Ratgeber

Wie Sie den richtigen Ansatz für Backups von Remote-Standorten finden

Organisationen mit Remote-Standorten und/oder Remote- und Zweigstellen-Büros (ROBOs) wissen, wie wichtig es ist, auch die Daten dieser Präsenzen für Disaster Recovery zu sichern. Jedoch kann es teuer sein, Daten an einem Remote-Standort aufzubewahren und zu pflegen. Kosten entstehen etwa für IT-Personal sowie für Hardware und Software zur Unterstützung der Backup-Operationen.

In diesem Tutorial über Backups von Remote-Standorten berichten wir über die Vor- und Nachteile von Daten-Backups vor Ort, zentralisierten Daten-Backups und Cloud-Backup für Remote-Büros. Außerdem werfen wir einen Blick auf das konkrete Vorgehen eines Unternehmens in diesem Bereich.

BACKUPS VON REMOTE-STANDORTEN: INHALT

  • Backups auf Bänder/Festplatten vor Ort
  • Zentralisierte Backups in ein Haupt-Rechenzentrum und Replikation
  • Cloud-Dienste für Backups von Remote-Standorten
  • Fallstudie: Beratungsfirma entscheidet sich für zentralisiertes Backup von Remote-Standorten
  • Wie Sie den richtigen Ansatz für Ihre Bedürfnisse finden

Backups auf Bänder/Festplatten vor Ort

Organisationen können sich zum einen entscheiden, die Daten ihrer Remote-Standorte lokal zu sichern, entweder auf Bändern oder auf Festplatten. Bei diesem Ansatz für Backups von Remote-Standorten ist lokaler Zugriff auf Daten und Anwendungen möglich. Dadurch kann der Zeitaufwand für Wiederherstellungen sinken, was bei großen Datenmengen ein echter Vorteil ist.

Allerdings sind Vor-Ort-Backups schwieriger zu pflegen. Unternehmen können Dutzende von Remote-Standorten haben, so dass es nicht immer möglich ist, alle mit erfahrenen IT-Kräften auszustatten. Laut Lauren Whitehouse, einer Analystin bei der Enterprise Strategy Group (ESG), kommen manche Unternehmen auch ohne lokales IT-Personal zurecht, wenn es um den reinen Datenverkehr mit Remote-Standorten geht. „Wenn es jedoch irgendeinen Hardware-Fehler oder ein Problem mit dem Netzwerk gibt, das sich von den Leuten vor Ort nicht lösen lässt, gibt es eine Verzögerung, bis IT-Fachleute dort eingetroffen sind“, sagt sie.

Zentralisierte Backups in ein Haupt-Rechenzentrum und Replikation

Bei zentralisierten Backups werden Daten von Remote-Standorten mittels Replikation in einem zentralen Rechenzentrum gesichert. Mit Replikation lassen sich Daten mehrmals am Tag in das zentrale Rechenzentrum kopieren und dort zusammen mit dem Rest der Unternehmensdaten sichern.

Zentralisierte Backups sind eine gute Option für Remote-Standorte, weil man bei diesem Ansatz nicht unbedingt IT-Personal vor Ort braucht und weil Unternehmen damit mehr Kontrolle über ihre Daten haben. „Bei einem zentralisierten Ansatz arbeiten alle mit denselben Prozessen und Technologien, deshalb sollte er für Wiederherstellungen recht optimal sein“, sagt Whitehouse.

Aber auch hier gilt: Wenn am Remote-Standort etwas schiefgeht, müssen Sie irgendwie die Probleme dort lösen. Auch die Kosten können belastend sein. Zentralisierte Backups sind eher teuer, weil dafür viel Hardware und Software an den Remote-Standorten installiert werden muss. Jedoch, so Whitehouse: „Es wird letztlich auch nicht teurer sein als bei Vor-Ort-Backups. So oder so müssen Sie in Technologie investieren.“

Auf dem Markt gibt es heute eine Vielzahl von Software-Produkten für zentralisierte Backups. Zu ihnen zählen CommVault Simpana, EMC Networker, IBM Tivoli Storage Manager und Symantec NetBackup.

Cloud-Dienste für Backups von Remote-Standorten

Auch mit Hilfe eines öffentlichen oder privaten Cloud-Dienstes lassen sich die Daten von Remote-Standorten sichern. Dies hat große Ähnlichkeit mit zentralisierten Backups, nur dass in diesem Fall die Backup-Daten all Ihrer Remote-Standorte in der Cloud aufbewahrt werden.

Viele Dienste für Cloud-Backups arbeiten mit einer lokalen Appliance, die mit der Cloud synchronisiert wird. Vor der Verschiebung in die Cloud bleiben die Daten also eine Zeitlang auf der Appliance. Dadurch können Nutzer wenn nötig ihre Daten lokal wiederherstellen, haben sie aber für Zwecke des Disaster Recovery (DR) auch extern vorliegen. „Ich glaube, viele Cloud-Anbieter haben erkannt, dass nicht einfach jeder seine Sachen in der Cloud ablegen sollte. Denn wenn Sie nichts mehr vor Ort haben, wie soll dann eine lokale Wiederherstellung möglich sein?“, sagt Whitehouse.

Allerdings haben Unternehmen bei der Cloud weniger Kontrolle über ihre Daten. Bei der Auswahl ihres Anbieters sollten Sie sorgfältig vorgehen, denn „nicht jeder hat die gleichen stringenten Prozesse und Praktiken zum Schutz und für den Zugriff auf Daten. Wenn etwas nicht funktioniert, sind Sie Ihrem Anbieter ziemlich ausgeliefert“, erklärt Whitehouse. Wenn Sie nicht an Ihre Daten herankommen, kann das erhebliche Ausfallzeiten bedeuten.

Beispiele für Anbieter von Cloud-Backups, die hybride Dienste im Programm haben, sind Axcient Inc., i365 (eine Seagate-Tochter), IBM Corp., Iron Mountain und Nine Technologies.

Fallstudie: Beratungsfirma entscheidet sich für zentralisiertes Backup von Remote-Standorten

Paul Slager ist Manager für Informationssysteme bei LWG Consulting, einer Beratungsfirma, die  ihre Kunden nach technischen Katastrophen unterstützt. LWG hat 22 Remote-Standorte in den ganzen USA und weltweit. Sie alle werden zunächst mit CommVault Simpana 9 in einem zentralen Rechenzentrum gesichert. Dann erfolgt für Fälle von DR ein weiteres externes Backup an einem der Remote-Standorte.

Slager hat sich für einen zentralisierten Ansatz für seine Remote-Standorte entschieden, weil auch die meisten Anwendungen des Unternehmens vom Hauptquartier aus laufen. „Es hatte Sinn, alles dort zu zentralisieren, wo auch das IT-Personal ist“, erklärt er. „In den Satelliten-Büros haben wir keine IT-Leute, also war das fast schon zwingend“. Das zentrale Rechenzentrum hat zudem die schnellste Internet-Anbindung.

Abgesehen vom ersten Backup in das zentrale Rechenzentrum gab es bislang laut Sager keine Probleme. „Das initiale Backup kann, abhängig von der Menge an Daten, definitiv sehr lange dauern, vor allem wenn man keine sehr schnelle WAN-Strecke hat. Aber das ist bei jedem Produkt so. Wenn wir diesen Teil erst einmal hinter uns haben, gibt es hier wirklich keine Schwierigkeiten mit Backups.“

Bei seiner Suche nach Software, die sich für die geplanten zentralisierten Backups eignet, machte Slager sich eine Liste mit allen Eigenschaften, die er für erforderlich hielt. Nach der Beschäftigung mit einigen Möglichkeiten fiel seine Wahl letztlich auf Simpana 9.

Simpana 9 überwacht und verwaltet eine Umgebung in einem großen Rechenzentrum, indem auf jedem Remote-Server und Remote-Desktop/Laptop ein Backup-Agent installiert wird, der Deduplizierung an der Quelle beherrscht. Das erklärt Jeff Echols, Leiter für globale Allianzen und Cloud-Strategie bei CommVault. Anschließend erfolgt eine globale Deduplizierung über alle Standorte hinweg, und nur die veränderten Blöcke werden via WAN gesichert. „Der Prozess ist ziemlich einfach, wenn man die anfängliche Einrichtung erledigt hat“, so Slager zufrieden.

Wie Sie den richtigen Ansatz für Ihre Bedürfnisse finden

Laut Echols kann es Vorteile für die Nutzer haben, wenn Remote-Standorte zentral gesichert werden. „Meistens hat man dann Richtlinien und Verfahren besser im Griff, weil das IT-Personal in der Zentrale erfahrener ist“. Insgesamt aber halte er eher einen hybriden Ansatz für Remote-Backups für den richtigen Weg. „Hybrid-Lösungen haben das Potenzial, das Beste aus zwei Welten zu bieten, wenn ihre Architektur stimmt“, so der Manager.

Auch Whitehouse hält es für das beste Vorgehen bei Backups von Remote-Standorten und -Büros, lokale Backups mit der Replikation einer Kopie an einem zentralen Standort – physisch oder virtuell in der Cloud – anzulegen. „Wenn ich eine externe Kopie habe, muss ich nicht überall Personal haben. Ich kann dann alles auf Entfernung steuern, und das ist recht kostengünstig“, erklärt sie.

Artikel wurde zuletzt im April 2011 aktualisiert

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