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IT-Experten müssen zu Cloud-Managern werden, um die hybride Cloud zu nutzen

IT-Abteilungen müssen sich umstellen und zu Cloud-Managern werden, wenn sie die Vorteile der Hybrid Cloud aus Private und Public Cloud nutzen wollen.

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Public Cloud

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Laut der IDG-Studie „Hybrid Cloud in Deutschland 2015/2016“ hat die Hybrid Cloud innerhalb eines Jahres einen Zuwachs von einem Drittel verbucht. Die Vorteile aus Public und Private Cloud lassen sich verbinden, wenn sich IT-Abteilungen zu Cloud-Managern entwickeln und der Weg damit geradewegs in die Hybrid Cloud führt.

Deutsche Unternehmen sind mit ihrer internen IT oft nicht zufrieden: Systeme arbeiten zu lange und sind zu komplex und die IT-Mitarbeiter sind oft zu ungeschult. Dieses Resümee geht aus den Antworten von Business- und IT-Entscheidern hervor, die das Analyse- und Beratungsunternehmen IDC für die Studie „Hybrid Cloud in Deutschland 2015/16“  befragt hat. IDC schließt daraus, dass es hierzulande viel zu lange dauert, IT-Infrastrukturen anzupassen und neue Geschäftsprozesse aufzusetzen.

Ein weiterer Punkt betrifft die Speicherkapazitäten: Die interne IT soll den Fachabteilungen mehr Speicher in Spitzenzeiten freigeben. Das eigene Rechenzentrum ist aber am Limit, weshalb ein Service-Provider die zusätzlichen Kapazitäten bereitstellen wird. Diese Ausgangslage – schwankender Bedarf an bestimmten IT-Ressourcen oder Nachfrage nach Anwendungen, die Geschäftsprozesse vereinfachen oder unterstützen – läutet oft den Einstieg in die Cloud ein. Auch die Studienautoren von IDC ziehen eine klare Schlussfolgerung: Für Unternehmen wird Cloud Computing immer attraktiver.

Die Analysten haben sich vor allem die praktische Cloud-Nutzung angesehen. Demnach gewinnt die Hybrid Cloud – im Vergleich zur Private oder Public Cloud – an Bedeutung. Sie verbuchte innerhalb eines Jahres einen Zuwachs von einem Drittel. Zudem planen fast 60 Prozent der befragten Unternehmen in den nächsten 24 Monaten Cloud-basierte IT-Landschaften in einer Mischform aufzubauen.

Das Beste aus zwei Welten

Die hybride Cloud vereint die Stärken von Private und Public Cloud. In einer Public Cloud teilen sich Unternehmen dieselbe physikalische Infrastruktur. Der Service-Provider stellt die virtualisierte Sicherheitsinfrastruktur, in der Anwender logisch voneinander getrennt agieren und webbasierte Applikationen nutzen. Webmailer-Dienste oder Google Docs sind ebenso Beispiele für Public-Cloud-Angebote, wie die kostenpflichtigen Services eines Microsoft Office 365 oder eines SAP Business by Design.

Nutzer können die georderten Services fast unbegrenzt skalieren. Ihre Anwendungen erhalten passgenau die notwendigen Ressourcen, wodurch die IT-Kosten drastisch sinken. Der Nachteil: Eine Public Cloud liefert zunächst nur Standardanwendungen, die sich in kleinen Einheiten nutzen, aber nicht ohne zusätzlichen Aufwand individuell anpassen lassen. Das ist eine Aufgabe, die externe IT-Spezialisten übernehmen.

Ulrich Jänicke, Aconso AG
(Copyright: Aconso AG)

In der Private Cloud bleibt hingegen die komplette Hardware und Netzwerkinfrastruktur für die jeweilige Firma reserviert. Sie behält die Kontrolle und kann die Ressourcen besser verteilen. Zweifellos lässt sich mit einer Private Cloud der Datenschutz am sichersten umsetzen und einhalten. Dahingegen setzt diese Struktur einen hohen Administrationsaufwand voraus. Skalierungseffekte beschränken sich auf die reservierten IT-Ressourcen im eigenen oder gemieteten Rechenzentrum.

In der Hybrid Cloud verschmelzen die Sicherheit der Private Cloud mit der Kosteneffizienz und Skalierbarkeit der Public-Cloud-Dienste. So laufen bestimmte Services bei öffentlichen Anbietern über das Internet, während datenschutzkritische Anwendungen und Daten im Unternehmen betrieben und verarbeitet werden. Das bedeutet, dass sich Ressourcen innerhalb kürzester Zeit bedarfsgerecht aufstocken oder herunterfahren lassen, wodurch die IT an Geschwindigkeit und Effizienz gewinnt.

Cloud-Manager setzen den hybriden Ansatz schrittweise um

Die Wahl für oder gegen ein Cloud-Modell hängt nicht zuletzt davon ab, welche Aufgabe die Firma lösen muss. Ein wesentliches Auswahlkriterium bei der Providerwahl stellt die Technologie dar, denn diese muss in die bestehende IT-Landschaft integriert werden – und zwar möglichst unkompliziert.

Plattformen, Protokolle und Technologien verschiedener Service-Provider dürfen den Management-Aufwand nicht zu sehr erhöhen. In bestimmten Szenarien empfiehlt es sich, die Software On-Premise zu betreiben. Bei anderen Gegebenheiten eignen sich hingegen Anwendungen aus der Public Cloud besser.

Dr. Dierk Schindler, NetApp
(Copyright: NetApp)

IT-Leiter und IT-Abteilungen entwickeln sich immer stärker zu Cloud-Managern. IT-Beauftragte koordinieren die Unternehmensdaten zwischen Private Cloud und Public Cloud. Zudem muss die IT-Abteilung die Kontrolle über das Datenwachstum und die damit verbundenen Kosten behalten, denn nur selten ist Schwarz oder Weiß die einzig richtige Wahl.

In der Regel läuft es irgendwann für jedes Unternehmen auf einen Mix von Lösungen hinaus. Eine Hybrid Cloud reflektiert daher das Ergebnis aus einer intensiven Auseinandersetzung eines Unternehmens mit seinen Business-Anforderungen, den IT-Lösungsoptionen und der Transformation hin zu einem flexiblen IT-Service-Portfolio.

Hybrid-Cloud eröffnet Chancen

IT-Abteilungen müssen Services mit Bedacht auswählen und eine sinnvolle Kombination von Public und Private Cloud zu einer Lösung zusammensetzen. Dies bedeutet einerseits erhöhten Aufwand, auf der deren Seite birgt der hybride Cloud-Ansatz große Chancen. Denn in vielen Fällen sind selbst die sensibelsten Daten, wie Personalakten oder Finanzdokumente, in einer spezialisierten Cloud besser aufgehoben als in einer unternehmenseigenen IT.

Über die Autoren:
Ulrich Jänicke ist Vorstandsvorsitzender (CEO) der Aconso AG und einer der Unternehmensgründer. Als CEO verantwortet Jänicke die Bereiche Vertrieb und Marketing sowie Business Development.

Dierk Schindler ist Head of Legal & Deal Management für EMEA sowie Head of Worldwide Contract Management & Services bei NetApp. Seit 2009 gehört er der Geschäftsführerung der NetApp Deutschland GmbH an.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2016 aktualisiert

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