Zehn Punkte, die ein IT-Disaster-Recovery-Plan enthalten muss

Die in diesem Artikel angesprochenen zehn Punkte sollten in jedem Disaster-Recovery-Plan vorhanden sein. Nur dann ist der DR-Plan zuverlässig.

Dieser Artikel behandelt

Disaster Recovery

Es gibt viele Faktoren, die Sie bei einem IT-Disaster-Recovery-Plan (DRP) beachten müssen. Einige haben mit dem Standort zu tun, andere sind eher allgemeiner Natur. 

In diesem Beitrag sprechen wir über die zehn wichtigsten Faktoren, damit ein IT-DR-Plan erfolgreich ist. Unternehmen priorisieren diese Punkte möglicherweise etwas unterschiedlich. Allerdings sollten sie irgendwo in jedem DR-Plan vorhanden sein.

1. Disaster-Recovery-Pläne müssen aktuelle Listen für Kommunikation oder Telefonnummern enthalten.

Die Kommunikation mit anderen Mitarbeitern ist während eines Desasters essenziell. Einige Unternehmen nutzen dafür Produkte von Drittanbietern. Damit sind zum Beispiel Everbridge oder MIR3 gemeint. 

Die Kommunikation mit anderen Mitarbeitern ist während eines Desasters essenziell.

Es ist allerdings weniger entscheidend, wie Sie diese Liste erstellen. Viel wichtiger ist, dass diese auf einem aktuellen Stand ist. 

Die Liste sollte auch Vertreter für jede Schlüssel-Personalie enthalten, sowie Kontaktinformationen, wie sie auf alternative Weise erreichbar sind. 

Nutzen Sie einen Anrufbaum, stellen Sie sicher, dass sich der Kreis schließt. Die letzte Person auf der Liste bestätigt somit, den Anruf erhalten zu haben. Einige Mitarbeiter sollten als Manager der Kommunikationsliste fungieren. Diese überprüfen dann die Antworten und kontaktieren die Vertreter, sollte das notwendig sein.

2. Arbeiten Sie während eines Desasters ein detailliertes Skript ab

Befinden Sie sich im Wiederherstellungs-Modus, geschehen viele Sachen gleichzeitig. Das sorgt mit Sicherheit für Verwirrung. Um den Disaster-Recovery-Prozess zu vereinfachen, sollte sich ein detailliertes Skript oder eine Schritt-für-Schritt-Anleitung in Ihrem DR-Plan befinden. Das Skript sollte von mehreren Mitgliedern des DR-Teams unter die Lupe genommen werden. 

Es gibt natürlich keine Garantie, dass die selbe Person das Skript abarbeitet, die es erstellt hat. Deswegen ist es am einfachsten, eine Aufzählung mit einfach zu befolgenden Schritten bereitzustellen. In einem realen Wiederherstellungs-Szenario wird es enormen Druck geben und viele Dinge müssen zur gleichen Zeit ausgeführt werden. 

Ein Desaster hält sich auch nicht an Geschäftszeiten. Tritt der DR-Plan mitten in der Nacht in Kraft, ist die Verwirrung sicherlich noch höher. Versuchen Sie, die im Plan aufgezeigten Schritte so einfach wie möglich zu halten. Rechnen Sie außerdem mit Fehlern und zeigen, wie sich diese korrigieren lassen. Ein Beispiel eines Stichpunktes könnte wie folgt aussehen:

„Verbinden Sie das Netzwerk-Kabel mit dem PC. Wird kein Netzwerk gefunden, überprüfen Sie, ob die Netzwerkkarte des PCs ein sichtbares Signal zeigt.“

Einfache und direkte Anweisungen können eine echte Hilfe sein, wenn Sie sowieso im Stress und müde sind. Vermeiden Sie Ausdrücke, die man missverstehen könnte – das gilt vor allem, wenn Mitarbeiter extrem müde sind. Verwenden Sie technische Fachausdrücke, die man eventuell nicht versteht, stellen Sie ein Glossar zur Verfügung.

3. Testen Sie den detaillierten Disaster-Recovery-Plan mehrfach

Es ist möglich, einzelne Teile des Disaster-Recovery-Plans separat zu testen. Sie sollten den gesamten DR-Plan allerdings mindestens einmal pro Jahr komplett durchexerzieren. 

Versuchen Sie, die im Plan aufgezeigten Schritte so einfach wie möglich zu halten.

Auch nach größeren Änderungen ist das dringend anzuraten. Testen Sie den DR-Plan einmal im Vierteljahr, sind die Mitarbeiter besser damit vertraut. 

Noch effizienter ist es, den Plan immer mit unterschiedlichen Team-Mitgliedern zu üben, sofern das machbar ist. Wenn Sie den Disaster-Recovery-Plan testen, gehen Sie nicht davon aus, dass alles glatt läuft. Genau aus diesem Grund ist es so wichtig, diesen zu testen. 

Gehen Sie auch immer von unüblichen Konditionen aus. Sie müssen zum Beispiel für unerwartete Ereignisse eine Lösung finden. Was würde das Team tun, wenn eine Festplatte oder eine technische Komponente ausfällt?

4. Jedes Mitglied des Teams sollte mit der zugeteilten Rolle vertraut sein.

Weiterhin müssen sich die Vertreter in Ihrer Rolle wohl fühlen. Möglicherweise ist ein Team-Mitglied primär für die Applikationen zuständig. Sollte die oder der Angestellte ebenfalls die Vertretung für Telekommunikation sein, stellen Sie sich, dass sie oder er sich dieser Rolle bewusst ist und weiß, was damit verbunden ist.

5. Stellen Sie eine Liste mit 24-Stunden-Lieferdiensten und Restaurants in der Nähe des Recovery-Standorts auf.

Dieses Thema scheint als „unbedingt wichtig“ etwas seltsam zu sein. Dennoch ist es oftmals sehr wichtig. Sehr wahrscheinlich verbringen Sie viele Stunden am Backup-Standort und müssen früher oder später die Vorräte auffrischen. 

Sie wollen nicht nach potenziellen Möglichkeiten suchen, wenn sowieso jede Minute wertvoll ist. Nicht selten verbringen Sie mehr als 24 Stunden an einem Recovery-Standort. Weiterhin sollten Sie wissen, wo die nächsten Hardware- oder Bürozubehör-Läden sind.

6. Nehmen Sie eine Anwendungs-Liste in Ihrem DR-Plan auf.

Eine Anwendung-Liste enthält jegliches Software-Paket, das für den Wiederherstellungs-Prozess benötigt wird. Sie sollte immer in einer Master-Liste auftauchen. Jeder Eintrag enthält idealerweise den Namen der Anwendung, unter dem die technischen Mitarbeiter diese kennen und wie sie der Business-Seite bekannt ist. 

Außerdem sollten technische Details wie zum Beispiel Server-Name und so weiter aufgeführt sein. Sinnvoll sind auch technische Fakten wie zum Beispiel der Besitzer der Anwendung, komplette Kontaktinformationen und Backup-Kontakte.

7. Stellen Sie ein aktuelles Netzwerk-Diagramm des gesamten Netzwerks und des Wiederherstellungs-Orts im DR-Plan zur Verfügung.

Jede Node an einem Switch und den Schaltschränken sollte eindeutig identifizierbar sein. Bei einer Wiederherstellung wollen Sie nicht anfangen müssen, den Kabeln in den Switchen zu folgen oder durch den Doppelboden kriechen.

8. Der DR-Plan sollte eine einfache Anfahrtsbeschreibung enthalten, wie man den Wiederherstellungs-Standort schnell erreichen kann.

Gehen Sie nicht davon aus, dass jeder weiß, wie er den Recovery-Ort erreicht. Weiterhin sollten Sie alternative Anfahrtswege beschreiben. Es kann immer passieren, dass die Haupt-Route aus irgendwelchen Gründen gesperrt ist. Außerdem sind ausgewiesene Parkmöglichkeiten sinnvoll.

9. Zusätzliche Informationen wie zum Beispiel eine Liste mit Anbieter-Kontakten und Versicherungs-Dokumentationen mit Versicherungs-Nummern sind hilfreich.

Zusätzlich sollten Sie auch eine Liste mit allen Hardware- und Software-Lizenzen in den Disaster-Recovery-Plan aufnehmen.

10. Ein Disaster-Recovery-Plan muss aktuell sein.

Der wichtigste Punkt für den Disaster-Recovery-Plan ist, dass er aktuell sein muss. Außerdem sollte sich am Wiederherstellungsort eine Kopie befinden. Sie wollen den Wiederherstellungsprozess auf keinen Fall mit einem veralteten Plan starten. 

Um diesen Umstand zu vermeiden, aktualisieren Sie den Plan am besten einmal pro Jahr oder wenn größere Modifikationen vorgenommen werden, die auch den Disaster-Recovery-Plan betreffen. Diese Änderungen könnten Hardware, Software-Upgrades, virtualisierte Server und anderes betreffen. Es geht um alles, was den aktuellen DR-Plan direkt betreffen würde.

Weitere Best Practices für Disaster-Recovery-Pläne

Zu den Best Practices für den Disaster-Recovery-Plan gehören, dass dieser verständlich und einfach zu befolgen ist. Behalten Sie im Hinterkopf, dass dieser nicht zu lange oder sehr komplex sein muss. Der DR-Plan sollte Aufzählungspunkte enthalten, denen man auf einfach Weise folgen kann.

Der wichtigste Punkt für den Disaster-Recovery-Plan ist, dass er aktuell sein muss.

Es gibt auch Umstände, in denen der Autor des Plans in einem Wiederherstellungs-Fall nicht persönlich anwesend sein kann. Disaster-Recovery-Pläne sollten so verfasst sein, dass eine andere Person mit ähnlichen Fähigkeiten die präzisen, im DR-Plan aufgeführten Schritte realisieren kann. 

Aus diesem Grund sollte der Autor von unnötigen technischen Fachausdrücken oder Abkürzungen Abstand nehmen. Sie sollten davon ausgehen, dass DR-Pläne unter extremen Umständen hinsichtlich Stress und Zeit ausgeführt werden. Bei der Durchsicht und Bearbeitung des Plans fragen Sie sich am besten immer wieder selbst, ob er einfach und verständlich genug ist, damit man diesem in stressigen und ermüdenden Situationen folgen kann.

Über den Autor:
Harvey Betan ist ein zertifizierter Consultant für Business-Continuity-Planung. Er hat Erfahrung im Bereich Disaster Recovery sowohl von technischer als auch geschäftlicher Seite. Er ist auf BC umgestiegen, nachdem er einer großen Versicherungs-Firma bei der Wiederherstellung geholfen hat, die im World Trade Center am 11. September ansässig war. Nachdem er rund 15 Jahre als leitender IT-Manager in den Bereichen Finanzen und Versicherungen, sowie für eine gemeinnützige Organisation gearbeitet hat, kann er über ein Jahrzehnt BC-Erfahrung vorweisen.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2014 aktualisiert

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