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Scale-Out Software-definiertes Storage fordert traditionelles Storage heraus

Der Trend hin zu Scale-Out Software-defined Storage (SDS) setzt die Anbieter von traditionellem Storage unter Druck. Aber für sie gibt es Hoffnung.

Traditionelle Storage-Anbieter stehen unter starkem Druck. Neue Angebote für Software-definiertes Storage (SDS) mit Scale-Out-Fähigkeiten, sowohl On-Premise als auch in der Cloud, sorgen dafür, dass der Markt für Produkte wie Dell EMC VNX, HPE Smart Array, NetApp E-Series und FAS schrumpft.

Ich behaupte außerdem, dass externes Storage mit einfachem Dual-Controller langfristig aussterben wird.

Flash ist die Geheimwaffe

Die folgende Grafik zeigt den Druck, den Scale-out SDS auf traditionelle Storage bei allen Typen von Workloads ausübt. Der Weg hin zu SDS wird einige Zeit in Anspruch nehmen, weil die Unternehmen die Einsatzszenarien erst bewerten müssen, aber die Bewegung beschleunigt sich. Das liegt an einigen großen Trends, die gleichzeitig auftreten.

Erstens modernisieren Unternehmen veraltete Anwendungen oder schreiben neue, die auf die Cloud ausgerichtet sind. Diese neuen oder modernisierten Anwendungen sind gut für Scale-Out-Umgebungen geeignet. Zweitens ermöglichen es neue Technologietrends, dass SDS mit missionskritischen Workloads zurechtkommt. Zum Beispiel ist Flash in allen Formfaktoren allgegenwärtig und dies bedeutet, dass nichtflüchtiger Speicher näher an die Rechner herangerückt wird und damit die Anwendungsleistung höher wird. Kostengünstige Netzwerke mit  RDMA-Protokollen (Remote Direct Memory Access) reduzieren die Latenzen von Scale-Out Shared Storage und nähern diese an maßgeschneiderte externe Arrays an.

Moderne Scale-Out SDS-Lösungen üben Druck auf traditionelle Storage-Lösungen aus
Abbildung 1: Moderne Scale-Out SDS-Lösungen üben Druck auf traditionelle Storage-Lösungen aus

Zusätzliche Faktoren

Größere Geschwindigkeit bei der Verarbeitung von Workloads wäre allein betrachtet noch kein schlagendes Argument für einen massiven Wandel der Storage-Architekturen, die für SDS benötigt wird. Aber zusätzliche Faktoren fallen auch noch ins Gewicht.

Die Zeiten sind vorbei, in denen Software-Upgrades alle drei bis fünf Jahre massive Ressourcen in Anspruch nehmen konnten. Wirtschaftsfaktoren in der Cloud haben zur Präferenz für neue Modelle wie die Pay-as-you-grow-Infrastruktur geführt, die zur modularen Natur von Scale-Out SDS gut passt. 

Heute erwarten Unternehmen, dass Upgrades von Storage einfach und unkompliziert vonstattengehen. SDS ermöglicht dies, wenn es korrekt gehandhabt wird. Außerdem erlaubt Scale-Out SDS flexiblere Storage-Angebote, die für eine breitere Palette an Workloads geeignet sind. Dadurch können zeitkritische Tier 1 Workloads mit All-Flash abgedeckt werden, während weniger wichtige Tier 2 oder 3 Workloads global verteilt werden können.

Der Aufstieg hyperkonvergenter Infrastrukturen wird ermöglicht durch die große Zahl verfügbarer Prozessorkerne auf modernen Standardservern. Dies wiederum führt auch zu neuen Flash-First-Technologien für Tier 1 Workloads. Software-definierte Virtualisierung wird auch populärer im Netzwerk- und Serverumfeld. Das bedeutet, dass Storage-Virtualisierung ein Teil eines breiteren Trends ist.

Hier einige Beispiele von Herstellern, die mit ihren Angeboten Druck auf traditionelle Storage ausüben:

Produkte für Tier 1 und 2 Workloads  

  • Hewlett Packard Enterprise (HPE) SimpliVity mit der OmniStack Data Virtualization Platform
  • Nutanix mit den Hyperkonvergenz-Produkten (HCI) und Distributed Storage Fabric
  • Microsoft Azure Stack und Storage Spaces Direct
  • VMware Cloud Foundation und vSAN
  • Startups wie Datera, Hedvig and Datrium (basieren auf hybridem SDS)
  • Sonstige HCI Anbieter wie Pivot3, Cisco, Dell EMC

Produkte für Tier 2 und 3 Workloads

  • Cloudian Hyperstore
  • IBM Cloud Object Storage (Cleversafe)
  • Qumulo Scale-Out NAS
  • Scality RING Storage
  • Igneous Data Service

Produkte für Tier 3 und 4 Workloads

  • Cohesity Hyperkonvergente Sekundär Storage

Dies ist nur eine Auswahl der Anbieter von SDS. Nicht berücksichtigt sind die großen Anbieter von Public Cloud Storage wie Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google.

Es gibt Hoffnung für traditionellen Storage

Der Fall für traditionellen maßgeschneiderten Storage ist aber nicht hoffnungslos. All-Flash-Arrays könnten das Modell der Wahl für Tier 0 Workloads und zahlreiche Tier 1 Workloads bleiben. Um aber in modernen Rechenzentren zu bestehen, müssen die Produkte folgende Kriterien erfüllen.

  1. Auf Flash-first ausgelegt sein. Selbst bei hybriden Arrays sollten die Anforderungen von Workloads zunächst von den Flash-Laufwerken und erst danach von Festplatten erfüllt werden.
  2. Eingebaute Kapazitätsoptimierung mit nur minimalen Leistungseinbußen. All-Flash-Arrays sollten Deduplizierung und Kompression können.
  3. Skalierbarkeit der Architektur über Dual-Controller hinaus.
  4. Mehrwert der zugeschnittenen Hardware demonstrieren mit anwendungsspezifischen integrierten Schaltungen (ASIC) oder niedrigen Kosten.
  5. Fortschrittliche Resilienzfunktionen, die von SDS schwer nachgeahmt werden können. Dazu gehören Replizierung auf Hardwarebasis, End-To-End-Daten-Checksummen und Verschlüsselung.
  6. Quality of Service (QoS) und Verfügbarkeit, die SDS nicht abbilden kann
  7. Fortlaufende Updates ohne Betriebsunterbrechung, ähnlich wie sie bei SDS üblich sind. Storage as a Service und Evergreen Licensing sind einige Arten, wie dies bewerkstelligt werden kann.
  8. Leicht verwendbare Verbesserungen wie eine Ausrichtung auf virtuelle Maschinen, die bei HCI populär sind.

Bei allen Veränderungen in der IT-Branche sind die Umwälzungen des Storage-Marktes wohl die mit den größten Auswirkungen. Die Hinwendung zu Private und Public Cloud hat das Kaufverhalten von Unternehmen verändert. Die erhöht den Druck auf traditionelle Anbieter, insbesondere in der Storage-Branche.

Wenn beispielsweise ein HCI-Produkt installiert wird, enthält dies immer noch Netzwerk und Server. Was fehlt, ist das traditionelle externe Storage-Gerät. Zudem bietet Flash nun erstmals die Ausbalancierung von Kapazität und Leistung und erlaubt dadurch effizientere Storage-Geräte. Die Zeiten von massiv überprovisioniertem Storage nähern sich dem Ende.

Es gibt Licht am Ende des Tunnels für die Anbieter von traditionellem Storage. Das Datenwachstum ist so rapide, dass der Storage-Markt wiederauferstehen wird, wenn der Architekturwechsel hin zu Scale-Out SDS abgeschlossen ist und uneffektive Storage-Geräte eliminiert werden.

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Artikel wurde zuletzt im April 2017 aktualisiert

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