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VMware VVOL und Storage sind nicht unbedingt kompatibel

18 Monate nach der Markteinführung von VMware VVOL gibt es immer noch einige Probleme mit der Anbindung an Storage-Systeme.

Eineinhalb Jahre nach dem Start von VMware vSphere 6.0 und damit der Virtual-Volume-Funktionalität (VVOL) haben es einige Storage-Hersteller immer noch nicht geschafft, die Kompatibilität mit der neuen Technologie sicherzustellen. Kunden fragen sich daher oft, ob ihr Storage-System mit VVOL kompatibel ist. Aber die Implementierung der VVOLs ist kein triviales Problem. Die Hersteller müssen ihre Architektur ändern, um mit der Schnittstelle VASA 2.0 die VVOLs richtig anzusprechen.

Die Mehrzahl der Storage-Systeme war früher darauf ausgerichtet, eine begrenzte Anzahl von Logical Unit Numbers (LUNs) anzusprechen. Bis zum Start der VVOLs war das kein großes Problem. In der Praxis entsprach ein vSphere Datastore einem logischen Volumen auf der Storage-Hardware und konnte dutzende oder hunderte virtuelle Maschinen enthalten.

Mit den VVOLs ist nun das Problem, dass jede virtuelle Maschine ein Volume oder ein LUN wird. Darin können Metadaten, Swap Files, Snapshots und anderes enthalten sein. Der Vorteil liegt in einem granularen Zugang zu Storage Policies (Snapshot, Protection, Service Qualität), aber dafür muss sich die Hardware mit einer hohen Anzahl an Storage-Objekten herumschlagen. Und einige Maschinen sind einfach nicht dafür ausgelegt.

EMC blamiert sich

Ausgerechnet EMC, das Mutterunternehmen von VMware, hat es nicht geschafft, die VNX 2 an VVOLs anzupassen. Ein Einstiegssystem der VNX kann bis 2.048 LUNs ansprechen, in der höchsten Ausbaustufe sind 8.192 LUNs. Mit einer Konfiguration von 200 virtuellen Maschinen mit zwei virtuellen Disks und Snapshots alle 30 Minuten werden aber fast 20.000 VVOLs notwendig. Und dazu kommen noch VVOLs für Metadaten und Swap-Files.    

Um VVOLs effektiv zu unterstützen, hätte EMC die VNX grundlegend überarbeiten müssen. Der Storage-Riese hat sich aber diskret davor gedrückt und hofft auf das natürliche Veraltern der Systeme. Trotz zahlreicher Kundenanfragen wird es keine VVOL-Unterstützung für die VNX 2 geben. Anwender müssen auf die Unity-Plattform wechseln, wenn sie VVOLs einsetzen wollen.

Das Enttäuschende daran ist, dass EMC über die Forschungsanstrengungen seines Tochterunternehmens VMware genau informiert ist. Das Problem liegt nicht nur bei der VNX. Auch die All-Flash-Systeme von XtremIO, Isilon und die Software ScaleIO unterstützen keine VVOLs.

Die einzigen EMC-Systeme mit VVOL-Support sind VMAX3 und VMAX AF sowie die neuen Unity-Systeme.

Ironischerweise ist Dell, das vor kurzem mit EMC vereint wurde, besser darin. Die SC-Systeme (ex-Compellent) sind seit der Version 7.0 des Betriebssystems SCOS kompatibel und die Equallogic-Systeme seit der Version 8.1 ihres Betriebssystems.   

IBM mit guter Unterstützung

Bei IBM ist die Situation etwas klarer. Alle Plattformen, die auf Spectrum Virtualize 7.6 oder neuer laufen, unterstützen VVOLs. Praktisch bedeutet das alle Storwize-Systeme und das Flash-System V9000. Die Unterstützung von Spectrum Virtualize für VVOLs erstreckt sich auf alle Storage-Plattformen, die die Software virtualisieren kann und das ist ein großer Teil der installierten Basis aller Storage-Systeme. IBM hat zu Trainingszwecken ein Red Book mit 124 Seiten zusammengestellt, indem die erforderliche Konfiguration genau erläutert wird. Dies hilft, die Technologie von VMware besser zu verstehen.

Auch XIV-Systeme unterstützen seit der Firmware-Version 11.5 VVOLs. Das betrifft auch die Flash-Systeme A9000 und A9000R.  Die einzige Ausnahme im IBM-Portfolio sind die DS888x-Systeme ohne VVOL-Unterstützung.

NetApp fast komplett

Bei NetApp ist die Unterstützung sozusagen generell. Der Hersteller unterstützt VVOLs auf den Modellen FAS 3200, 6200, 8000 und 9000 sowie auf den All-Flash-Systemen AFF 300 und 700. Das gilt sowohl für SAN als auch für NAS. Als Software ist ONTAP 8.2.3 oder höher erforderlich.

Die Solidfire All-Flash-Systeme unterstützen VVOL ab der Softwareversion ElementOS 9.0. Im NetApp Portfolio bieten nur die Modelle der E-Series keinen Support für VVOL.

Mängel bei HPE

Bei HPE ist die Situation ähnlich wie bei EMC. Ausgerechnet die modernste Plattform 3PAR StoreServ unterstützt VVOL nicht.

Dagegen gibt es VVOL Support bei den Modellen 3PAR 7000, 8000, 10 000 und 20 000 mit dem 3PAR OS 3.2.1 oder höher. Außerdem ist VVOL auf den XP Systemen (OEM Hitachi VSP G1000).

Noch nicht unterstützt wird VVOL auf der Hyperkonvergenz-Plattform StoreVirtual und den MSA Systemen, obwohl HPE dies schon im letzten Jahr angekündigt hat.

Hitachi alles außer HFS-A

Hitachi hat kurz nach dem Launch mit der Unterstützung von VVOL begonnen. Die NAS-Systeme HNAS sind ebenso kompatibel wie die VSP Modelle. Kurioserweise sind die neuen HFS-A System noch inkompatibel. Dies soll aber bis Jahresende behoben werden.

Andere auf der Kompatibilitätsliste

Auch weitere Hersteller haben ihre Systeme angepasst. Dazu zählen Atlantis Compunting mit der Software USX 3.0 oder höher, Datacore Software mit der Software SANSymphony 10.0 oder höher und Nimble Storage mit dem OS 3.

Fujitsu unterstützt VVOL seit 2015 auf den Eternus Geräten der dritten Generation DX100, DX200, DX500, DX600, DX8100, DX8700 und DX8900 sowie Eternus TR620, TR650, TR820, TR850 und TR 880.

Huawei und VVOLs passen auf den OceanStor Clustern der Serie 5300v3, 5500v3, 5600v3, 5800v3, 6800v3, 18500v3 und 18800v zusammen. NEC kann VVOL-Kompatibilität mit der Version 10A seines Betriebssystems vorweisen. 

Nimble Storage hat sein komplettes Portfolio für VVOL zertifiziert, ebenso wie Primary Data und SANBlaze. Tintri hat seine Modelle 620, T650, T820, T850, T880 und T5000 validiert.

Erstaunlicherweise hat Pure Storage seine All-Flash-Modelle noch nicht für VVOLs ausgelegt, obwohl das schon lange geplant ist. 

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2016 aktualisiert

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