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Die Suche nach der richtigen Cloud-basierten Backup- und Recovery-Lösung

Die Vielfalt an Cloud-Backup-Lösungen ist groß. Dabei gibt es drei Modellen für Backup und Disaster Recovery aus der Cloud: BaaS, DRaaS und RaaS.

Die schiere Vielfalt an Cloud-basierten Backup- und Disaster-Recovery-Lösungen kann überwältigend sein. Stellen Sie sich vor, Sie betreten ein Autohaus mit dem festen Vorsatz, mit einem Auto nach Hause zu fahren, doch man weiß nichts über die verschiedenen Marken und Modelle. Die riesige Auswahl an unterschiedlichen Limousinen, Transportern, SUVs, Cabrios und Vans ist extrem frustrierend. Anders ausgedrückt: Bevor man ins Geschäft geht, muss man bereits wissen, welchen Autotyp man überhaupt braucht.

Das Gleiche gilt auch für Cloud-basiertes Backup und Disaster Recovery. Soll die Datensicherungslösung vor Ort vollständig mit einer Cloud-Lösung ersetzt werden? Oder lieber nur ergänzen, um die Aufbewahrung von Magnetbändern an anderen Standorten abzuschaffen? Oder sollen die wichtigsten Geschäftsanwendungen im Katastrophenfall gar in der Cloud ausgeführt werden?

Es gibt viele unterschiedliche Cloud-basierte Disaster-Recovery-Lösungen, die verschiedene Anforderungen erfüllen. Um die verfügbaren Optionen zu verstehen und Verwirrung zu vermeiden, sollte man die drei Modelle verstehen: Backup as a Service (BaaS), Recovery as a Service (RaaS) und Disaster Recovery as a Service (DRaaS).

BaaS: Vollständiges Backup in die Cloud

Bei Backup as a Service (BaaS) handelt es sich um eine vollständige Datensicherungslösung, bei der alle Backup-Daten in der Cloud gespeichert werden. Es besteht zwar die Möglichkeit, eine Appliance vor Ort als lokalen Cache für die Backup-Daten zu nutzen, doch ist der primäre Speicherort die Cloud. Das Einzige, was man für solch eine Strategie benötigt, ist ein Internetanschluss – man kommt also ganz ohne Geräte vor Ort und eigene IT-Mitarbeiter aus. 

Bei kleinen Unternehmen mit wenigen oder gar keinen IT-Mitarbeitern ist BaaS dank seiner Einfachheit und seines günstigen Preises beliebt. Was jedoch fehlt, ist die Möglichkeit einer lokalen Wiederherstellung und die erweiterten Backup- und Recovery-Funktionen einer Datensicherungslösung vor Ort.

RaaS: Hybrides Backup in die Cloud

Recovery as a Service (RaaS) stellt eine hybride Strategie für Cloud-basiertes Backup und Recovery dar. Bei RaaS-Angeboten wird eine Datensicherungslösung vor Ort mit integrierter Cloud-Speicherung für die langfristige Archivierung oder Aufbewahrung kombiniert. RaaS erweitert die Datensicherung vor Ort mit der Offsite-Speicherung der Wiederherstellungspunkte – als Archivierungsmöglichkeit oder Schutz vor Katastrophen.

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Es ist Best Practice, mindestens eine Backup-Kopie an einem anderen Standort aufzubewahren, um das Hauptrechenzentrum vor möglichen Katastrophen zu schützen. Das wird üblicherweise mit Tape-Backups und einem Drittanbieter erreicht, der die Bänder sicher in einem Lager aufbewahrt.

Mit RaaS kann man die Datensicherung vor Ort mit der Replizierung (Kopie) der Backups an einen Cloud-Standort ergänzen. Die Datenreplizierung ist automatisiert und durch End-to-End-Verschlüsselung sicher. Wenn nötig, können die Backup-Daten direkt aus der Cloud wiederhergestellt werden – das ist wesentlich einfacher, als die Bänder von einem Lager anzufordern.

DraaS: Vollständiges Disaster Recovery in der Cloud

Disaster Recovery as a Service (DRaaS) ist eine erweiterte Form von RaaS und stellt eines der innovativsten Datensicherungsmodelle in der Cloud dar. Bei dieser Option werden Backup-Images unter der Verwendung von RaaS-Snapshot-Images von Windows- und Linux-Volumes, die virtuelle Maschinen (VMs) enthalten, in die Cloud repliziert. Dadurch ist es möglich, diese Backup-Images in VMs zu verwandeln, die in der Cloud ausgeführt werden, ohne dass sie dafür zurück ins primäre Rechenzentrum kopiert werden müssen.

„Cloud-Backups und -Recovery sind nicht das Gleiche wie der Betrieb einer Produktionsumgebung, da die Aufgaben für Failovers und Failbacks detailgenau erfüllt werden müssen.“

Christophe Bertrand, Arcserve

Das Ergebnis ist ein Rundum-Service für Backup und Disaster Recovery, der als zweites Rechenzentrum eingesetzt werden kann. Die Lösung verfügt über die volle nötige Rechenleistung, um die kritischen Anwendungen in der Cloud zu unterstützen, falls das primäre Rechenzentrum durch einen Stromausfall oder eine Katastrophe ausfällt.

DRaaS ist wahrscheinlich das interessanteste Modell für Cloud-basierte Backups und Recovery. Dennoch gehört noch viel mehr dazu als die reine Erstellung von virtuellen Maschinen in der Cloud mit ihren Backup-Images. Ist diese Fülle an Möglichkeiten zu überwältigend, gibt es Managed Service Provider (MSP), die Erfahrung in der Erstellung und dem Management von erfolgreichen Cloud-basierten Disaster-Recovery-Plänen haben.

Wenn man seine Anwendungen nicht in- und auswendig kennt, sollte man unbedingt die Dienste eines Experten im Bereich Disaster Recovery in Anspruch nehmen. Cloud-Backups und Recovery sind nicht das Gleiche wie der Betrieb einer Produktionsumgebung, da die Aufgaben für Failovers und Failbacks detailgenau erfüllt werden müssen. Ein MSP kann bei der Analyse der aktuellen Umgebung, der Entwicklung eines Disaster-Recovery-Plans und der Schulung der IT-Mitarbeiter helfen.

Über den Autor:
Christophe Bertrand ist Vice-President Product Marketing bei Arcserve.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2016 aktualisiert

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