Der Restore darf kein Stiefkind bleiben

Ein Backup allein kann im Krisenfall komplett nutzlos sein – wenn das Wiederherstellen der Daten misslingt.

Die Bedeutung von Backups ist den meisten Unternehmen bewusst, mögen sie die Sicherung ihrer Daten auch nicht immer optimal praktizieren. Doch ein Backup allein kann im Krisenfall komplett nutzlos sein – wenn das Wiederherstellen der Daten misslingt.

Trotz immer komfortablerer Backup-Lösungen, trotz eines jährlich aufrüttelnden „Feiertags“ und trotz wiederholter persönlicher Betroffenheit: Viele Anwender sehen Backups noch immer als lästig an und schieben deren Durchführung vor sich her. 

Kornelius Brunner,
Head of Product Management,
Teamviewer

Doch zumindest ein Bewusstsein für die große Bedeutung von Datensicherungen ist in den meisten Firmen vorhanden. Egal ob Start-up, Mittelständler oder Konzern – Daten sind für die Unternehmen ein überlebenswichtiger Wert.

Was dagegen noch immer stiefmütterlich betrachtet wird, ist der „kleine Verwandte“ des Backups: der Restore, also die Wiederherstellung der Daten nach einem Verlust. Dies zeigt eine NetApp-Studie, laut der nur 33 Prozent der befragten Mittelständler sicher sind, dass sie sich ihre Daten im Notfall richtig und schnell zurückholen können. 

Und nur ein Viertel der Unternehmen mit Datensicherungsprozessen übt oder testet einen solchen Ernstfall tatsächlich. Wer sich zu diesem gut vorbereiteten Viertel zählen will, sollte seinen Restore-Prozess auf folgende Punkte prüfen:

1. Prüfung der Flexibilität

Mit einem Backup sollte der Nutzer seine Daten an genau dem Ort speichern und wiederherstellen können, an dem er die Daten benötigt und ablegen will. Ein bekanntes Prinzip, mit dem sich auch verlegte Brillen und Autoschlüssel zuverlässig wiederfinden lassen. Für den Fall jedoch, dass der User den Sicherungsort vergessen hat und auch in der virtuellen Handtasche nichts zu finden ist, kann sich eine Suchfunktion innerhalb des Backups als sehr nützlich erweisen.

2. Prüfung der einfachen Handhabung

Gemäß Murphys Gesetz ereignet sich der Datenverlust immer im schlimmsten möglichen Moment. Sei es beim Finalisieren einer wichtigen Präsentation oder dem Verfassen eines dringenden Briefings für den Chef: Viel Zeit für die Suche nach den gesicherten Daten bleibt bei „Unfällen“ in der Regel nicht. Sie sollte jedoch auch nicht nötig sein. Denn ein großer Aufwand beim Zurückholen der Daten widerspricht genau der Grundidee des Backups, das ja als Rettungsschirm fungieren – und im rechten Moment aufgehen soll.

3. Prüfung des Anwenders

Übung macht bekanntlich den Meister. Damit der Anwender im Notfall nicht in Panik ausbricht und ihm der Restore flüssig von der Hand geht, sollten Mitarbeiter regelmäßig geschult werden und das Vorgehen für die Datenwiederherstellung einüben. Ebenso wie ein Autofahrer essenzielle Erste-Hilfe-Handgriffe nicht nur einmal im Leben vor der Führerscheinprüfung lernen kann, sondern sich diese immer wieder ins Gedächtnis rufen und proben muss. 

Neben offiziellen IT-Schulungen sind auch schriftliche How-to-Leitfaden und das selbständige Üben/Testen des Restores zu empfehlen. Denn auch das nutzerfreundlichste Backup kann nur so gut sein wie sein unsicherster Nutzer und dessen schnelle, effiziente Reaktion im Ernstfall.

Gerade in Zeiten, in denen Cyber-Angriffe für Unternehmen jeder Größenordnung zum Alltag werden, sollte sich niemand mehr auf die bedingungslose Verfügbarkeit der eigenen Daten verlassen. Doch auch ein banaler versehentlicher Löschvorgang kann einen normalen Arbeitstag schnell ins Chaos verwandeln. Umso wichtiger, sich nicht mehr blind darauf zu verlassen, dass der Restore-Kelch hoffentlich am eigenen Unternehmen vorübergehen wird.

Über den Autor: 
Kornelius Brunner ist Head of Product Management der Göppinger IT-Firma TeamViewer, die mit
airbackup ein stark verschlüsseltes und gesichertes Backupverfahren für Unternehmen anbietet.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2015 aktualisiert

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