Backup und Recovery: neue Anforderungen – alte Probleme

Backup und Recovery in der Cloud eröffnen Anwendern neue Sicherungsoptionen. Trotz neuer Anforderungen und Lösungstypen bleiben die Probleme gleich.

Das Thema Backup ist eigentlich ein alter Hut und eindeutig besetzt: Möchte ein Unternehmen seine Business Continuity absichern und im Falle von Datenverlust oder Systemausfall nach wie vor online und betriebsfähig sein, so muss es ein Backup geben. Entsprechende Infrastrukturkomponenten werden hierfür redundant vorgehalten und Daten werden einem Backup-Plan folgend gesichert. Klingt erst einmal simpel.

Allerdings haben sich entscheidende Randparameter verändert. Die enorme Virtualisierung in den Rechenzentren führt zu anderen Datenaufkommen. Statt die Informationen nur eines Servers, liefert ein physischer Server nun Dutzend virtuelle beziehungsweise deren Daten. Ebenso verändern Software-defined Lösungen das RZ und nicht zuletzt bietet die Cloud weiteren Spielraum für Backup- und Restore-Strategien.

Man könnte nun zu dem Schluss kommen, das Backup sei komplizierter, komplexer und noch zeitaufwendiger geworden und es türmen sich lauter neue Probleme auf. Das mag auf den ersten Blick so scheinen. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber, dass die eigentlichen Backup-Probleme die alten – also die von vor 20 Jahren sind.

Ich möchte die Anforderungen, die vor allem die virtuellen Welten mit sich bringen, nicht schmälern oder kleinreden. Ebenso möchte ich nicht vernachlässigen, dass die Cloud valide Optionen für Backup und Disaster Recovery bietet, gerade für die, die sich weder das Personal noch einen zweiten RZ-Standort leisten können. Nichtsdestotrotz scheint es, als ob ganz grundsätzliche Probleme des Backups nach wie vor drängender sind.

Dabei geht es gar nicht darum, wie viele physische Server und welche Mengen an Daten wann und wohin gesichert werden sollen. Vielmehr ist es das drängendere Problem, überhaupt eine Backup-Strategie zu haben, einen Plan zu erstellen, zu wissen, welche Daten wirklich für die Betriebsfähigkeit unabdingbar vorhanden sein müssen und welche ein wenig länger ausfallen dürfen. Und dies gilt vor allem für die Unternehmen, sie sich nun aufgrund der Cloud-Optionen Gedanken über ein Backup machen.

Darüber hinaus sind der Kostenfaktor und der vermeintliche Sinn eines Backups auch Randparameter, die zeitlos bleiben. Die Mentalität, ein Backup koste nur, nutze dem Unternehmen nichts oder ließe sich nur schwer in monetären Wert umsetzen, hält sich leider hartnäckig. Dabei kann fast jede Firma von schauerlichen Szenarien eines Daten- oder Systemverlustes berichten. Dramatischer werden diese Schilderungen, wenn sich Daten aufgrund eines fehlenden oder nicht durchdachten Backups nicht wiederherstellen ließen. Dann lässt sich auf einmal sehr wohl ein monetärer Wert ermitteln, nämlich den des Produktionsstillstandes.

Wer also über Backup und Recovery und deren Umsetzung unter den neuen IT-Bedingungen nachdenkt, der sollte beim Essentiellen anfangen: beim Plan, der Sichtung der IT-Mittel, der Bewertung der Daten und der Planung von Testzyklen. Auch das Löschen von Daten sollte mit einfließen, um zum einen rechtliche Vorgaben zu bedienen und zum anderen Backup-Ressourcen – egal ob in der Cloud oder der eigenen Hardware – freizumachen.

Erst danach kann man sich an die technischen Details machen, wie zum Beispiel welche Software man für VM- oder Cloud-Daten benötigt oder wie sich OpenStack-Lösungen ins Backup integrieren lassen.

Etwas anderes hat sich ebenso nicht geändert beim Backup und ist noch wichtiger geworden aufgrund der Always-on-Anforderungen der Unternehmen: Ohne Backup gibt es kein Recovery und das gefährdet mittlerweile die Geschäftsfähigkeit jedes Unternehmens.

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Artikel wurde zuletzt im August 2015 aktualisiert

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