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Das Ende externer Speicher und der Trend zur Hyperkonvergenz

Traditioneller Storage kann mit den neuen IT-Welten kaum noch Schritt halten. Jesse St. Laurent erklärt, warum das Ende des externen Storage droht.

In einer Welt, in der die Menge von Daten, die erstellt, gesammelt und verwaltet werden müssen, weiterhin exponentiell zunimmt, sollte man glauben, dass die Speicherindustrie goldene Zeiten erlebt. Da die traditionelle Speichertechnik jedoch nicht dafür ausgelegt ist, mit der heutigen Technologie-Infrastruktur Schritt zu halten, sind wir mit der Tatsache konfrontiert, dass die weltweiten Ausgaben für Speichersysteme in den letzten Jahren rückläufig waren. Sind also externe Speicher die nächsten Dinosaurier?

Wenn ja, lautet die nächste Frage: Wodurch werden sie ersetzt? Im folgenden werden die Faktoren skizziert, die zum „Aussterben“ der externen Speicher führen und zeigen vor allen, wohin sich der Markt stattdessen bewegt: hin zur Cloud und zur Hyperkonvergenz.

Infrastruktur von gestern: IT-Belastung erfordert Umdenken bei IT-Leitern

Externe Speicher wurden vor über zehn Jahren für den traditionellen Rechenzentrums-Stack entwickelt. Damals, in den 1990er Jahren bis Anfang der 2000er Jahre, arbeitete die „neue Generation“ von Startups mit externen Speichern ohne Flash, ohne Virtualisierung und ohne die Cloud. Mit der Einführung dieser neuer Technologien und mit der zunehmenden Mobilität und Dezentralisierung unserer Welt steht die Apokalypse für traditionelle externe Speicher bevor.

Traditionelle externe Speicher sind in der Praxis schwierig zu verwalten und werden schnell zu einer zeit- und kostenintensiven Belastung nicht nur für die IT, sondern für das gesamte Unternehmen. Da externe Speicher nicht gut zu virtuellen Maschinen passen und die Betriebskosten in die Höhe treiben, ist es kein Wunder, dass die Führungskräfte in den Unternehmen ihre Speichermöglichkeiten und die verfügbaren Optionen überdenken. Die Führungskräfte wollen ein Rechenzentrum, das

  • die geschäftlichen Risiken minimieren kann
  • die betriebliche Effizienz optimieren kann (zu geringeren Kosten)
  • flexibel und agil genug ist, um aktuelle und künftige betriebliche Anforderungen zu unterstützen

Betriebliche Anforderungen und die Herausforderungen der IT veranlassen die Führungskräfte, sich näher mit Investitionen zu befassen, die sich förderlich auf das geschäftliche Wachstum, Innovationen, Agilität und Wettbewerbsvorteil auswirken.

Die Infrastruktur von heute

Dies bringt uns zu den heutigen IT-Abteilungen und Anwendungen für Speicher. Die IT-Abteilungen stehen unter wachsendem Druck, die Effizienz zu erhöhen, und dies ist mit externen Speichern einfach nicht möglich. Eine Verbesserung der Effizienz bedeutet, die Arbeitsweise der IT zu verändern, und das wiederum erfordert die Einführung neuer Technologien.

Die heutigen Unternehmen – wie Facebook und LinkedIn – sind „in der Cloud geboren“ und so ausgelegt, dass sie Ausfallsicherheit in der Anwendungsschicht bieten. Diese Applikationen brauchen einfach keine externen Speicher. Dies bedeutet jedoch nicht, dass traditionelle Applikationen – wie zum Beispiel Microsoft Exchange –  ihre Rechenzentren nicht auch vergleichbar den neuen Unternehmen konzipieren können. Alle diese Applikationen basieren heute auf der Cloud und der Virtualisierung, also Technologien, die es bei der Einführung der externen Speicher noch nicht gab. Vereinfacht gesagt: Externe Speicher sterben aus, weil sie nicht für die heutige Infrastruktur gemacht sind.

Der Aufstieg der hyperkonvergenten Infrastruktur

Die Erwartungen einer hohen Umsatzrendite für Investitionen in große Rechenzentren steigen, und die Unternehmen wollen kein Risiko eingehen. Aus diesem Grund – und aufgrund des  Aussterbens der externen Speicher – ist die hyper-konvergente Infrastruktur zu einem Bestandteil der Modernisierungsbewegung in den heutigen Rechenzentren geworden. Diese Technologie konsolidiert alle IT-Prozesse unterhalb des Hypervisors und eröffnet den Rechenzentren die Möglichkeiten, die von Führungskräften und IT-Abteilungen benötigt werden. Darunter etwa verbesserte betriebliche Effizienz, Flexibilität und Agilität bei minimiertem Risiko – und das alles noch dazu ohne signifikante Betriebsunterbrechungen bei der Einführung.

Die Hyperkonvergenz verbessert die Effizienz im Rechenzentrum und verringert die Management-Komplexität, wodurch sie der externen Speichertechnik voraus ist. Sie ermöglicht außerdem Cloud-typische wirtschaftliche Vorteile und Skalierung ohne Beeinträchtigung der Performance, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit, die von den Rechenzentren erwartet wird. Außerdem stellt die Hyperkonvergenz sicher, dass die Daten bei einem Ausfall oder bei Beschädigungen zurückgewonnen, wiederhergestellt und abgesichert werden können. Das Konzept erfüllt damit wesentliche Anforderungen, die an die heutige IT gestellt werden.

Die Hyperkonvergenz ist auch auf der betriebswirtschaftlichen Ebene attraktiv. Sie generiert Effizienzvorteile ohne signifikante betriebliche Unterbrechungen und erlaubt der IT eine sinnvollere Nutzung der Arbeitszeit, wodurch Unternehmen letztendlich Geld sparen.

Umsetzung der hyperkonvergenten Infrastruktur

Ein Aspekt der Hyperkonvergenz, der CIOs und CTOs sehr gelegen kommt, ist, dass sie sofortige Vorteile bringt, ohne dass die vorhandene Infrastruktur unbedingt ersetzt werden muss.

Die für die Hyperkonvergenz eingesetzten Produkte lassen sich nahtlos in eine bestehende Umgebung integrieren, indem man Rechenzentrum und Server konsolidiert. Sie können auch die vorhandene Technologie reibungslos modernisieren, indem die Legacy-Architektur schrittweise außer Betrieb gesetzt und die neue Infrastruktur im Rahmen der verfügbaren Finanzierungs- und Raumkonzepte eingeführt wird. Einer der überzeugendsten Vorteile der Hyperkonvergenz ist die Möglichkeit einer sehr feinkörnigen Skalierung der Infrastruktur. Die Unternehmen können im kleinen Rahmen beginnen und die IT-Umgebung schrittweise ausbauen, ohne ihr Budget übermäßig zu beanspruchen.

Ein weiterer Vorteil der Hyperkonvergenz, den externe Speicher nicht bieten können, besteht darin, dass sie von einem einzigen Management-System kontrolliert wird und dass daher auch Außenstellen ebenso wie lokale Standorte verwaltet werden können. Angesichts der für solche Außenstellen typischen Beschränkungen beim verfügbaren IT-Personal und beim Budget bietet die Hyperkonvergenz eine effiziente Handhabung und Absicherung der Daten sowie eine einheitliche Verwaltung. Damit bietet die IT-Umgebung hohe Agilität, Effizienz und Performance, und dies, wann und wo immer das Unternehmen diese benötigt.

Über den Autor:
Jesse St. Laurent ist Vice President of Product Management bei SimpliVity.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert

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