Vjom - Fotolia

So bauen Sie eine Private Cloud mit Orchestrierung und Storage richtig auf

Eine Private Cloud aufzubauen kann sehr komplex sein. Wir zeigen, wie Sie Orchestrierung und Storage für die Private Cloud richtig gestalten.

Dieser Artikel behandelt

Private Cloud

ÄHNLICHE THEMEN

Viele Leute assoziieren mit dem Begriff Cloud ausschließlich eine Infrastruktur in der Public Cloud, wie sie Amazon Web Services und Microsoft Azure anbieten. 

Im Gegensatz dazu bedeutet eine Private Cloud eine Infrastruktur im eigenen Rechenzentrum, in der ähnlich wie in der Public Cloud der Zugriff auf Ressourcen auf der Basis von Services erfolgt, die abgerechnet werden.

Wie baut man nun eine Private Cloud auf und wie wirkt sich das auf Storage aus? Zunächst sollten wir einen Blick auf die Voraussetzungen und allgemeinen Funktionen der Cloud werfen. Dazu zählen folgende Kriterien.

  1. Elastizität: Es muss die Möglichkeit bestehen, dem Nutzer je nach Bedarf mehr oder weniger Ressourcen zuzuweisen. Der Anwender sieht von seinem Standpunkt die Ressourcen in der Cloud als unbegrenzt an, auch wenn es in Wirklichkeit durchaus Beschränkungen gibt.
  2. Services: Die Ressourcen werden auf der Basis von Services bereitgestellt, die von der Hardware abstrahiert sind. Anfragen werden nach virtuellen Instanzen gestellt oder nach Storage-Kapazitäten, die an das Bedürfnis nach Leistung und Latenz angepasst sind.
  3. Multi-Tenancy: Die Infrastruktur unterstützt unterschiedliche Nutzer (Tenants), ohne dass diese von anderen Anwendern auf derselben Plattform wissen oder von ihnen beeinflusst werden.    
  4. Zugriff nach Bedarf: Ressourcen werden automatisch angefragt und konfiguriert, typischerweise über ein Portal oder eine Schnittstelle (API).
  5. Abrechnung und Berichte: Die Abrechnung erfolgt anhand genauer Verbrauchsberichte stark granular, typischerweise per Stunde oder Tag. Die Abrechnung pro Stunde ist in der Public Cloud üblich, mag aber in der Private Cloud unangemessen sein.

In der Private Cloud werden nicht alle dieser in der Public Cloud notwendigen Charakteristiken unbedingt erforderlich sein. Einige Unternehmen werden auf eine granulare Abrechnung für ihre Anwender verzichten, weil die dafür erforderliche finanzielle Infrastruktur nicht vorhanden ist.

Auch das Konzept unbegrenzter Ressourcen ist in der Private Cloud nicht zwingend einzubringen, wenn die IT-Budgets ebenso wie die der Geschäftsbereiche begrenzt sind.   

Orchestrierung in der Private Cloud

Ein Schlüsselelement einer Private Cloud ist die notwendige Orchestrierung, die die erforderlichen Ressourcen je nach Kundenbedarf zuweist. Dies kann über Open-Source-Plattformen wie OpenStack oder Apache CloudStack erfolgen oder lizenzpflichtige Werkzeuge wie die Cloud-Management-Plattform VMware vRealize Suite und das demnächst verfügbare Microsoft Azure Stack, die Variante von Azure für die Private Cloud.

Es gibt weitere Plattformen für die Orchestrierung der Private Cloud auf der Basis von Open Source, wie Google Kubernetes, Mesosphere und Docker Swarm. Einige Anbieter wie Zerostack oder Platform 9 fokussieren sich auf die Optimierung der erwähnten Plattformen.

Storage für die Private Cloud    

Wenn wir die Optionen für Storage betrachten, die sich für diese Plattformen eignen, gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Varianten.

Das wahrscheinlich ausgereifteste und am leichtesten verständliche Angebot hat VMware. VMware vSphere als Kernbestandteil der vRealize Suite unterstützt verschiedene Block- (Fibre Channel, iSCSI) und File-Storage (NFS). Auch die Angebote verschiedener Hersteller werden unterstützt. Wenn die Storage in die Infrastruktur konfiguriert ist, kann sie automatisch in die virtuellen Maschinen integriert werden.

OpenStack integriert Storage mittels verschiedener Projekte, und zwar Cinder für Block- Storage, Manila für File-Storage und Ceph für Objekt-Storage. Jedes Projekt definiert eine Reihe von Schnittstellen, die Hersteller programmieren können, um die Provisionierung ihrer Storage für Instanzen (virtuelle Maschinen) der OpenStack Plattform automatisch anzulegen.

Ähnlich verhält es sich mit der Unterstützung für Schnittstellen bei Kubernetes. Sie erlauben die Provisionierung und Automation persistenter Storage für Container Instanzen. Dazu gehören traditionelle Protokolle wie iSCSI und NFS, aber auch Scale-Out-Storage wie GlusterFS und Ceph. Oft müssen die Nutzer dies manuell einrichten, aber zunehmend bauen Storage-Anbieter die Unterstützung von Kubernetes in ihr Portfolio ein. Beispielsweise hat NetApp mit dem Projekt Trident die Provisionierung von Storage automatisiert.

Docker-Plattformen tendieren dazu, die Storage zu verwenden, die für einzelne Container provisioniert ist. Dies können lokale Dateisysteme oder Blocksysteme sein, die auf einem Server installiert sind. Flocker ist ein Open-Source-Werkzeug, das die Provisionierung von Blocksystemen auf Containern durch Schnittstellen ermöglicht, die Storage-Anbieter nutzen können. Dell EMC hat dafür durch EMCCode die Konnektivität eines großen Teiles des Portfolios zu Docker sichergestellt. Viel davon wird aber nur von einer Community gestützt und ist damit für kritische Anwendungen nicht geeignet.

Die Storage für die Private Cloud

Bei Storage für die Private müssen einige Punkte beachtet werden. Der wichtigste ist Automation. Storage muss mit Orchestrierungs-Plattformen so verbunden werden, dass die Logical Unit Numbers (LUNs) einfach automatisch provisioniert werden. Dabei gibt es zwei Probleme, erstens die Sicherheit und zweitens die Kontrolle. Die Frage ist, ob Storage als ein Pool an Ressourcen dargestellt werden kann oder ob die Orchestrierungs-Plattform die vollständige Kontrolle über die Arrays und die Umgebung erhält. In Bezug auf die Kontrolle sollte man die Grenzen ziehen, die für den Verbrauch von Storage gelten. Es könnte sonst durchaus gesehen, dass die vorhandenen Ressourcen überstrapaziert werden.

Dies führt dann zum Thema der Wartung. Wie leicht kann eine Storage Lösung erweitert oder ersetzt werden? Typischerweise sind Storage-Migrationen große Projekte, die erhebliche Ressourcen verschlingen. In der Public Cloud bleibt dieses Problem für den Anwender unsichtbar. Aber wie geht man mit Storage-Migrationen in der Private Cloud um?

Wenn Instanzen geschaffen oder zerstört werden, können neue Anwendungen von neuer Storage-Kapazität provisioniert werden. Aber man muss sich um die Migration bestehender Instanzen kümmern. Dies muss entweder offline oder mittels eines Snapshot-Prozesses geschehen. Welchen Weg man auch nimmt, die Auswirkungen der Einführung einer neuen Storage-Plattform sollten nur minimale Auswirkungen auf den Service haben.

Die meisten der angeführten Probleme sind nicht wirklich bewältigt. Im Ergebnis könnte beispielsweise die gesamte Storage-Plattform der Cloud-Lösung repräsentiert werden, anstatt sie mit anderen Nutzern zu teilen, weil die nötige Sicherheitsstruktur nicht besteht. Dies mag in größeren Unternehmen funktionieren, kann aber in kleineren Firmen Probleme verursachen.

Den richtigen Anbieter wählen

Die Orchestrierung, der Support und die Storage müssen gemeinsam betrachtet werden, wenn man sich für einen Anbieter entscheidet. Auf älteren Storage-Plattformen kann die Integration schwierig werden, weil diese oft keine nativen Automationsfunktionen haben. Wenn es sie gibt, wurden sie oft später hinzugefügt.

Ein Beispiel für eine moderne Plattform ist NetApp SolidFire, das nativ per Schnittstelle Integration in die gängigsten Orchestrierungs-Lösungen bietet.

Eine Alternative dazu wäre eine Scale-Out Storage-Lösung, entweder als Open Source oder von einem Anbieter von Software-definierter Storage. Ceph ist direkte mit OpenStack integriert und unterstützt Block-, File- und Objekt-Storage. Außerdem gibt es Scale-Out-Angebote etwa von Storpool (Block), StorageOS (speziell für Container), Dell EMC ScaleIO, HPE StoreVirtual oder VMware vSAN.

Der Vorteil dieser Plattformen liegt darin, dass Storage als Teil des Servers gesehen werden kann, ohne dass dedizierte Storage-Software benötigt wird. vSAN wird beispielsweise direkt von vSphere unterstützt und erlaubt die Provisionierung der Storage-Ressourcen für virtuelle Instanzen auf Policy-Basis.

Es gibt vielfältige Optionen, die auf den ersten Blick verwirrend sein können. Aber man sollte sich an den Hauptcharakteristiken der Public Cloud orientieren, um eine gute Private Cloud aufzubauen.

Folgen Sie SearchStorage.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Nächste Schritte

Diese Faktoren müssen Sie beim Aufbau einer Private Storage Cloud berücksichtigen

VMware-AWS-Integration: Die Lücke zwischen Private und Public Cloud überbrücken

Private-Cloud-Studie: OpenStack mit geringeren Gesamtkosten als die Public Cloud

Vier oft übersehene Kostenfaktoren bei der Migration in die Private Cloud

Artikel wurde zuletzt im Februar 2017 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Private Cloud

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close