Weiterentwicklung bei Band-Storage-Systemen bringt neue Funktionen zur Langzeit-Archivierung

Archivierung ist nicht Backup. Tapes auf Basis von LTO5 und LTFS-Dateisystem bieten kostengünstige Langzeitarchivierung für Unternehmen.

Band-Storage-Systeme haben eine Reihe typischer Vorteile, wenn es um die Langzeit-Archivierung von Daten geht. Tape kann tatsächlich „offline“ sein, es kann leicht von A nach B transportiert werden und ist – trotz stetig fallender Festplatten-Preise – immer noch relativ billig. „Festplatten sind hervorragend für Backups geeignet, insbesondere seit Techniken wie Deduplizierung das deutlich praktikabler gemacht haben“, sagt Mark Peters, Senior Analyst bei der Enterprsie Strategy Group. „Aber im Bereich der Lang-Zeitarchivierung ist Tape weiter das Maß der Dinge.“

Doch obwohl sich viele Organisationen – wegen schnellerer Wiederherstellung und einfacherer Anwendung – Backups auf Festplatte zuwenden, haben auch die Anbieter von Band-Lösungen nicht aufgehört, an Innovationen zu arbeiten. Viele aktuelle Entwicklungen auf dem Markt zielen dabei darauf ab, den Nutzen von Band im Hinblick auf die Langzeit-Archivierung zu erhöhen.

In diesem Tutorial informieren wir Sie über die neuesten Entwicklungen bei Tape-Storage-Systemen, LTO-5 und LTFS sowie über die Unterschiede zwischen Backup-Software und Archivierungs-Software. Und Sie können erfahren, wie sich Bänder zum wichtigsten Medium für Langzeit-Archivierung entwickeln.

TUTORIAL BAND-STORAGESYSTEME: INHALTSVERZEICHNIS

  • Aktuelle Entwicklungen bei Band-Storage-Systemen
  • LTO-5-Tape und LTFS
  • Backup-Software vs. Archivierungs-Software
  • Verbreitung noch in frühem Stadium

AKTUELLE ENTWICKLUNGEN BEI BAND-STORAGESYSTEMEN

Oracle Corp. hat vor Kurzem für das High-End-Segment des Band-Marktes das Band-Laufwerk T10000C mit einer unkomprimierten Datenkapazität von 5 TByte vorgestellt. Sein SL8500 Modular Library System kann bis 100.000 einzelne Kassetten und bis zu 640 Band-Laufwerke handhaben. „Fünf Terabyte sind eine Menge Zeug“, sagt Robert Amatruda, Research Director für Datensicherung und Wiederherstellung bei IDC. „Allein die Tatsache, dass Oracle so intensiv in den Tape-Markt investiert, hat aus Branchensicht große Signalwirkung.“

Die Band-Bibliothek Spectra Logic T-Finity arbeitet mit LTO-5-Bandkassetten und bietet 30.000 Laufwerkschächte sowie 120 Laufwerke. Ein T-Finity Library-Komplex nimmt bis zu vier Rechenzentrumsgänge mit Robotern ein, die sich zwischen den Gängen hin und her bewegen; er kann bis zu 120.000 Schächte und 480 Laufwerke enthalten. Hewlett Packard (HP) Co., IBM Corp. und die Quantum Corporation gehören ebenfalls zu den großen Anbietern auf diesem Markt.

Aus Sicht der Daten-Archivierung bieten diese Band-Bibliotheken eine enorme Kapazität und sind auf die Verwendung als Teil eines Software-gesteuerten Storage-Pools ausgelegt. Beispiele für diese spezielle Art von Software sind Oracles Sun Storage Archive Manager (SAM), StorHouse von FileTek oder das High Performance Storage System (HPSS) von IBM. Diese Produkte wirken als Abstraktionsschicht zwischen Applikationen und darunter liegenden Storage-Schichten. Die Archivierung wird als Teil eines automatisierten Schemas für Tiered Storage behandelt: Nach vom Benutzer definierten Regeln werden Daten mit der Zeit von teuren Highspeed-Festplatten auf billigere SATA-Disks und schließlich zum Band verschoben.

„Dieser Ansatz hat es zu unterschiedlichen Zeiten und unter anderem Namen schon öfters gegeben. Vor ein paar Jahren war er unter der Bezeichnung hierarchisches Storage-Management bekannt“, erläutert Amatruda. „Letzten Endes verändert sich der Wert von Daten im Laufe der Zeit. Und Band-Speicherung ist wirklich kosteneffektiv, vor allem, wenn die Architektur dabei stimmt und eingebaute Automation in sehr großen Umgebungen ermöglicht.“

„Wir haben jahrelang Dreiecke und Pyramiden skizziert und behauptet, dass es beim Storage-Management darum gehe, die richtigen Daten zum rechten Moment in passendem Storage zu haben“, sagt Peters von ESG. „Das Problem war nur, dass wir das gar nicht bewerkstelligen konnten.“ Auch er erwartet sich von automatischem Tiering einen Schub für das Interesse an Band-Laufwerken.

LTO-5-TAPE UND LTFS

LTO-5-Tape erschien im vergangenen Jahr auf der Bildfläche, zusammen mit dem Linear Tape File System (LFTS). Letzteres gestattet dem Anwender, Dateien per Drag-and-Drop genauso zwischen Bändern hin und her zu bewegen, wie es bei Disks üblich ist. LFTS ist Open-Source. Deshalb kann jeder Applikationsanbieter oder Tape-Anwender die LTFS-Spezifikation von der LTO Ultrium Website herunterladen.

„LTFS verleiht LTO-Tape ein ziemliches Maß an Beständigkeit, weil es dem Benutzer erlaubt, auf Daten zuzugreifen, ohne eine Drittanbieter-Software verwenden zu müssen. Außerdem kann der Rückhol-Prozess mit Auffinden des richtigen Tapes, Wiederherstellen von Daten usw. vermieden werden“, erklärt Amatruda. „Es ist erwiesen, dass Tape eine Lebensdauer von mehr als 25 Jahren hat. In dieser Zeit müssen Sie jedoch auch die entsprechenden Anwendungen behalten, die den Zugriff auf Ihre Daten ermöglichen. LTFS hat das Potenzial, diese Anforderung zu erfüllen.“

LTFS wurde in die Band-Laufwerke diverser Unternehmen integriert, darunter Spectra Logic, IBM und HP.

BACKUP-SOFTWARE VS. ARCHIVIERUNGSSOFTWARE

Nach wie vor existiert ein ziemliches Durcheinander im Hinblick auf den Unterschied zwischen Backup und Archivierung. Einige Organisationen betrachten ihre Backups schlicht als Archive. Allerdings bietet Archivierungssoftware speziell für Organisationen, die Informationen aus Compliance-Gründen aufbewahren müssen, spezielle Funktionen, die auf dieses Bedürfnis abgestimmt sind.

Backup-Software ist auf die Wiederherstellung verlorengegangener oder beschädigter Daten ausgelegt. Archivierungsprodukte wie Atempo, Autonomy ZantaZ, Iron Mountain/Mimosa NearPoint oder Enterprise Vault von Symantec Corp. dagegen dienen eher zum Suchen und Abrufen von Informationen. Diese Produkte katalogisieren Dateien und speichern Metadaten dazu, wann die Dateien erstellt wurden, wer sie erstellt hat und welche Art von Information darin enthalten ist. Abschließend werden sie indiziert, damit sie im Rahmen einer Suche leichter gefunden werden können.

Laut Peters sollten Archivierungslösungen nach Dateien strukturiert sein, bei Sicherheit mit Policies arbeiten und skalierbar sein. Besonders der letzte Punkt sei nicht immer erfüllt.

VERBREITUNG NOCH IN FRÜHEM STADIUM

„Mit fallen eine Reihe von Branchen ein, wenn es um fortschrittliche Band-Nutzung geht“, sagt Amatruda. Highend-Systeme für Speicherung und Archivierung seien etwa in der Finanzbranche, dem Gesundheitswesen, der Wissenschaft und der Energie-Erzeugung eingeführt worden. In den meisten Fällen jedoch nutzen die Anwender solcher Systeme Bänder – wie schon immer – als Backup-Medium: Laut einer aktuellen Umfrage des Storage-Magazins zu Kaufabsichten schreiben mehr als 70 Prozent aller Anwender ihre Backups zumindest zum Teil noch auf Tapes.

„Viele gehen mit ihren Backups um, als handele es sich dabei um ein Archiv, und geben sich der Hoffnung hin, es werde schon nichts passieren. Da wird fleißig auf Holz geklopft“, sagt Peters. „Wenn die Anbieter die Archivierung vereinfachen, dann werden wir in Zukunft beobachten können, dass immer mehr Anwender sie auch einsetzen. Wir beobachten allgemein ein zunehmendes Verständnis für die Bedeutung von Datensicherung, vor allem im Midrange-Bereich.“

Laut Amatruda verläuft die technische Entwicklung in der Welt der Bänder langsamer als anderswo: „Bei Festplatten durchleben Sie binnen 18 Monaten eine komplette Generation. Bei Tape dauert es dagegen schon 18 bis 24 Monate, bis eine LTO-Generation ausgereift ist.“

Artikel wurde zuletzt im Februar 2011 aktualisiert

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