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Datenwachstum im Griff mit Copy Data Management

Das immer stärkere Datenwachstum droht Unternehmen zu überfordern. Lösungsmöglichkeiten bieten Copy Data Management (CDM) und intelligente Arrays.

Es klingt wie ein Katastrophenfilm. Immer größere Datenmengen begraben Firmen unter sich.

Wie im Film „Blob“ von 1958 mit Steve McQueen fließt binäres Treibgut aus den Rechenzentren heraus in die Wildnis, wo große Data Lakes entstehen.

Ähnlich wie im Juli 2017 ein riesiger Eisberg von 5.800 qkm Fläche von der Antarktis abbrach, können sich auch große Datensplitter lösen und für bedrohliche Situationen sorgen.

Dateneisberge brechen von Rechenzentren ab. Persönliche und Kreditkartendaten der Kunden werden offengelegt und liegen den Räubern des Dark Web offen, die Identitäten wie Popcorn verkaufen.

Zittern Sie schon?

Das Datenwachstum ist eine Tatsache

Das eben gezeigte Szenario ist wohl etwas übertrieben. Aber die Gefahren sind dennoch real. Obwohl die Debatte „Alles aufbewahren gegen Nichts aufbewahren“ langsam abklingt, sind viele Unternehmen immer noch überzeugt, dass Daten bares Geld wert sein können. Horten hat über Löschen gesiegt.

Ständig werden Daten gesammelt, die irgendwie ihren Weg ins Rechenzentrum finden. Angesagte Geräte überwachen jeden Ihrer Schritte im realen Leben oder im Internet.

Wir sind datensüchtig geworden, auch wenn wir nicht wissen, was wir mit all den Daten anfangen sollen.

Ich glaube, dass manche Unternehmen so damit beschäftigt sind, Daten zu sammeln und auszuwerten, dass sie gar nicht mehr dazu kommen, Produkte zu verkaufen.

Datenkapazität ist außer Kontrolle

Das Problem mit dem Datenwachstum besteht darin, dass man die Daten irgendwo speichern und dann auch schützen muss. Beides verursacht Kosten und beansprucht Ressourcen.

Bereits vor dem Zeitalter des Hortens war das Speichern und Schützen von Daten eine anspruchsvolle Aufgabe. Ich persönlich beschäftige mich seit über 15 Jahren mit Storage und vor nicht allzu langer Zeit waren Anwender noch stolz auf brandneue Arrays mit 50 oder 100 Terabyte Kapazität. Eine solche Datenmenge kann heutzutage auf einer einzigen SSD untergebracht werden und der Umgang mit Petabytes ist alltäglich geworden.

Das Problem wird dadurch verschärft, dass sich viele Administratoren und Geschäftsführer nicht ausreichend um Datenwachstum und Schutz kümmern. Laut einer Umfrage von Vanson Bourne im Auftrag der NTT Group (Juli 2017) gaben nur 40 Prozent der weltweit Befragten an, dass sie von der neuen Datenschutz-Grundverordnung der EU (EU-DSGVO) betroffen sind. In Deutschland und Österreich waren es zwar 53 Prozent, aber das ist auch kein Ruhmesblatt. Dann tatsächlich werden sich wohl alle Unternehmen mit der neuen Gesetzgebung auseinanderzusetzen zu haben. Den Kopf in den Sand stecken und sich nicht vorbereiten, kann Kundendaten gefährden und zu Millionenstrafen führen.

Data Management ist möglich

Es gibt durchaus Produkte, die beim Umgang mit der Datenflut hilfreich sind. Dazu gehören Anwendungen zu Data Management ebenso wie Systeme, die die Menge der Daten im Unternehmen begrenzen und verwalten können. Produkte für Copy Data Management (CDM) auf Hardware- oder Software-Basis können zwar den Zufluss von Daten ins Unternehmen nicht verhindern, aber sie können eine allzu große Ausbreitung einschränken und das Datenwachstum begrenzen.

Am Markt durchgesetzt haben sich CDM-Produkte allerdings noch nicht. Actifio als Pionier hat 2011 die ersten Produkte herausgebracht. Seitdem haben weitere Anbieter wie Catalogic, Cohesity und Rubrik sowie einige traditionelle Storage und Backup-Hersteller den Ring betreten. Dennoch sind nur wenige Hersteller in diesem Segment unterwegs. Laut einer Umfrage von TechTarget verwenden nur 15 Prozent der Befragten CDM-Produkte. Vier Prozent fahren Pilotprojekte. Zwölf Prozent beabsichtigen die Anschaffung von CDM kurzfristig und weitere 14 Prozent langfristig. 55 Prozent beschäftigen sich überhaupt nicht mit dem Thema.

CDM ist nicht der einzige Lösungsansatz. 2014 stellte Data Gravity seine innovative Produktreihe der Discovery Arrays vor. Diese bieten für unstrukturierte Daten starke Mehrwerte. Das System speicherte Daten intelligent: Es wurde verfolgt, wer Daten speicherte, wer Leserechte hatte, ob die Daten kopiert wurden und so weiter. Solche wertvollen Informationen bieten traditionelle Arrays nicht.

Data Gravity konnte sich leider am Markt nicht durchsetzen. Zunächst stellte der Anbieter sein Produkt von einer Appliance zu einer reinen Softwarelösung um. Auch das half nicht und Data Gravity hat im Juli 2017 sein gesamtes geistiges Eigentum an den Sicherheitsspezialisten Hytrust verkauft. 

Es ist sehr schade, dass Data Gravity nicht mehr bewirken konnte. Denn insgesamt müssen Storage-Systeme klüger werden mit eingebautem Data Management.

Die IT bewegt sich oft nur zögernd von einer Herausforderung zur nächsten und lernt im Fortschreiten Lektionen. Am Ende kommen oft gute Lösungen dabei heraus. Um des Datenwachstums Herr zu werden, ist Data Management gefragt. Sonst könnten wirklich Eisberge abbrechen.

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Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

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