Fibre Channel ist tot – es lebe Fibre Channel

Neue Speicherarchitekturen und Storage-Konzepte lassen FC-Technologien altbacken oder gar obsolet erscheinen, allerdings ist sie nach wie vor aktuell.

Als 1422 in Frankreich König Karl VI starb und Karl VII („der Siegreiche“) gekrönt wurde, entstand das Sprichwort: „Le roi est mort, vive le roi! “ (Der König ist tot, es lebe der König!). Es sagt aus, dass es Kontinuität im Wandel gibt. Dasselbe gilt in der Speicherwelt für Fibre Channel (FC). Obwohl es manchmal scheint, als wäre Fibre Channel schon tot oder läge im Sterben, bringt die Technologie weiter Innovationen hervor und ist dominierend bei der verlustfreien Hochleistungs-Speichervernetzung: Fibre Channel ist tot, es lebe Fibre Channel!

Perry Eekhout,
Regional Manager Central Europe,
Emulex

Verfügbar ist die Technologie seit 1997. Sie ist damit fast 18 Jahre auf dem Markt und verdoppelt ihre Geschwindigkeit weiterhin. Aber es geht nicht nur um Geschwindigkeit. Das belegt im Detail die Ankündigung von Fibre Channel Gen 6, der sechsten Technologiegeneration. Schrittweise entstehen durch diesen Fibre-Channel-Standard neue Wertschöpfungspotentiale in Form von Services, die Zuverlässigkeit, Energieeffizient und Bedienungsfreundlichkeit verbessern.

Korrekt ist, dass die Umsätze mit Fibre Channel sinken, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es 18 Millionen installierte Fibre-Channel-Ports gibt, die zum Teil zu den Speichernetzen der weltgrößten Unternehmen gehören. Diese installierte Basis bedeutet, dass Fibre Channel als zuverlässiges Storage-Protokoll marktrelevant bleibt. Nachfrage kommt aus zukunftsweisenden Anwendungen wie der blitzschnellen SSD-Storage (Solid State Disk), modernen Datenbanken und dichten virtuellen Infrastrukturen.

Fibre Channel – der König des SSD-Storage

Neue Hochleistungsumgebungen verwenden Flash-Storage, um mehr Ein-/Ausgabeoperationen pro Sekunde (IOPS) zu realisieren und die Verzögerungszeit (Latenzen) weiter zu verringern. Flash-Arrays mit Leistungen von einer Million IOPS verschieben Leistungsengpässe vom Speicher zur Netzwerk- und zur I/O-Infrastruktur der Server. Das Netzwerk muss den schnelleren Datenfluss unterstützen, gleichzeitig dürfen keinesfalls Daten verloren gehen. Ohne Netzwerkunterstützung ist die teure Investition in Flash-Arrays und die dazugehörige Compute-Schicht nutzlos.

Fibre Channel ist die beste Wahl für Hochleistungs-Arrays, um Höchst-leistungen sowohl auf der Speicher- als auf der Rechenebene zu realisieren.

Fibre Channel ist die offensichtlich beste Wahl für Hochleistungs-Arrays, um Höchstleistungen sowohl auf der Speicher- als auf der Rechenebene zu realisieren. Aktuelle Innovationen der Fibre-Channel-Technologie verstärken diese Verbindung durch QoS (Quality of Service) für die Flash-Optimierung noch. Flash-Cache und LUN-Priorisierung ermöglichen Administratoren, die Rechenzentrumsumgebung für sich maßzuschneidern, um das Beste aus der Investition in Flash-Technologie zu holen. Unternehmen können so nicht nur hohe Ressourcenansprüche auf Knopfdruck befriedigen, sondern auch die Leistung kritischer Applikationen beschleunigen.

Traditionelle Datenbanken wie OLTP/OLAP (Online Transaction Processing/Online Analytical Processing) arbeiten immer schneller, steigern ihre IOPS-Kapazität und verlangen deshalb kontinuierlich fehlerfreies Arbeiten. Beide Arten von Datenbanken funktionieren in verlustfreien Umgebungen am besten. Pakete sollten wirklich nur einmal versandt werden, um Fehler zu vermeiden und die Leistung aufrecht zu erhalten. Das gilt besonders für Systeme in Finanzumgebungen. 

Fibre Channel bietet vollständigen Schutz gegen stumme Datenkorruption. Diese Störung tritt in Umgebungen auf, in denen unvollständige oder fehlerhafte Daten die Daten im SAN (Storage Area Network) überschreiben. Die Folge können kostspielige Ausfälle oder sogar Datenverluste sein. Fibre Channel garantiert durch das T10 Protection Information Protocol (T10 PI) Schutz dagegen. Das Protokoll sorgt durch den Austausch von Verifizierungsinformationen auf jeder Ebene für Datenintegrität von Ende zu Ende bei den I/Os.

Der Leistungszuwachs moderner Datenbanken zusammen mit dem Einsatz von Hochleistungs-Flash-Storage erfordert auch ein Hochleistungsnetzwerk, das zu dieser schnellen Umgebung passt und eine schrittweise Steigerung der Ende-zu-Ende-Leistung im Zeitverlauf mitträgt. Infrastrukturentwickler werden sich viel Zeit dabei lassen, ein verlustfreies Protokoll abzulösen, das sich jahrelang als zuverlässig bei der Hochleistungsvernetzung erwiesen hat.

Ein Königreich virtuell regieren

Desktop- und Server-Virtualisierung  haben sich verändert: Anfangs erzeugten ein Host und eine virtuelle Maschine (VM) gelegentliche I/O-Anfragen, später lagen auf einem Host viele VMs, die alle Daten aus dem SAN abfragten. Jede VM mit unterschiedlichen I/O-Anforderungen erzeugt Zufälligkeit und Variabilität bei den I/Os. Die Rechenschicht des Hosts wurde ausgebaut, um mehr virtuelle Maschinen bedienen zu können, auf der Speicherebene implementierte man deswegen schnelle Flash-Arrays und Cache.

Fibre Channel wird weiterhin die Verbindungs-technologie der Wahl in großen Unternehmen bleiben.

Die Netzwerkverbindung muss ganz schlicht mit diesen höheren IOPS-Werten Schritt halten. Fibre Channel wird weiterhin die Verbindungstechnologie der Wahl in großen Unternehmen bleiben, weil sie mit dieser Technologie am einfachsten die gewünschten Leistungen erbringen, den Datenfluss unternehmenskritischer Applikationen priorisieren und die Integrität der Daten schützen können, während die Daten auf dem Weg von der Applikation zur Festplatte das Netz durchqueren.

Es gibt einen Grund dafür, dass Fibre Channel von 90 Prozent der Fortune-100-Unternehmen genutzt wird und sich in den anspruchsvollen Datenzentren der Welt bewährt hat.

Bei Fibre Channel geht es um mehr als Bandbreite für Applikationen. Die Technologie ist auch besser darin, die Bandbreite in kritischen Umgebungen aufrecht zu erhalten. Server, die an Fibre-Channel-Storage angeschlossen sind, bekommen nicht nur Spitzenleistungen, sondern auch verlustfrei und mit geringer Verzögerung übertragene Pakete. 

Ob Datenzentren OLAP, eine VDI-Umgebung (Virtual Desktop Infrastructure) oder SSD-Storage betreiben – Fibre Channel ist die beste Methode, optimale Leistung aus diesen Investitionen zu holen. 50 Milliarden Dollar wurden in die verlustfreie, zuverlässige Hochleistungstechnologie Fibre Channel investiert. Diese Anwenderbasis bedeutet, dass jede Investition in Fibre Channel geschützt wird und dass die Technologie weiterhin der König der Hochleistungsvernetzung bleibt.

Über den Autor: 
Perry Eekhout ist Regional Manager Central Europe bei Emulex. Der gebürtige Niederländer ist seit 2009 als Regional Manager Central Europe bei Emulex tätig und damit für das Geschäft in dieser Region zuständig. Weitere Stationen seiner Laufbahn waren Avnet Technology Solutions und ACAL Storage Networking.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2015 aktualisiert

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