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Enterprise-Storage-Markt: Der lange heiße Sommer

Viele optimistische Aussagen über die Entwicklung des Marktes für Enterprise Storage haben sich nicht bewahrheitet. Aber es gibt Hoffnung durch neue Technologien.

Eigentlich ist der Sommer ja schon vorbei. Aber der Enterprise-Storage-Markt erinnert mich derzeit an den Film „Der lange heiße Sommer“ von 1958 mit Orson Welles und Paul Newman in den Hauptrollen nach Motiven von William Faulkner.

Im Markt gibt es derzeit eine Reihe von interessanten neuen Entwicklungen, die sich auf die Kaufentscheidungen 2018 auswirken werden. Ein Global 2000 Tech Service-Provider sagte mir neulich, dass sich das Geschäft mit der Public Cloud nicht so entwickelt wie geplant.

Statt voll auf die Public Cloud zu setzen, beschäftigen sich große Unternehmen lieber mit der hybriden Cloud mit Cloud Bursting, bei der Cloud Ressourcen eher sparsam eingesetzt werden. Die Public Cloud wird nur abgerufen, um Spitzenbelastungen abzufangen oder nicht mehr benötigte Daten zu parken.

Die Blütezeit ist vorbei, was ein aktives Verhältnis der Cloud zum Enterprise Storage angeht. Die Kunden haben gemerkt, dass die Cloud zu teuer ist und anfällig für Ausfälle und Sicherheitsvorfälle. WAN-Verbindungen mit ausreichender Bandbreite, Durchsatz und Entfernung sind teuer oder schwer zu bekommen.

Die Deltas der Daten machen Failover Clustering zu einem mühsamen Geschäft. Das ist nur dann kein größeres Problem, wenn der Cloud-Provider nicht mehr als 70 Kilometer vom Kundenstandort entfernt ist. Bei einer so geringen Entfernung ist es aber nicht unwahrscheinlich, dass beide gleichzeitig von einer Naturkatastrophe wie einem großen Sturm betroffen sein könnten.

Die Softwaredefinierte und hyperkonvergente Revolution findet nicht statt

Softwaredefiniertes Storage (SDS) und hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI) sollten für eine Revolution im Storage-Markt sorgen. Zumindest für den Moment ist das aber nicht der Fall.

Die jungen Wilden sollten Storage einfacher und kostengünstiger machen und die großen ungenutzten eisernen Storage-Arrays sollten abgelöst werden. Der Prozess der Dekonstruktion sollte in Schwung kommen.

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass Dekonstruktion einige unerwünschte Nebenwirkungen hat. Die Allokationseffizienz wurde geringer, weil Storage hinter Hypervisors und von Hypervisors kontrollierten SDS-Stacks versteckt wurde.

Anbieter wie StarWind machen mit ihren Hypervisor-neutralen SDS- und HCI-Appliances immer noch gute Geschäfte und vor allem die virtuellen Tape Libraries (VTL) laufen gut. Besonders die VTL als reine Softwarelösung feiert Erfolge, weil damit kleine und mittlere Unternehmen eine umfassende Data-Protection-Strategie für ihre Zweigstellen umsetzen können und Cloud Provider können damit VTLs auf Softwarebasis für ihre Kunden ausrollen.

Aber laut Anton Kolomyeytsev, CEO, CTO und Chief Architect von Starwind, ist noch eine umfassendere Transition notwendig. Vor dem Hintergrund der Unruhen in der Ostukraine fokussiert er den Enterprise-Storage-Markt und plant Initiativen, um Storage Arrays neu zu erfinden und neue Leistungsdimensionen bei Skalierbarkeit, Geschwindigkeit, Kosteneffizienz und Widerstandsfähigkeit zu erreichen.

Die Starwind „Liquid“ SAN-Architektur ist der Codename für ein neues Array, das gegen Dell EMC Unity und HPE 3PAR antreten soll.

Dank einer neuen Innovation sollen aber Preisschranken nach unten durchbrochen werden. Die Storage-Knoten sollen auf ARM-Prozessoren und standardmäßiger Wegwerfhardware ähnlich Raspberry Pi installiert werden, die mit SDS Softwarekontrollerknoten von Starwind kommunizieren. Diese Methode erweitert das Konzept von SDS und HCI und ist vom Hypervisor unabhängig.

Innovationen wie Liquid SAN können ihre Stärke in Verbindung mit anderen Neuentwicklungen wie LTO-8 zur Geltung bringen, die Magnetbändern einen weiteren Schub geben.

Magnetbänder an die Front

Das Interesse an Bandtechnologie war über die Jahre starken Schwankungen unterworfen. Das Interesse bestimmter Branchen wie Medien, Öl und Gas, Genomanalyse und allgemeiner Wissenschaft hat Band auch in schwierigen Zeiten am Leben erhalten.

Mittlerweile setzen die großen Cloud-Provider massiv auf Band als Massenspeicher für die Daten von Millionen Kunden.

Trotz dieser starken Nachfrage war für Tape-Spezialist Spectra Logic die Diversifizierung hin zu Festplatten und Flash unumgänglich.

Mit der Einführung von LTO-8, die wahrscheinlich zum Jahresende erfolgen wird, wird das Interesse an Magnetbändern neu belebt. Brian Grainger, Chief Sales Officer Spectra, erwartet, dass sein Unternehmen bald mit der Produktion von Bändern mit einer Kapazität von 12,8 TB nativ und 32 TB komprimiert sowie Transferraten von 472 Mbps nativ und 1,180 Mbps komprimiert beginnt.

Proprietäre Formate werden durch die Einführung von LTO-8 weniger attraktiv, das neue Dimensionen bei Kapazität und Geschwindigkeit eröffnet.

Fazit

Wie im Film steht die Plantage von Will Varner (Orson Welles) vor drastischen Veränderungen. Aggressive junge Männer wie Ben Quick (Paul Newman) treiben den Wandel voran.

Der Enterprise-Storage-Markt kann mit einer Mischung aus alten und neuen Technologien das Geschäft am Laufen halten. Der lange heiße Sommer könnte den Weg zu einer reichen Ernte eröffnen.   

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2017 aktualisiert

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