vieles mit Commodity-Hardware erreicht werden, wofür früher speziell zugeschnittener Hardware nötig war. Der entscheidende Vorteil von SDS liegt in der Software, die schlauer geworden ist.

Die Vorteile von SDS gegenüber traditionellen Systemen

Die bei SDS nötige Eigeninitiative mag auf den ersten Blick einschüchternd wirken. Aber die Herausforderung ist nicht so groß, wie sie scheint. Zum Beispiel ist die Mehrheit moderner Objekt-Storage-Plattformen dafür ausgelegt, dass sie von Software dominiert werden. Der Kunde erhält vom Hersteller die Wahlmöglichkeit, Hardware nach eigenen Vorstellungen auszusuchen oder sich an ein Referenz-Design zu halten. SDS bietet zudem operative Vorteile, die sich nur mit Software realisieren lassen, wie etwa die Anbindung an die Public Cloud. Die meisten SDS-Systeme können als virtuelle Maschinen oder Public-Cloud-Instanzen laufen. Das eröffnet einen praktischen Weg, um Daten in und aus der Cloud zu schieben, ohne an das Storage-Produkt eines Cloud-Service-Providers gebunden zu sein.

Die Auswahl der richtigen Hardware

Die Auswahl der richtigen Hardwareplattform ist ein wichtiger Schritt in der Implementierung einer SDS-Infrastruktur. Dafür gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Auf Commodity-Hardware setzen, die vom SDS-Anbieter empfohlen wird. Dafür gibt es eine Liste und diese sind vorgetestet und validiert.
  2. Die IT-Abteilung sucht eigene Commodity-Hardware aus und die Produkte werden direkt gekauft.
  3. SDS läuft als virtuelle Instanzen komplett auf virtueller Infrastruktur.

Den Empfehlungen des SDS-Anbieters zu folgen, hat Vorteile. Wenn die Systeme getestet und validiert sind, ist es unwahrscheinlich, dass es zu Firmware- oder Treiber-Kompatibilitätskonflikten oder unangenehmen Überraschungen kommt. Zudem wird der Anbieter darauf achten, dass die eigenen Systeme optimal unterstützt werden mit einer Kombination von Prozessor, Memory, Flash und Disk.

Eine selbstgebastelte Lösung stellt die IT-Abteilung vor die Herausforderung, das Testen und die Konfiguration zu übernehmen und die Komponenten abzustimmen, ohne Ressourcen zu verschwenden und Flaschenhälse zu vermeiden.

Hersteller bieten oft für die Produkte auf ihrer Empfehlungsliste auch Support an, was den IT-Abteilungen die Arbeit erleichtert, aber das ist natürlich kostenpflichtig. Wenn es bereits einen Support-Vertrag mit dem Hersteller gibt, bietet es sich an, zu verhandeln und darauf zu bestehen, dass SDS ohne Zusatzkosten in den bestehenden Vertrag aufgenommen wird.

Eine richtige oder falsche Entscheidung gibt es nicht. Es hängt vom bestehenden Verhältnis zum Anbieter ebenso ab wie von der Fähigkeit der IT-Abteilung, Hardwarevalidierung in allen Aspekten durchzuführen. Oft ist es für letzteres nötig, neue Fähigkeiten zu erwerben und operative Prozesse auszubauen.

Management und Überwachung

Wenn man einen traditionellen Hersteller heranzieht, bietet dies den Vorteil, dass sie auf Erfahrung aus vielen unterschiedlichen Kundenszenarien zurückgreifen können. So sind Verhaltensmuster und Produktlebenszyklen sowie Leistungsprobleme von bestimmten Controller-Karten bekannt.

Beim Selbstbau einer SDS-Struktur durch die IT-Abteilung müssen Prozesse eingerichtet werden, um potentielle Probleme zu identifizieren. Sonst können Risiken und mögliche Zusatzkosten auf das Unternehmen zukommen.

Gesamtbetriebskosten feststellen

Eine Gesamtbetriebskostenberechnung (engl. Total Cost of Ownership, TCO) ist notwendig, um festzustellen, ob SDS gegenüber traditionellen Lösungen echte Kostenvorteile bietet.

Einige Bestandteile der TCO-Kalkulation haben wir bereits beleuchtet, wie Eigenbau oder Herstellerempfehlung, das Design und den Support sowie das Monitoring. All dies muss berücksichtigt werden, um die TCO zu ermitteln.

Es gibt aber auch Unternehmen, die auf TCO verzichten und einfach die Kosten der Hardwareanschaffung vergleichen. Dies kann genügen, wenn die operativen Kosten von SDS nicht groß ins Gewicht fallen. Man sollte aber die Kostenentwicklung genau beobachten und entsprechend reagieren.

Ständige Verbesserung

SDS wird immer besser. Während traditionelle Storage-Hersteller konservativ sein müssen, um ihre Kunden nicht zu verprellen und beispielweise auf den Einsatz der neuesten Hochkapazitätsfestplatten lieber verzichten, kann man bei SDS agiler und experimentierfreudiger sein. Und mittelfristig kann durch den Einsatz neuer und moderner Komponenten Geld gespart werden.    

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Nächste Schritte

Software-defined Storage (SDS) wird die Zukunft des Rechenzentrums bestimmen.

Wie SDN und SDS künftige Cloud-Architekturen gestalten.

Die besten SDS-Architektur-Optionen.

Software-defined Storage: Die versteckten Kosten von SDS-Produkten.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2017 aktualisiert

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