Fotolia

Softwaredefiniertes Storage: Neue Generation im Anmarsch

Softwaredefiniertes Storage hat sich bisher im Markt nicht durchgesetzt, weil Prioritäten falsch gesetzt wurden. Mit einer neuen Generation wird sich das ändern.

Um softwaredefiniertes Storage (SDS) hat es in den letzten Jahren erhebliche Aufregung gegeben. Fast jeder Anbieter hat mittlerweile SDS-Lösungen im Portfolio.

Eine Frage stellt sich aber: Wenn SDS so viel kann wie behauptet, warum hat es sich dann nicht auf breiter Front im Rechenzentrum durchgesetzt?

Das liegt nicht daran, dass es keine echten Vorteile gibt. Die Enterprise Strategy Group (ESG) hat in einer Umfrage über den SDS-Markt 300 IT-Profis befragt.

Sie nannten als Argumente für SDS die geringeren operativen Kosten für Storage, das vereinfachte Ausrollen und das unkomplizierte Management. Das sind nur die drei wichtigsten Punkte einer längeren Liste.

Es gibt also wirklichen Mehrwert, aber dennoch keinen Durchbruch. SDS auf On-Premises-Infrastruktur ist im Aufwind, aber nicht so stark wie andere Alternativen, die ebenso softwaredefinierte Technologien nutzen wie Public Cloud Services oder hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI).

Ein Problem könnte es sein, dass SDS viel Selbstbau und Bastelarbeit erfordert.

Der Fallstrick Do-it-yourself

Bei der Markteinführung der SDS-Technologie betonten die Hersteller oft, dass SDS auf Standardhardwareservern den Vendor Lock-in beseitigen könnte. Dadurch würden die Kapitalkosten der Infrastruktur gesenkt.

Das war zwar nicht falsch, aber nicht genug, um die traditionellen Käufer von Storage-Infrastruktur zu überzeugen. Anders ausgedrückt ist die Abstraktion der Hardware als Argument für SDS nicht durchschlagend genug.

Denn die Wahlfreiheit bei der Hardware sorgt am Ende dafür, dass die Kosten für das Management nach oben gehen. Wenn jede Hardware in Betracht kommt, wie stellt man dann fest, welche am besten für die Anforderungen an Widerstandsfähigkeit und Geschwindigkeit genüge tut? Welche Komponenten und Treiber werden unterstützt? Welche Festplatten und SSDs kann man einsetzen? Wie sieht es mit unterschiedlichen Hardwaregenerationen aus?

Die Verantwortung für die Integration und Validierung trägt die IT-Abteilung. Während es sicherlich einige Administratoren gibt, die diese Aufgabe mit Begeisterung angehen, graut es der Mehrheit vor einem solchen Do-it-yourself-Projekt. Laut den Nachforschungen von ESG würden sie vorinstalliertes SDS auf geprüfter Hardware bei weitem vorziehen. Die Anforderungen an die IT-Abteilungen wachsen ständig und die Administratoren wollen weniger Detailarbeit angehen und nicht mehr.

Die meisten SDS-Hersteller haben reagiert und entweder Hardwarereferenzkonfigurationen erstellt oder bieten Varianten ihrer Produkten auf vorinstallierten Appliances an. Aber wenn SDS auf Hardware ausgeliefert wird, wie unterscheidet sie sich dann von traditionellen Storage Arrays und warum sollten Sie sie anschaffen?

Reale Vorteile

Man könnte sich nun fragen, ob der SDS-Markt tot ist, wenn die Software immer stärker mit Hardware verbunden wird. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall, aber es muss neu definiert werden, was SDS eigentlich ist. Es reicht nicht, Hardware zu abstrahieren und Software intelligenter zu machen. Die Komplexität der Produkte macht die Vorteile der Wahlfreiheit zunichte.     

Modernes SDS muss in der Lage sein, mehr Funktionen und Vorteile in die Waagschale zu werfen als traditionelle Storage-Infrastrukturen.

Die folgende Liste listet einige der entscheidenden Funktionen von SDS der nächsten Generation auf:

  1. Der Datenzugang bleibt, wenn sich die Hardware verändert. Der echte Vorteil der Hardwareabstraktion bei SDS besteht nicht darin, Software auf verschiedene Hardware zu installieren. Vielmehr geht es darum, die Hardware zu ändern, wenn die Ansprüche der Workloads steigen. Wenn neue Technologie oder ein Upgrade erscheint, höhere Kapazität oder Geschwindigkeit gefordert wird, kann mit SDS auf eine komplizierte Datenmigration verzichtet werden. Storage-Produkte, die die Vorteile von SDS nutzen, ermöglichen es der Hardware, mit den Ansprüchen mitzuwachsen.
  2. Daten können auf unterschiedliche Infrastrukturen gelagert werden. Die Auswirkungen sind ähnlich wie bei Punkt 1, aber außerdem sollte SDS-Technologie es ermöglichen, verschiedene Infrastrukturen und Workloads zu nutzen. Sie können Daten auf schnelle Solid State Disks (SSD) konsolidieren, alternativ auf Festplatten mit hoher Kapazität oder selbst der Public Cloud. Die in SDS eingebaute Intelligenz wird automatisch die Infrastruktur auswählen, die für den jeweiligen Datentyp am besten geeignet ist.
  3. Die Belastung des Rechenzentrums wird reduziert. Über die Wahl der Infrastruktur hinaus können interne SSDs im Application Server verwendet werden, um eine Struktur zu schaffen, die Hyperkonvergenz sehr nahe kommt. Dies reduziert die Kosten der Infrastruktur, sowohl bei den Kapital- als auch den operativen Kosten.

SDS verändert die Rechenzentren bereits, aber in anderer Weise, als es die Do-it-yourself-Projekte erwarten ließen. Die nächste Generation der SDS-Infrastruktur kann die oben angeführten Vorteile für Administratoren als einfache Pakete zugänglich machen.

Solche Lösungspakete können als Software, Appliance, hyperkonvergente Infrastruktur oder einer Kombination ausgeliefert werden. Bisher lag der Fokus von SDS zu sehr auf Software. Wirklich interessant sind die Vorteile, die die IT-Abteilung und die Geschäftsführung aus diesem Konzept ziehen können.    

Folgen Sie SearchStorage.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Nächste Schritte

Softwaredefiniertes Storage (SDS) bietet Vorteile, muss aber richtig geplant sein

Welche Rolle kann softwaredefiniertes Storage (SDS) bei Primär-Storage spielen?

Mit diesem Plan holen Sie das Optimum aus Software-defined Storage (SDS) heraus

Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Enterprise-Storage: Planung und Management

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close