Public Cloud: Welche Daten man unter welchen Bedingungen verschieben kann

Bevor Sie eine Public Cloud nutzen, müssen Sie Ihre Workloads und Anwendungsfälle bewerten. Performance, Security und Verfügbarkeit sind wichtig.

Eine Möglichkeit, um mit einer Cloud zu beginnen, ist sicherlich die Verwendung von Object Storage und herkömmliche Hardware. Allerdings ist das nicht immer zwingend die beste Herangehensweise. Objekt-Repositories eignen sich großartig, wenn Sie die Storage-Anforderungen für neue, speziell für die Cloud entwickelte Applikationen unterstützen wollen, die über ein RESTful API (Application Programming Interface) verfügen. In Bezug auf existierende Applikationen ist es für Kunden oftmals besser, anders an die Geschichte heranzugehen. Sie sollten die Vorteile von öffentlichen Cloud Block Storage-Services, Cloud Storage Gateways oder anderen Produkten von Drittanbietern verwenden, die mit einer oder mehreren Public Clouds im Einklang stehen.

Wie finden Sie nun also heraus, welche Workloads und Anwendungsfälle für Storage in der Public Cloud geeignet sind? Die Cloud sieht aus Sicht der Kosten und Skalierbarkeit möglicherweise attraktiv aus. Allerdings eignen sich gewisse Workloads und Storage-Anwendungsfälle besser für die Cloud als andere.

Beschäftigen wir uns zunächst mit etwas Hintergrundinformationen. Öffentliche Cloud-Storage-Optionen für Business und Unternehmen haben einen weiten Weg hinter sich gebracht, seit die Taneja Group erstmals im Jahre 2008 darüber berichtete. Amazon bleibt zwar Klassenprimus, aber Kunden stehen heutzutage mehr Anbieter und Storage-Optionen zur Auswahl. Einige davon bieten bessere Funktionalität und sind kostengünstiger. Die laufende Entwicklung, Innovation und stärkerer Konkurrenzkampf machen Cloud-Storage-Optionen so attraktiv wie niemals zuvor.

Die großen Cloud-Anbieter für den Enterprise-Markt bieten in der Regel drei grundlegende Storage-Services an:

  • Block Storage, das eng mit einer Cloud-Computing-Plattform verbunden ist. Dazu gehören zum Beispiel Amazon Web Services (AWS) Elastic Block Storage (EBS), Hewlett Packard (HP) Cloud Block Storage und Windows Azure Block Blob Storage.
  • Unabhängiges Block Storage, wie zum Beispiel Amazon Simple Storage Service, HP Cloud Object Storage und Windows Aure Blob Storage.
  • Content Delivery Network Service, wie zum Beispiel Amazon CloudFront, HP Cloud CDN und Windows Azure CDN.

Die Möglichkeiten von Object Storage sind in erster Linie für Entwickler interessant, die speziell für die Cloud programmierte Applikationen entwerfen, die wiederum auf Frameworks der nächsten Generation basieren. Auf der anderen Seite ist die Block-Storage-Option in erster Linie für die Unterstützung traditioneller Storage-Anforderungen von existierenden Applikationen gedacht.

Neben den grundlegenden Cloud-Storage-Optionen bieten die Cloud-Storage-Provider oftmals zusätzliche, mit Storage verbundene Dienste an. Damit werden spezielle Anwendungsfälle adressiert, wie relationale und nicht-relationale Datenbanken, Datenbank-Replikation, Langzeit-Archivierung (unter anderem Amazon Glacier) und Cloud Storage Gateways. Zu letzterem gehören AWS Storage oder Microsoft / StorSimple Cloud-Integrated Enterprise Storage. Weiterhin sind einige Cloud-Backup-Produkte von Drittanbietern verfügbar.

In erster Linie diktieren allerdings Ihre Applikationen und Service-Level-Anforderungen, welche Workloads und Storage-Anwendungsfälle am besten für die Cloud geeignet sind. Für die Planung und Evaluierung ist es nützlich, wenn Sie Ihre Storage-Anforderungen basierend auf zwei Schlüssel-Elementen klassifizieren: Wert und Sensibilität Ihrer Daten sowie die Natur Ihrer Storage-Anwendungsfälle und deren Workloads.

Einfach gesagt: je wertvoller und sensibler die Daten sind, desto höhere Ansprüche stellen Sie an die Security und Konformität. Die Sicherheit in der Public Cloud hat sich ständig verbessert. Allerdings können die Storage-Anforderungen für hochgradig regulierte Daten, die strikte Security, Privatsphäre und / oder andere Standard-Vorschriften erfüllen müssen, nicht adressiert werden. Beispiele sind sensible medizinische Daten und Finanz-Informationen, die staatlichen Regelungen unterliegen. Dazu gehören zum Beispiel die Payment Card Industry Data Security Standards (PCI-DSS). Viele weitere staatliche Daten fallen ebenfalls in diese Kategorie. Sollten Ihre Daten nicht im Geringsten kompromittiert werden dürfen und Sie müssen diese vor unautorisierten Zugriffe oder Verlust schützen, sollten Sie diese nicht in einer Public Cloud ablegen.

Die Storage-Angebote der öffentlichen Cloud liefern in der Regel nicht die Performance und Verfügbarkeit, die für produktive Applikationen notwendig sind. Aus diesem Grund bieten die Provider nicht mehr als die minimalen Verfügbarkeits-Versprechen in Ihren Leistungs-Verträgen an. Über Performance wird erst gar nicht gesprochen. AWS garantiert zum Beispiel 99,95 Prozent Verfügbarkeit für die Infrastruktur der Elastic Compute Cloud (EBS). In Zahlen ist das eine Ausfallzeit von 21 Minuten pro Monat. Diese Garantie lässt sich relativ einfach aufrechterhalten, selbst wenn bestimmte Workloads eines Kunden abstürzen. Die Verfügbarkeit definiert sich hier so, dass mindestens eine Instanz Verbindung zu Außenwelt hat und mindestens ein dazugehöriger Datenträger Input/Output oder Lesen/Schreiben in irgendeiner Form liefert.

Öffentliches Cloud-Storage eignet sich am besten in einem Bereich, in dem der Wert und die Sensibilität der Daten relativ gering ist. Der Fokus liegt auf Anwendungsfällen bei Tier-2 oder Tier-3. Dazu gehören Entwicklung, Tests, Backup, Disaster Recovery oder Archivierung. In solchen Fällen ist öffentliches Cloud-Storage eine ideale Lösung. Das liegt daran, dass die Ansprüche an das Storage in Bezug auf Performance, Verfügbarkeit und Security recht entspannt sind. Die Kunden können allerdings die Vorteile der extremen Skalierbarkeit und der attraktiven Preise der Public Cloud nutzen.

Artikel wurde zuletzt im April 2014 aktualisiert

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