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Die Zukunft von Storage liegt in der Multi Cloud

Die hybride Cloud hat keine Zukunft. Mittelfristig wird sich vielmehr eine Multi-Cloud-Strategie für große Unternehmen als zukunftsweisend zeigen.

Der Begriff „Hybrid“ scheint in der Speicherwelt im Moment allgegenwärtig zu sein – man denke nur an Hybridspeicher (eine Kombination aus Flash-Speichern und traditionellen Festplatten) und hybriden Clouds (eine Kombination aus öffentlicher und privater Cloud).

Dennoch müssen wir uns – so wie bei allen Trends – fragen, wie die Zukunft von Hybridarchitekturen tatsächlich aussehen könnte.

Die Zukunft von Hybridspeicher

Vor kurzem habe ich einen Artikel gelesen, in dem behauptet wurde, dass hybride Speicherarchitekturen, die Flash-Speicher und traditionelle Festplatten kombinieren, immer eine schlechte Wahl sind.

Hybride Konzepte seien ein Kompromiss zwischen einem veralteten und einem neuen revolutionären Konzept und auf lange Sicht werde das neuere Konzept 100 Prozent des Marktanteils übernehmen und Hybridlösungen wiederum veralten lassen.

Ich teile diese Meinung über die Unzulänglichkeit von hybriden Architekturen voll und ganz und würde auch noch die hybride Cloud auf die Liste setzen. Jedoch bin ich nicht der gleichen Meinung, was den Zeitrahmen angeht, in der Speicherarchitekturen vollständig Flash-basiert sein werden.

Wir sind auf dem Weg hin zu einer digitalen Welt, in der die Werte eines Unternehmens zunehmend in digitaler Form entstehen. Und diese Daten – seien sie aus dem Internet der Dinge (IoT), von Nutzern generiert, Videos, Dokumente, Backups, Archive – müssen irgendwie gespeichert werden.

Und all das in einem All-Flash-Speicher abzulegen, wäre selbst mit Komprimierungs- und Deduplizierungstechnologien unglaublich teuer, insbesondere, wenn man zudem bedenkt, dass viele unstrukturierte Daten nicht weiter komprimiert oder überhaupt nicht dedupliziert werden können.

Ich gehe davon aus, dass es in der Zukunft zwei Speichertypen geben wird. Der erste Typ hat extrem geringe Latenzen (weniger als eine Millisekunde) und dient für relationale Datenbanken, virtuelle Desktops, Home Directorys, virtuelle Rechenfarmen und die Analyse von Big Data. Die Daten müssen auf der Stelle verfügbar sein. Für diese Anforderungen sind All-Flash-Lösungen und hyperkonvergierte Systeme die besten Architekturen.

Der zweite Speichertyp ist auf Kapazität ausgelegt und dient der Speicherung der riesigen Datenvolumina – Backups, Videos und Data Lakes – des digitalen Zeitalters. Für Global 2000 Unternehmen, Medien- und Unterhaltungsanbieter, das Gesundheitswesen und Dienstleister ist die Speicherung solch einer Masse an Daten auf All-Flash- und hyperkonvergierten Systemen finanziell nicht zu leisten.

Eine geeignete Architektur dafür besteht aus einem verteilten System, bei dem die Daten auf preiswerten Standardservern mit großen Festplatten gespeichert werden, bei dem selbstheilende Software Datensicherheit garantiert und bei dem die Lasten automatisch verteilt werden. Genau das tun alle Cloud-Riesen und das ist es auch, was wir mit unserer Objektspeicherplattform mit all den Unternehmensfunktionen wie Authentifizierung und Sicherheit anbieten möchten.

Über die hybride Cloud hinaus. Die Zukunft gehört der Multi Cloud.

Die Neudefinition der hybriden Cloud wird viel bedeutendere Änderungen als Hybridspeicher mit sich bringen. Ich glaube nicht an die hybride Cloud. Ich glaube an die Multi Cloud.

Ich glaube nicht, dass Global 2000 Unternehmen 100 Prozent ihrer IT in die öffentliche Cloud verschieben werden. Das ist wirtschaftlich einfach nicht sinnvoll. Für aktive Daten, wenn eine Recheninstanz in 100 Prozent der Fälle verwendet wird, ist die öffentliche Cloud viel teurer als eine gut designte private Cloud-Infrastruktur.

Was für die IT von Global 2000 Unternehmen in Zukunft sinnvoll sein wird, ist voraussichtlich eine Infrastruktur aus mehreren Clouds. Große Unternehmen werden den digitalen Wandel nicht mit ihrer traditionellen IT-Infrastruktur bewältigen können, selbst wenn sie virtualisiert ist.

Einfacher gesagt: Sie wird einfach nicht wettbewerbsfähig sein. In einem Zeitalter, in dem der größte Teil unseres globalen wirtschaftlichen Werts digital erschaffen wird, kann man das Rennen einfach nicht gewinnen, wenn die eigenen Kosten für die digitale Infrastruktur höher als die der Konkurrenz sind.

Global 2000 Organisationen werden ihre IT in eine Cloud-IT mit einer kostenabhängigen Mischung aus privaten und öffentlichen Clouds verwandeln müssen. Sie werden ihre Daten je nach Workload programmatisch von einer Cloud in die andere verschieben müssen. Wenn Sie beispielsweise Videos produzieren, sollte sich das wichtigste Repository im Unternehmen befinden.

„Ich glaube nicht, dass Global 2000 Unternehmen 100 Prozent ihrer IT in die öffentliche Cloud verschieben werden. Das ist wirtschaftlich einfach nicht sinnvoll.“

Jérôme Lecat, Scality

Wenn Sie das Video aber über das Internet auf der ganzen Welt verteilen möchten, würden Sie es in eine öffentliche Cloud kopieren und die riesige Rechenleistung nutzen, um es in mehrere Formate zu konvertieren, und das Cloud-CDN (Content Delivery Network) nutzen, um es schnell zu verbreiten.

Sobald diese Kampagne dann vorbei wäre, könnten Sie das Video einfach wieder aus der Cloud löschen und so unnötige Speicherkosten sparen. Wenn das Video dann veraltet ist und Sie es archivieren möchten, würden Sie es in einer Archiv-Cloud wie Amazon Glacier verschieben. Es handelt sich dabei tatsächlich um Datenverschiebung, aber es ist nicht das gleiche wie das traditionelle Tiering.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und interne und externe Anforderungen zu erfüllen, müssen Unternehmen auf innovative Technologien setzen, die es ihnen ermöglichen, die Kontrolle über ihre kritischen Daten zu behalten und unstrukturierte Daten in mehreren Clouds zu verwalten.

Die Unternehmensspeicherung erlebt gerade dramatische Änderungen. Wir definieren sie neu, um digitalen Unternehmen von heute zu unterstützen. Wir leben in einer Zeit der grenzenlosen Innovationen und die Speicherung und das Daten-Management in der Multi Cloud werden schon bald ein Eckpfeiler dafür sein.

Über den Autor:
Jérôme Lecat ist CEO von Scality.

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Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

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