Remote-Backups von Notebooks bleiben für viele Unternehmen eine Herausforderung

Die Verwendung von Notebooks setzt Remote-Backup-Lösungen voraus, die hybrid arbeiten und lokales Backup bei Netzwerkverbindungen online ablegen.

Weil Mitarbeiter immer mehr auf Notebooks und andere Mobilgeräte angewiesen sind, erweist sich das Remote-Backup von Notebooks als zunehmendes Problem. Mit ihm beschäftigen müssen sich Organisationen, die Daten für den Fall schützen wollen, dass Ausrüstung verlorengeht oder gestohlen wird.

„Es liegen unglaublich viele wertvolle Daten auf den mobilen Rechnern und Geräten jedes Einzelnen herum. Aufgrund der Mobilität der Belegschaft und der Streuung wichtigen geistigen Eigentums innerhalb des Unternehmens wird immer häufiger gefragt, was passiert, wenn Geräte verloren oder gestohlen werden“, sagt Karen Jaworski, Senior Director Produktmarketing von i365 (einem Unternehmen der Seagate Gruppe).

In diesem Tutorial zum Thema Remote-Backups für Laptops lernen Sie verschiedene Backup-Optionen kennen. Sie erfahren, wie manche Unternehmen mit der Datensicherung bei Notebooks umgehen, und welche Best Practices Experten in diesem Bereich empfehlen.

DIE LAGE BEI REMOTE-BACKUPS

Aus einer Studie unter 140 IT-Führungskräften in den USA berichtet der Backup-Software-Anbieter Druva Software, 89 Befragte gäben an, ihre Organisation verfüge über keine Richtlinie zum Backup von Notebooks. Von diesen 89 sagten 27, sie gingen davon aus, dass Backups von Notebooks nicht erforderlich seien. Weitere 29 gaben an, sie seien sich der Risiken bewusst, hätten aber derzeit keine gute Lösung dafür.

25 der übrigen Befragten sagten, sie hätten Aufgaben mit höherer Priorität zu erledigen als Remote-Backups von Notebooks. Die verbleibenden acht meinten, der Prozess sei zu komplex oder würde gar die Produktivität während der Arbeitszeit beeinträchtigen. Und von den 140 befragten Führungskräften glaubten mehr als drei Viertel, dass die durch ein verlorengegangenes Notebook verursachten Kosten bei unter 10.000 US-Dollar liegen.

Laut einer durch Intel beauftragten Befragung durch das Ponemon Institute von 329 privaten und öffentlichen Organisationen, betragen die Kosten eines verlorengegangenen oder gestohlenen Notebooks jedoch durchschnittlich 49.246 US-Dollar pro Gerät. Insgesamt soll der Schaden durch verlorene Notebooks bei den befragten Organisationen 2,1 Milliarden Dollar innerhalb der vergangenen zwölf Monate betragen haben.

Dazu heißt es in der Studie: „Dabei sind es sind nicht nur die Wiederbeschaffungskosten, die Unternehmen beunruhigen sollten. Es sind eher die Daten und das Risiko von Datenschutz-Verstößen, die ernsthafte finanzielle Folgen haben können. Die Kosten für einen Datenschutz-Verstoß wurden in der Studie aus dem Jahr 2009 auf rund 80 Prozent an den Gesamtkosten eines verlorenen Notebooks geschätzt. Der reine Ersatz des Computers macht dagegen nur zwei Prozent aus.

MÖGLICHKEITEN FÜR REMOTE-BACKUPS BEI NOTEBOOKS

Laut Lauren Whitehouse, Senior Analyst der Enterprise Strategy Group, fällt die Aufgabe der Backup-Erstellung bei Notebooks entweder den Endanwendern oder der Unternehmens-IT zu. Wenn Endanwender die Notebook-Backups erledigen, bedeutet dies zumeist, dass sie jeweils dann stattfinden, wenn es den Nutzern am besten passt und möglichst nicht ihre Arbeit unterbricht. Backups den Benutzern zu überlassen, birgt jedoch einige Probleme. So könnten sie auf Medien erstellt werden, die nicht dem Zugriff der IT unterliegen. Und die Benutzer sind nicht in jedem Fall motiviert, die Unternehmensrichtlinien zur Datensicherung einzuhalten.

Stattdessen die Verantwortung für Backups der IT-Abteilung zu übertragen, erlaubt die Festlegung von Richtlinien: welche Art von Daten sind zu sichern, wann sollen die Backups stattfinden, wo werden sie gespeichert und für wie lange. Außerdem können Prozesse wie Deduplizierung die Backups effizienter machen. Jedoch kann es bei zentralisierten Remote-Backups von Notebooks Einbußen bei der Effektivität geben, wenn die Geräte zum vorgesehenen Backup-Zeitpunkt nicht am Netz sind. Zudem können auch Einschränkungen in der Bandbreite während des Remote-Betriebs Backups und Wiederherstellungen deutlich verlangsamen. Und um eigene Daten wiederherzustellen, müssen die Anwender oft erst ein Support-Ticket in der IT eröffnen.

Eine weitere Option für Endgeräte sind Cloud-Backups bzw. Software-as-a-Service (SaaS). Hierbei bietet ein Drittanbieter auf Basis eines Abonnements Ressourcen an, auf die nach Bedarf zugegriffen werden kann. Die Administration kann von Endgeräte-Anwendern oder einem Backup-Administrator übernommen werden, und Benutzer können eine Wiederherstellung im Self-Service vornehmen. Wie im Fall von Server-basierten Backups muss das Gerät jedoch auch hier mit einem Netzwerk verbunden sein, damit die Datensicherungen ausgeführt werden können. Zudem müsste eine Organisation ihre Daten zu Backup-Zwecken an Dritte übergeben.

Noch eine Option sind Hybrid-Lösungen aus lokalen und zentralisierten Backups. Hierbei werden Sicherungskopien lokal auf dem Gerät bereitgestellt (selbst dann, wenn keine Netzwerk-Verbindung vorliegt). Anschließend werden diese mit einem zentralen Repository synchronisiert, sobald eine Netzwerk-Verbindung verfügbar ist. Laut Whitehouse erfüllt diese Methode zwar die Bedürfnisse von IT und Endanwendern gleichermaßen, ist aber weniger effizient, weil dabei zwei Backup-Repositories gebraucht werden.

Laut Howard Marks, Gründer und Chefwissenschaftler von DeepStorage.net, sind viele Unternehmen bezüglich Notebook-Backups noch nicht gut vorbereitet. „Unglücklicherweise besteht der Ansatz der meisten Unternehmen darin, sich schlichtweg nicht weiter mit dem Problem zu befassen. Die beliebteste Lösung scheint hier in der Tat zu sein, den Kopf in den Sand zu stecken“, berichtet er.

Backup-Lösungen sollten idealerweise vollständig automatisiert und möglichst transparent für alle Benutzer sein, so Marks weiter. Dabei sollte dieser Prozess aber nicht überpriorisiert werden: „Backups sind wichtig. Aber wenn Ihr Verkäufer im Marriott absteigt und 12,95 Dollar für langsamen WLAN-Zugriff bezahlen muss, dann will er damit seine E-Mails lesen. Er möchte aber ganz bestimmt nicht, dass die Backup-Anwendung ihm das Notebook wegnimmt. Sie sollten sich für Software entscheiden, die hier die Balance halten kann“.

REMOTE-BACKUPS BEI NOTEBOOKS KOMMEN OFT SPÄT

Manche Organisationen befassen sich erst dann ernsthaft mit Daten-Sicherung, wenn es in diesem Zusammenhang zu einem Problem gekommen ist. Das beobachtet Rachel Dines, Analystin für Infrastruktur und Operations bei Forrester Research. „Ich bin überzeugt, dass viele Unternehmen bereits Erfahrungen mit verlorenen oder beschädigten Geräten gesammelt haben. Und sobald dies eine gewisse Größenordnung hat und beginnt, die Produktivität zu beeinträchtigen, realisieren sie, dass eine Investition unvermeidbar ist“, erklärt Dines.

Die Haltung der Unternehmen sei sehr reaktiv. „Genau das können Sie ganz allgemein beobachten, wenn es um Backups und Disaster Recovery geht. Niemand will in Disaster Recovery investieren, bis tatsächlich eine Katastrophe eingetreten ist. Dasselbe gilt für Backups“, sagt Dines.

Laut der Analystin gibt es inzwischen gute Tools für diese Zwecke. Der Markt und die Lösungen seien jedoch der Akzeptanz seitens der Endanwender noch weit voraus: „Remote-Backups von Notebooks sind in Großunternehmen und KMUs weniger verbreitet, als es der Fall sein müsste. Aber sie sind ein heißes Thema. Ich bekomme von unseren Kunden viele Fragen zu PC-Backups – welche Produkte man verwenden sollte oder wie man am besten vorgeht“.

Artikel wurde zuletzt im Juni 2011 aktualisiert

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