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Im Vergleich: konvergente und hyper-konvergente Infrastrukturen

Konvergente und hyper-konvergente Systeme überwinden die klassischen IT-Infrastruktursilos, eignen sich aber für unterschiedliche Einsatzszenarien.

Die Anforderungen an die IT-Infrastruktur in einem modernen Geschäftsumfeld sind groß: die Datenmengen steigen, Anwendungen sollen möglichst schnell bereitgestellt werden, die Infrastrukturplattformen sollten so agil und effizient wie möglich sein. Konvergente Infrastruktur und hyper-konvergente Systeme überwinden die klassischen IT-Infrastruktursilos und lösen die Probleme in Architekturplanung, Implementierung und operativem Betrieb über den Lebenszyklus. Daraus ergeben sich unter anderem folgende Vorteile:

  • Flexibler Einsatzzweck und modulare Skalierbarkeit
  • Umsetzung von Standards, insbesondere in verteilten beziehungsweise globalen Unternehmensstrukturen
  • Senkung der operativen Risiken sowie der zeitlichen und budgetären Projektrisiken
  • Erhöhung der Effizienz
  • Geringer Auslastungsgrad aufgrund spezieller Einsatzszenarien

Durch die zentrale Administration von Server, Storage und Netzwerk wird der Verwaltungsaufwand deutlich verringert. So zeigt eine IDC-Studie im Auftrag von VCE, dass Unternehmen durch den Einsatz von konvergenter Infrastruktur den Zeit- und Budgetaufwand für die Systemwartung von vorher 78 Prozent auf durchschnittlich nur noch 46 Prozent reduzieren konnten.

Konvergente Infrastruktur – Komplexität verringern

Konvergente Systeme ermöglichen einen entscheidenden Schritt hin zu einer vereinfachten und schnelleren Administration der IT-Infrastruktur. In einer integrierten Komplettlösung werden  unterschiedliche funktionale Elemente, wie Server, Data-Storage-Devices, Netzwerkfunktionen, Virtualisierung, Management-Software, Orchestrierungsschnittstellen sowie Anwendungen, kombiniert. Das kann einerseits über sogenannte lokale Stacks erfolgen, also konvergente Blöcke mit unterschiedlicher Leistungsklasse und unterschiedlicher Fertigungstiefe. Das Ziel einer homogenen Infrastrukturlandschaft kann durch logische Kopplung dieser Stacks, das heißt einer Verknüpfung von verteilten System-, Unterstützungs- und Anwendungsmodulen, erreicht werden.

Die Einsparungen für Unternehmen hängen in erster Linie vom Konsolidierungspotential ab: je größer die Möglichkeit, das Layout des Rechenzentrums zu vereinfachen, desto mehr  Rechenzentrumskosten können im IT-Betrieb gespart werden – unter anderem durch eine erhöhte Agilität, Performance und Energieeffizienz sowie einen geringeren Aufwand für die Systemwartung. Bei der Suche nach einer anwendungsgerechten Lösung sind unter anderem der Grad der Fertigung, die Adaptierbarkeit der Plattform, die Modularität und Funktionalität der einzelnen Komponenten, die Skalierbarkeit der Lösung sowie das Life-Cycle-Management, entscheidend.

Hyper-konvergente Infrastruktur: Die Software steht im Mittelpunkt

Einen Schritt weiter gehen hyper-konvergente Systeme. Diese Rackscale-Systeme basieren auf einer Software-definierten Architektur, welche physische  Komponenten – auch oft als Knoten  bezeichnet – vereint und als einen Infrastruktur-Service an die Anwendungen präsentiert. Die einzelnen Knoten bieten Compute-, Storage- und Netzwerk-Leistungsmerkmale in unterschiedlichen Ausprägungen, so dass über einen „Mix & Match“-Ansatz eine Preis- und Performance-relevante Konfiguration für den jeweiligen Anwendungsfall als Ausschnitt eines Gesamtsystems definiert werden kann. Dies trifft insbesondere auf Enterprise-Scale-Systeme zu. Das kleinste Modul, also der Knoten, ist in sich lauffähig – dies ist auch der Hauptunterschied zu konvergenten Systemen. Hyper-konvergente Systeme bilden zunehmend die Basis moderner Cloud-Plattformen und darauf zur Verfügung gestellter Applikationen der neuen Generation. Elastizität und leichtes Zuweisen von Ressourcen sind hier notwendige Eigenschaften.

Der Markt für konvergente Infrastrukturen verfügt über viel Potenzial

Neben den Rackscale-Systemen gibt es noch die sogenannten hyper-konvergenten Systeme in Appliance-Form. Durch die knotenbasierte Skalierbarkeit eignen sich diese auch für kleinere Unternehmen und Abteilungen. Bei dieser dritten Kategorie handelt es sich gewissermaßen um Einstiegsmodelle in hyper-konvergente Hardwareplattformen, die  insbesondere in KMU oder kleinen Außenstellen Anwendung finden. Die Turnkey-Funktionalität ermöglicht den Einsatz hyper-konvergenter Appliances innerhalb von wenigen Minuten.

Fazit: Es kommt auf die Einsatzszenarien an

Ob die Wahl auf konvergente oder hyper-konvergente Infrastruktur fällt, hängt in erster Linie von den Anforderungen der Nutzer an die Anwendung, sowie von der Architektur und den Leistungsmerkmalen  der Anwendung, ab. Konvergente Infrastruktur-Plattformen eignen sich für geschäftskritische Unternehmensanwendungen, bei denen es insbesondere auf Ausfallsicherheit und Datendienste ankommt, die aus der Infrastruktur geliefert werden müssen und darauf zugeschnitten sind, hochverfügbare Service-Levels mit vorhersagbarer Leistung zu bieten. Hyper-konvergente Systeme hingegen eignen sich für Workloads, bei denen bestimmte SLA-relevante Kriterien – wie zum Beispiel Verfügbarkeit oder Verteilung – nicht aus der Infrastruktur geliefert werden müssen. Massiv skalierende Anwenderzahlen für moderne Applikationen, Anwendungsentwicklung oder Analyse-Tools für große Datenmengen sind typische Einsatzszenarien.

„Konvergente Systeme ermöglichen einen entscheidenden Schritt hin zu einer vereinfachten und schnelleren Administration der IT-Infrastruktur.“

Volker Wenzel, VCE


dfd

Anwendungen, die in der Public Cloud betrieben werden können, eignen sich auch gut, um lokal auf hyper-konvergenten Systemen betrieben zu werden. Hier ergibt sich die eigentliche Herausforderung der Anbieter von entsprechenden Systemen, nämlich Schnittstellen und ein Ökosystem zu etablieren, die eine hybride Verteilung der Anwendung und der darin genutzten Daten unterstützen.

Über den Autor:
Volker Wenzel ist Manager Presales Germany bei VCE

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2015 aktualisiert

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