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Software-definiertes Storage (SDS) bietet Vorteile, muss aber richtig geplant sein

Software-definiertes Storage (SDS) kann viele Probleme lösen und dabei helfen, Kosten zu senken. Aber um alles herauszuholen, ist gute Planung nötig.

Software-definiertes Storage (SDS) ist eine Technologie, die das Potential hat, zwei alte Probleme der IT anzugehen, die steigenden Kosten von Storage bei gleichzeitig sinkenden Budgets.

Allerdings kann eine Umstellung von älteren Storage-Infrastrukturen zu SDS Probleme mit sich bringen. Systemhäuser können eine Schlüsselrolle dabei, Unternehmen bei der Umstellung zu unterstützen.

Das steigende Interesse an Analyse treibt die Datenexplosion. Die Marktforscher von IDC rechnen damit, dass sich das Datenvolumen alle zwei Jahre verdoppelt und bis 2020 auf 40.000 Exabytes anwächst. Das entspricht 5.200 GB pro Person.

Die Budgets können damit nicht Schritt halten. IDC erwartet eine Zunahme der IT-Budgets um 3,4 Prozent im Jahr 2017. Im Ergebnis müssen Unternehmen ihre Storage-Systeme also besser nutzen, um diese Herausforderung zu bewältigen.

Auftritt SDS

Hier kommt SDS ins Spiel. Obwohl der Begriff nicht eindeutig ist, können bestehende SDS-Lösungen doch bereits einen Unterschied machen. Traditionell ist Storage durch spezifische Systemhardware bestimmt, in Bezug auf Kapazität, Leistung und Verarbeitung. Dafür stellen die Anbieter proprietäre Storage bereit, die teuer und schwierig zu warten ist.

SDS ist ein Spross der Server-Virtualisierung. Eine Softwareschicht baut auf Standard-Hardware auf und regelt Funktionen wie Deduplizierung, Replizierung, Snapshots und Thin Provisioning.

Es gibt zwei wesentliche Vorteile für die Kunden. Standard-Hardware ist kostengünstig und SDS-Lösungen sind modern und ohne Altlasten mit hoher Automation. Letzteres senkt die Wartungskosten.

Der Kostenaspekt lockte den Hedge Fund Capstone Investment Advisors zu SDS. Vor ein paar Jahren stand das Finanzhaus vor einem Upgrade seiner NetApp-Storage. Monty Hall, Technologiedirektor bei Capstone Investment Advisors, erklärt: „Ein System-Upgrade hätte eine Menge Geld gekostet und uns an einen Hersteller mit einer proprietären Struktur gekettet.“

Stattdessen fiel die Entscheidung für eine SDS-Lösung von DataCore Software Corp. Das Projekt wurde vom Systemhaus Derive Technologies aus New York unterstützt. Laut Hall war das SDS-Projekt halb so teuer wie ein System-Upgrade und ist einfacher zu warten.

Der kleine Unterschied

SDS funktioniert ähnlich wie Server-Virtualisierung, aber es gibt einen signifikanten Unterschied. Während Server-Virtualisierung ein einfaches Upgrade ist, gilt es bei SDS verschiedene Faktoren zu berücksichtigen.

Denn über die Jahre hinweg haben sich Storage-Systeme entwickelt, die auf verschiedene Kundenbedürfnisse und den Zugang zu unterschiedlichen Datentypen zugeschnitten sind.

Scott Sinclair, Senior Analyst bei den Marktforschern der Enterprise Strategy Group Inc., betont: „Das Konzept von SDS kann auf File-, Block- und Objekt-Storage angewandt werden sowie auf hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI).“

Für Systemhäuser ist SDS ein zweischneidiges Schwert. Während der Umsatz mit Storage-Hardware sinkt, ergeben sich neue Möglichkeiten, mit Consulting und Training Geld zu verdienen.

„Bei der Bewegung hin zu SDS ist ein ausgeklügelter Plan für die Datenmigration nötig“, sagt Lief Morin, Geschäftsführer des Resellers Key Information Systems.

So rollen Sie SDS aus

Systemhäuser können Kunden in entscheidenden Punkten Hilfestellung geben. Diese Punkte sollten Sie beachten:

  1. Wo drückt der Schuh? Wie viel geben Kunden für Storage aus? Welche Kapazität wird benötigt und welche Anwendungen gilt es zu berücksichtigen? Wenn das Datenwachstum vor allem von einer monolithischen Anwendung getrieben wird, funktioniert traditionelles Storage gut. Wenn es dagegen einen bunten Strauß von Applikationen gibt, kommt SDS ins Spiel.
  2. Welche Analyse wird benötigt? Wenn ein Unternehmen auf Big Data setzt, ist eine SDS-Lösung gut geeignet, die Technologien wie Apache Hadoop und MapReduce. Mit diesen Werkzeugen können Firmen Daten direkt speichern und teilen, anstatt sie in Informationssilos zu verschieben.
  3. Gehen Sie planvoll vor. Beginnen Sie damit, unkritische Workloads oder neue Anwendungen auf die SDS-Plattform zu schieben, nur für den Fall, dass es zu Ausfällen oder Verzögerungen kommt. Erst wenn Kunden erfahrener werden und die neue SDS-Plattform verstehen, sollte man geschäftskritische Anwendungen dorthin bewegen.
  4. Wie lange werden Unternehmensdaten benötigt? Hierfür gibt es je nach Branche unterschiedliche gesetzliche Auflagen und regulatorische Vorschriften. Das neue EU-Datenschutzrecht gilt es zu beachten. Bei SDS ist es in der Regel kein großer Aufwand, die Policies zu ändern, die für die Datenaufbewahrung gelten, weil Automation ins Spiel kommt.
  5. Und schließlich sollte man die richtigen Einstellungen für Data Protection und Replizierung festlegen. Welche Szenarien für Disaster Recovery sollten abgedeckt sein? Wie viel ist der Kunde für angemessenen Schutz bereit zu zahlen?

SDS-Lösungen versetzen Unternehmen in die Lage, Storage-Kapazität aufzubauen, ohne das Budget zu sprengen. Die Akzeptanz der Technologie führt dazu, dass Systemhäuser weniger mit Storage-Hardware, aber mehr mit Consulting verdienen können. Sie müssen deshalb zunächst sich selbst und anschließend Ihre Kunden im Umgang mit SDS ausbilden.                

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Artikel wurde zuletzt im April 2017 aktualisiert

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