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Notfall-Management mit Business Continuity und Disaster Recovery

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Data-Storage und Backup koordinieren? Das können Sie gleich vergessen!

Mit der schnell wachsenden Datenmenge wird die Zeit für Backups immer knapper. Storage-Abteilungen müssen bestehende Technologien besser integrieren.

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Rich Castagna

Viele Storage-Abteilungen rennen beim Thema Data-Storage und Backup-Schutz gegen Windmühlen an. Es gibt einfach zu viele Daten und nicht genug Zeit, diese zu sichern. Vielleicht ist es an der Zeit, eine andere Strategie zu verfolgen.

Wir schreiben das Jahr 2013 und plagen uns immer noch mit Backups. Die IT bewegt sich eigentlich ständig. So lange ich denken kann haben sich die Methoden, mit denen wir unsere Backups schützen nicht oder kaum verändert. Dabei bin ich wahrlich kein Kind mehr. Technologien wie Deduplizierung, sowie größere und schnellere Storage-Ziele für all die angehäuften Daten, haben Backup-Prozesse natürlich verbessert. Allerdings sind wir in Sachen Monitoring und Administration der Datensicherungen eigentlich immer noch auf demselben Stand wie vor zehn, 20 oder 30 Jahren.

Grundlos stagnieren nur wenige Bereiche im Technologie-Bereich. Es gibt auch viele Gründe, warum das Backup an sich keine großen Sprünge gemacht hat. Wie überall auf der Welt muss man nur dem Pfad des Geldes folgen und viele Mythen lösen sich automatisch. Backups sind ein sehr komplexes Gebilde. Dafür brauchen Sie Backup-Software, Hardware, Arbeitskraft und spezielle Erfahrung. Somit ist das für Hersteller und Anbieter ein sehr lukratives Geschäft. Daher ist für sie die Motivation daher gering, den Prozess einfacher zu machen oder diesen zu modernisieren.

Wir sind aber auch selbst Schuld. Im Laufe der Jahre haben wir uns einfach damit abgefunden, dass wir speziell ausgebildete Leute brauchen. Diese wiederum stellen sicher, dass sämtliche Backup-Software  und -Hardware reibungslos laufen. Wenn jemand plötzlich fragen würde, warum man so viele Kopien erstellt und so viele Daten sichert, stellt sich eine gewisse „ist schon immer so gelaufen“-Mentalität ein. Das Umstellen von Backup-Prozessen ist natürlich auch keine einfache Aufgabe. Das gilt im Speziellen, wenn Sie viele alte Datenbestände auf Bändern gespeichert haben.

Dennoch kann man Herstellern und Anwendern einige Dinge vorwerfen, für die sie gemeinsam eine Lösung hätten finden können. Die Menge an Daten wächst rasend schnell und setzt die Storage-Lösungen in Firmen unter enormen Druck. Mit Sicherheit wissen viele Storage-Profis auch, dass man nicht alles bis in die Ewigkeit aufheben muss. Das Problem ist aber, dass die Administratoren nicht wissen, welche Daten sie löschen dürfen. Somit speichert Ihr Unternehmen vielleicht Daten, die eigentlich schon lange in die Tonne gehören. Erschwerend kommt hinzu, dass diese nutzlosen Dateien immer wieder kopiert werden und Sie mehrfache Ausgaben von Datenmüll vorhalten. Vor sechs oder sieben Jahren haben sich einige Startups Gedanken über Klassifizierung von Daten gemacht und entsprechende Produkte vorgestellt. Diese hätten geholfen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Allerdings wurden die entwickelten Konzepte zum Großteil ignoriert und die guten Ideen sind fast wieder in der Versenkung verschwunden. Somit müssen Backup-Administratoren selbst entscheiden, was sie aufheben und was nicht.

In Zeiten der Krise haben sich Unternehmen mit Einkäufen von neuem Storage-Equipment sehr zurückgehalten. Administratoren haben somit auch gelernt, die vorhandenen Storage-Lösungen so effizient wie möglich zu nutzen. Diese Kreativität schlägt sich natürlich positiv in den Backup-Prozeduren nieder. Allerdings reichen die Maßnahmen hinten und vorne nicht aus, um dem massiv ansteigenden Datenaufkommen Herr zu werden.

Vielleicht ist es an der Zeit, die Themen Data-Storage und Backup komplett zu überdenken. RAID und Erasure Codes sind zum Beispiel komplett in Systeme integriert. Somit laufen diese Technologien nach dem Aufsetzen fast eigenständig und der Monitoring-Aufwand ist sehr gering. Bei einer Modernisierung der Backup-Methoden sollte man sich hier ein Beispiel nehmen und diese viel enger mit den Storage-Systemen verzahnen. Externe Backup-Prozesse sind einfach nicht mehr zeitgemäß. In vielen Firmen ist die Datensicherung zum morgendlichen Arbeitsbeginn häufig noch nicht einmal abgeschlossen. Manche versuchen das Problem mit mannigfaltigen Backup-Sätzen einzudämmen. Durch den hohen Zeitdruck könnte es vorkommen, dass unter Umständen wichtige Daten durch das Backup-Fenster schlüpfen und somit ungesichert sind. Einige Firmen haben sogar schon komplett aufgegeben, alle Daten zu sichern. Man fokussiert sich hier auf die Unternehmens-kritischen Bereiche. Bezüglich des Rests drückt man die Daumen und hofft.

Es muss eine einfachere Möglichkeit geben. Lassen wir das traditionelle Backup einfach mal komplett außen vor. Die Tools und Technologien dafür haben wir. Diese müssen nur besser integriert werden. Man könnte glauben, dass Continuous Data Protection (CDP) bereits in den Plänen zum Schutze der Daten aufgenommen ist. Allerdings hat sich die Einführung als zäh erwiesen. In unserer letzten Umfragen haben 18 Prozent der Befragten angegeben, dass Sie eine Form von Continuous Data Protection benutzen. 13 Prozent wollen so eine Art Schutz noch dieses Jahr einführen.

Die Kombination von Continuous Data Protection plus Snapshots plus Replikation könnte das Wundermittel gegen die Backup-Seuche sein. Mit CDP würden die Daten Ihres Unternehmens nicht in einer monströsen Nachtschicht gesichert, sondern über den ganzen Tag verteilt in kleinen Häppchen. Stellen Sie sich nun vor, wenn Continuous Data Protection im Betriebssystem des Storage-Gerätes wie jeder andere Dienst auch integriert wäre. Natürlich müssen Sie die Feineinstellungen selbst vornehmen. Damit bestimmen Sie, wie oft Daten gesichert werden sollen und wohin Sie diese schicken möchten. Der Prozess würde allerdings fast unbemerkt im Hintergrund laufen und würde wesentlich weniger stören, als traditionelle Backup-Methoden.

Auch wenn das Backup komplett integriert und nahezu unsichtbar ist, können Sie es nicht ganz alleine werkeln lassen. Ein gewisses Maß an Monitoring ist trotzdem notwendig. Vertrauen ist gut, Kontrolle bekanntlich besser. Der Administrator muss zum Beispiel überprüfen, ob Datenbank-Tabellen in einem konsistenten Zustand gesichert wurden. Dafür können Sie Microsoft VSS oder eine ähnliche Technologie verwenden. Weiterhin wollen Sie die Kontrolle haben, wann und welche Dateien kopiert werden. Sie müssen also die Möglichkeit haben, die Feinabstimmung von Continuous Data Protection selbst festzulegen. Somit können Sie zwischen kritischen Unternehmens- und Anwender-Daten differenzieren.

Es gibt viele weitere Punkte, die es zu beachten gibt. Wenn Sie aber eine gute Datenschutz-Applikation mit in das komplexe Gebilde einbeziehen, werden Sie bei eventuellen Anomalien gewarnt oder zumindest informiert.

Backups sind ein schwieriges Unterfangen. Allerdings könnte man mit der Modernisierung der Prozesse und der Integration in das komplette Storage-System die Arbeit wesentlich vereinfachen. Einige Startups und alteingesessene Unternehmen nehmen sich derzeit dieser Problematik an und versuchen Lösungen zu etablieren. Allerdings ist der Weg bis zum Ziel noch weit. Unbestritten ist, dass die Menge an Daten stetig zunimmt. Administratoren brauchen somit funktionierende Konzepte zum Schutz der Daten. Vielleicht hören die Backup-Hersteller endlich zu. Eines Tages müssen Sie sich hoffentlich um das Backup keine Sorgen mehr machen.

Über den Autor: Rich Castagna ist Chefredakteur von TechTargets Storage Media Group.

Artikel wurde zuletzt im Juni 2013 aktualisiert

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