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Neu bei Cloud-Storage-Trends: die Multi Cloud

Seit Jahren entwickeln sich verschiedene Cloud-Konzepte wie Public Cloud, Private Cloud oder Hybrid Cloud. Neuster Trend: Multi Cloud.

Kürzlich hat Google erstmals seine Ziele und Strategie für den Firmenmarkt präsentiert. Die IT-Experten haben uns alle daran erinnert, dass das Cloud Computing noch in den Kinderschuhen steckt und Google die gleiche Chance wie jeder andere hat, sich eine marktbeherrschende Stellung zu sichern. Das Problem ist aber, dass wir am eigentlichen Thema vorbeireden. Statt zu überlegen, wer „die Cloud gewinnen“ wird, sollten wir uns eher Gedanken darüber machen, welche Clouds gemeinsam das Rennen machen werden.

Die Antwort? Multi Cloud. Das klingt verdächtig nach Hybrid Cloud, oder? Ja und nein. Das Konzept der Hybrid Cloud beruht größtenteils darauf, alte Rechenzentrumsmodelle vor Ort für Infrastructure as a Service (IaaS) fit zu machen und im Idealfall den einfachen und sicheren Datenfluss von einem Rechenzentrum zu beliebigen anderen Rechenzentren zu ermöglichen. Wenn eine Organisation alle ihre Anwendungen mithilfe der Hybrid Cloud vollständig in die Cloud verschoben hat – wie sollen wir dann diesen erreichten Betriebsmodus nennen?

Wenn man in Google nach „AWS All-in“ sucht, findet man erstaunliche Geschichten über Vorreiterunternehmen, deren Geschäftsmodell voll und ganz auf der Cloud beruht. Auf der letzten großen AWS-Konferenz machten GE und CapitalOne große Wellen. Netflix, Intuit, Notre Dame und Live Nation folgen einem ähnlichen Modell. Das „All-in“-Prinzip ist nicht nur auf AWS allein beschränkt. Doch als führender Anbieter in diesem Sektor drehen sich die meisten Gespräche eben immer wieder um Amazon.

Welche Rolle spielt bei dem ganzen Hype um „All-in“ die Multi Cloud?  Die Antwort ist eine Mischung aus dem Offenhalten von Möglichkeiten und dem Sicherstellen der Business Continuity. Bei der Entscheidung, alle IT-Ressourcen in die Cloud zu verschieben, müssen Unternehmen ihre Alternativen auf einem sich entwickelnden Markt kennen und sich so positionieren, dass sie je nach ihren sich entwickelnden Geschäftsanforderungen den größten Nutzen aus den Cloud-Plattformen ziehen. Heutzutage ist eine Cloud-Strategie mit Augenmerk auf mehrere Cloud-Provider ein wichtiger Faktor zum Vorantreiben der Cloud-Initiative von modernen Unternehmen. Hier die wichtigsten Überlegungen.

1. Preis. Geld ist wie immer der wichtigste Faktor.

Durch die wachsende Zahl an Unternehmen auf dem Markt entsteht ein immer höherer Konkurrenzkampf, der die Anbieter zu Ehrlichkeit zwingt. Dafür ist es wichtig, Folgendes zu verstehen: a) wettbewerbsfähige Preise für in Anspruch genommene Services sowie b) die Unterschiede in den technologischen Ansätzen und Angeboten, die zu grundverschiedenen Preisverständnissen führen können.

Zum Beispiel könnte ein Kunde sich für Microsoft Azure entscheiden, weil er Cloud-Credits mit dem Verkauf von Office 365 bündelt. Auf den ersten Blick scheint das ein sehr attraktives Angebot. Wenn man sich aber auf den Faktor Storage konzentriert, muss man wissen, dass Amazon zusätzliche Storage-Tiers wie den S3 Standard-Infrequent Access anbietet (wird jetzt von CTERA unterstützt), der bis zu 60% preiswerter als die Azure Object Services sein kann.

Ich stelle mir vor, dass die zukünftigen Strategien von CIOs sich nicht wesentlich von den heutigen unterscheiden werden. Wenn man sich das Rechenzentrum eines Unternehmens ansieht, findet man darin beinahe ausschließlich die Ausrüstung von Anbieter A und einige wenige Produkte von Anbieter B, die nur gekauft wurden, um Anbieter A zur Ehrlichkeit zu zwingen. In Zukunft werden Unternehmen ihre Multi-Cloud-Preiswahlmöglichkeiten so sicherstellen:

  • Nutzung von Anwendungen, die mit mehreren Cloud-Plattformen kompatibel sind – wie CTERA;
  • Ignorieren von anfänglichen Sonderpreisen, um ein langfristiges TCO-Modell zu entwickeln;
  • Umfassendes Verständnis der Migrationskosten, um zu erwägen, ob eine Migration sinnvoll ist;
  • Beziehungen pflegen und Hosten eines gewissen Anteils an Anwendungen bei allen wichtigen Cloud-Anbietern, um sicherzustellen, dass das Team die Plattformen kennt, falls irgendwann Anwendungen darauf migriert werden sollen.

2. Business Continuity. Wenn man seine Anwendungen in dasselbe Cloud-Rechenzentrum verschoben hat, das man bisher als Backup für das private Rechenzentrum genutzt hat – wo befindet sich dann das neue Offsite-Backup?

Bei der Überlegung, alles in die Cloud zu verschieben, ist die Datensicherung ein komplizierter und kritischer Bestandteil des Risiko-Managements. Die Zeiten, als es ausreichte, ein VM-Image-Backup einer deduplizierten Appliance anzulegen, sind endgültig vorbei. Heute müssen die Unternehmen ganze Server sichern, die in der Cloud laufen. Obwohl Cloud-Anbieter einige Backup-Services für die Sicherung von Cloud-Servern und Anwendungen bereitstellen, ziehen diese Services meist eine Bindung an eine bestimmte Plattform nach sich. Das beschränkt die Portabilität, Preisflexibilität und die Möglichkeit der Wiederherstellung in einer anderen Cloud im Falle einer wirklichen Katastrophe.

Wir erwarten, dass Unternehmen die Business Continuity für Anwendungen, die über Cloud-IaaS bereitgestellt werden, so sicherstellen werden:

  • Auswahl einer Backup-Plattform, die mehrere Cloud-Storage-APIs (S3, Azure, SWIFT, etc.) unterstützt, so dass das Backup in jede Cloud oder auf einen beliebigen Objektspeicher vor Ort kein Problem darstellt;
  • Optimierung von Backups auf dem Quelllaufwerk mit granularen Backup-Tools, Deduplizierung und Komprimierung, damit die Sicherung und Wiederherstellung auch in Wide Area Networks problemlos funktioniert;
  • Replizierung von Backups über mehrere Clouds hinweg für eine beinahe sofortige Wiederherstellung nach größeren Cloud-Ausfällen über einen sekundären Cloud-Anbieter (ohne teure Live-Replizierung von Anwendungen und CDP-Tools)

Laut der Analystenfirma 451 Group beträgt der Marktanteil von öffentlichen Cloud-IaaS gerade einmal 10%, so dass mit Sicherheit noch viele Überlegungen angestellt werden müssen, während der Markt reift und Höhen und Tiefen erlebt. Die Cloud erwartet eine strahlende Zukunft. Wir müssen aber aufhören, davon zu reden, dass „der Gewinner alles behält“. Reden wir lieber davon, wie Unternehmen intelligent planen können, dieses Rennen mit dem Einsatz der geeigneten Cloud für die passenden Aufgaben wirklich zu gewinnen. Und dafür müssen Sie sich fragen: Wie sieht Ihr Cloud-Netzwerk der Zukunft aus?

Über den Autor:
Jeff Denworth ist Senior Vice President Marketing bei CTERA Networks.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2016 aktualisiert

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