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Mit AWS und Object Storage in die Hybrid Cloud

AWS S3 ist zur Standardschnittstelle für die Cloud geworden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es eine flexible Object-Storage-Architektur besitzt.

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Der Simple Storage Service von Amazon Web Services (kurz AWS S3) ist seit seiner Einführung 2006 der mit Abstand erfolgreichste Storage-Service in der Cloud geworden. Die Analysten von Gartner haben kürzlich festgestellt, dass AWS die zehnfache Kapazität seiner 14 Konkurrenten hat – gemeinsam. Obwohl der Service als „Speicher für das Internet“ begann und entwickelt wurde, um webbasiertes Computing einfacher für Entwickler zu machen, ist es in letzter Zeit zudem zu einem Gravitationszentrum für Anwendungspakete geworden. Es gibt mittlerweile Hunderte weithin bekannte Verbraucheranwendungen und Anwendungspakete, die über AWS S3 bereitgestellt werden.

Neben seinem Ökosystem aus Anwendungspakten hat AWS S3 auch bewiesen, dass HTTP das flexibelste Speicherprotokoll ist und dass die am besten skalierbaren Architekturen auf Object Storage beruhen. Die API von AWS S3 für die Authentifizierung von Anwendungsanfragen und die Datenübertragung beruht auf HTTP. Das Protokoll ist allgegenwärtig und funktioniert im Internet genauso gut wie in privaten Netzwerken (beispielsweise Ethernet in Unternehmen). Auch die S3-API selbst hat sich trotz ihres recht hohen Ressourcenverbrauchs als nützlich und flexibel genug erwiesen, um kontinuierlich weiterentwickelt zu werden und die stetig zunehmenden Anwendungs- und Datenanforderungen zu erfüllen.

Object Storage bietet eine hoch flexible Art des Daten-Managements. Das Beweisen die Billionen an einzelnen Objekten, die AWS S3 als einzelne geografisch verteilte Storage-Umgebung problemlos managt – auch andere große Clouds wie Microsoft Azure nutzen übrigens Objektspeicherarchitekturen. AWS S3 stellt auch die lineare Skalierbarkeit und den Parallelismus von Object Storage unter Beweis, indem Millionen an S3-Transaktionen pro Sekunde verarbeitet werden. Schließlich bietet Object Storage auch den Vorteil der nativen Unterstützung von beschreibenden Metadaten, die genutzt werden können, um unzählige Funktionen auszuführen. Einige Beispiele sind Policys für die Replizierung von bestimmten Datentypen auf der Grundlage ihrer beschreibenden Metadaten, die nicht nativ von Datei- und File-Systemen unterstützt werden.

Da AWS S3 stetig an Bedeutung auf dem Markt zugenommen hat, haben verschiedene Normungsorganisationen und Open-Source-Communities versucht, eine offene Standard-API zu etablieren, was jedoch nicht gelang. SNIAs Cloud Data Management Interface (CDMI) hat nie Fuß gefasst und Swift von OpenStack hat immer noch relativ wenige Benutzer. Auch die patentierten APIs von EMCs Centera und Atmos sowie HDS' HCP konnten nie eine kritische Masse erreichen.

Nach zehn Jahren mit der Cloud haben wir nun endlich de facto einen praktischen und gemeinsamen, wenn auch patentierten Cloud-Storage-Standard – die API von AWS S3. Es ist bewiesen, dass Object Storage sofern es richtig implementiert wird, die am besten skalierbare und wohl flexibelste Storage-Architektur bietet.

Was bedeuten das für die Hybrid Cloud? Viele Unternehmen nutzen die Cloud für einige Ihrer Anwendungen und Daten, wobei viele von ihnen aus Gründen wie Leistung, Kontrolle, Compliance oder Kosten den Großteil ihrer Daten weiterhin vor Ort speichern. Doch jetzt, da sie Geschmack an der Sache gefunden haben, möchten sie für ihre Standorte die gleiche hohe Verfügbarkeit, den Zugriff von praktisch überall aus, die Agilität und die Skalierbarkeit von Cloud-Storage. Ein Hauptgrund dafür ist die Zunahme der internen Datenbestände. Heutzutage wird alles digitalisiert und die Erhebung und Analyse von Daten wird immer wichtiger. Dadurch wird die Kapazitätsauslastung der IT-Speicherung, auch wenn sie das 10- oder Vielfache im Vergleich zu früher beträgt, in einem viel kürzeren Zeitraum erreicht. In vielen Fällen ist der Bedarf an Speicherplatz für externe, an Kunden gerichtete Anwendungen sogar noch größer. Da klassische Finanzinstitutionen, Hersteller und Einzelhändler weltweit im Wettbewerb stehen und es neue Cloud-basierte Konkurrenz in der Form von Start-ups gibt, muss ihre IT der Cloud sowohl in Sachen Benutzerfreundlichkeit als auch Computingleistung (und normalerweise Storage) das Wasser reichen können.

Obwohl Object Storage-Software und -Appliances – wobei viele das Design dem von AWS S3 nachempfunden haben – viele der Unternehmensanforderungen an die Verfügbarkeit und Skalierbarkeit erfüllt haben, stellte die Schnittstelle immer ein Hindernis dar. Viele Unternehmen haben jahrelang nicht den Sinn darin gesehen oder hatten auch nicht das nötige Know-how, um ihre Anwendungen für eine anbieterspezifische API zu entwickeln. Das hat sich durch die Allgegenwärtigkeit der API von AWS S3, die Bewährung von wichtigen technischen Eigenschaften wie Skalierbarkeit und Anwendungsunterstützung und das Ökosystem aus vorintegrierten Anwendungspaketen geändert.

Unternehmen brauchen eine Anwendung nun nur ein einziges Mal schreiben und können die Daten dann vor Ort oder in einer S3-kompatiblen Cloud speichern. Das Gleiche gilt für eine Vielzahl an Anwendungspaketen für Backups, Archivierung, Content-Management und mehr. Hybrid-Lösungen bieten Kunden eine genauere Kontrolle über ihre Ausgaben (Investitionen vs laufende Kosten), Risiken und Einsatzbereiche. Object-Storage-Produkte, die außerdem das skalierbare Routing der größten öffentlichen Clouds umfassen, bieten Kunden mehr Zuverlässigkeit, die es ihnen wiederum ermöglicht, Ihre SLAs zu verbessern und die Instandhaltungskosten zu verringern. Software-defined Object Storage-Produkte bieten den Kunden heute und in Zukunft die absolute Entscheidungsfreiheit über ihre Hardware, was auf lange Sicht die Gesamtanschaffungs- und Betriebskosten senken wird. Einige Produkte bieten außerdem die native Unterstützung von File-Protokollen, wodurch sogar bestehende Anwendungen in die Cloud verschoben werden können.

Noch gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Object-Storage-Lösungen. Doch ganz allgemein können Unternehmen durch die Migration in die Hybrid Cloud mithilfe der S3 API und Object Storage endlich in den Genuss einiger der Vorteile einer Speicherarchitektur und von Protokollen kommen, die für die digitalen Geschäftsmodelle von heute konzipiert sind – ein Modell, dessen Erfolg AWS zur Genüge bewiesen hat.

Über den Autor:
Leo Leung ist Vice President of Corporate Marketing bei Scality.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2016 aktualisiert

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