Neue Technologien müssen zentralisiertes und verteiltes Storage integrieren

Hyper-Konvergenz und SDS sind moderne Technologien, die sowohl zentralisiertes als auch verteiltes Storage in einer Umgebung aufnehmen müssen.

Hyper-Konvergenz und Software-defined Storage sind moderne und innovative Technologien für das Rechenzentrum, die sowohl zentralisiertes als auch verteiltes Storage in einer Umgebung aufnehmen müssen.

Manche Probleme teilt man am besten in kleinere Teile auf und verteilt die Zuständigkeiten an verschiedene Parteien, in der Hoffnung, dass diese Aufteilung die Problembehebung beschleunigt. Andere Störfälle bedürfen einer spezielleren Herangehensweise und hier ist es sinnvoll, die Arbeit nur an ein oder zwei Instanzen zu geben, die die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen mitbringen.

Diese beiden doch sehr unterschiedlichen Herangehensweisen werden in den meisten Unternehmen regelmäßig eingesetzt. So zentralisieren viele Firmen beispielsweise Geschäftsprozesse oder -abteilungen wie die Personalabteilung, Buchhaltung und Gebäudemanagement. Das funktioniert, da die Dienste dieser Abteilungen sich ähneln und somit Aufwände und Kosten nicht doppelt anfallen. 

Dafür unterhält das Unternehmen aber wahrscheinlich separate Vertriebsteams und Support-Linien für unterschiedliche Produktfamilien. Das funktioniert ebenso, da für den Vertrieb zwei verschiedener Produkte wahrscheinlich auch unterschiedliche Kenntnisse Voraussetzung sind.Unternehmen können also bestens sowohl mit zentralisierten und dezentralisierten Prozessen zur gleichen Zeit arbeiten. Das gilt nicht für die IT.

In der IT ist entweder alles zentralisiert oder verteilt (distributed). Es scheint als ob IT-Abteilungen alle acht bis zehn Jahre ihre Strategie diesbezüglich ändern, von zentralisiert auf verteilt oder eben umgekehrt. So rufen die Hersteller auch so lange eben „Zentralisiert!“ bis der Hype seinen Reiz verliert und der Ruf „Verteilt!“ ebenso kräftig aus der Herstellerecke schallt. Das mag für Hersteller funktionieren, für IT-Verantwortliche ist es ein Albtraum.

Veränderungen in Storage-Umgebungen sind besonders anspruchsvoll. Storage ist der Kern der IT und viele Unternehmen haben meist sehr viel an Storage und verlassen sich darauf. Sie müssen ihn dementsprechend effizient und effektiv verwalten und nutzen. Da Storage einen großen Teil des IT-Budgets vereinnahmt und quasi das gesamte Unternehmenswissen speichert, kann es enorme Kosten und Aufwände aufwerfen, die Storage-Strategie zu ändern.

Zentralisiertes Storage für die Nicht-Mainframe-Welt ist gerade mal 20 Jahre alt und wurde bereits in einigen Quartalen für tot erklärt oder doch mindestens zum Sterben verurteilt. Hyper-converged Infrastrukturen und Software-defined Storage (SDS) sind heutzutage die Vorzeigemodelle moderner IT. Diese Architekturen durchbrechen die herkömmlichen Ansätze von Shared, zentralisierten und Netzwerk-Storage-Ressourcen und ersetzen sie durch ein geclustertes Server-basiertes System, dass die lokalen Storage-Ressourcen einzelner Server verteilt.

Es ist ein interessanter Ansatz und wird meist noch attraktiver gemacht, durch die Versprechung, Standard-Hardware nutzen zu können. Die Software des SDS scheint so leistungsstark, dass es Einschränkungen dieser billigen Hardware überwinden kann.

Die Flexibilität und Skalierbarkeit des SDS sind von großem Vorteil, ebenso die Idee, nur eine Instanz zu haben, die Storage, Compute, Netzwerk und Hypervisor vereint. Allerdings gibt es auch – wie zu erwarten – Nachteile dieses dezentralisierten Building-Block-Ansatzes.

Server-Virtualisierung konnte sich erfolgreich in RZs verbreiten, da sie Kosteneinsparung für ein Betriebssystem/Server-Modell brachte. Da ein Server nun mehrere virtuelle Server hosten kann, bringt dies Einsparungen bei der Skalierbarkeit und der Hardware-Wartung. Weniger Geld muss für die Wartung aufgebracht werden und der Administrator muss nur einen großen, statt vieler kleiner Server verwalten.

Dies erscheint sinnvoll und brachte dann auch Shared Storage auf den Plan. Warum sollte man einzelne Storage-Silos in Dutzenden oder Hunderten von Servern verwalten wollen, wenn dies alles auch von einer Instanz aus funktionieren würde. Wäre dies nicht ökonomischer und effizienter?

Server-Virtualisierung und verteilter Netzwerk-Storage sind ähnliche Konzepte, haben gleiche Ziele und Vorteile: Die Hardware wird reduziert und zentralisiert und das IT-Leben wird einfacher.

SDS verfolgt aber nicht das gleiche Konzept. Oberflächlich betrachtet transferiert SDS die Prozesslast von der Hardware auf die Software, es könnte aber genau das Gegenteil eintreten. Bei verteiltem Netzwerk-Storage muss die IT-Abteilung eine Einheit warten, die zentralisierte Storage-Ressourcen für Hunderte virtuelle und physische Server bereitstellt. 

Wartung, Administration und andere Prozesse sind ebenso zentralisiert. In einer hyper-konvergenten Infrastruktur könnte es sein, dass weit mehr Hardware erforderlich wird als beim zentralisierten Storage. Das gilt hier sowohl für einzelne SKU-Einheiten als auch für SDS-Angebote.

Baut man eine hyper-konvergente Umgebung auf, so fügt man immer mehr Server-Hardware hinzu. Skaliert der Anwender diese Umgebung, so kommen mehr CPUs, DRAM, Schnittstellen, Netzwerkverbindungen und Storage sowie Support- und Wartungsaufwand hinzu. Diese Ressourcen bedienen aber nur die Applikationen des hyper-konvergenten Silos, da hyper-konvergente Infrastrukturen und SDS-Produkte eher geschlossene Systeme sind.

SDS und hyper-konvergente Systeme haben definitiv ihren Platz in den Rechenzentren, aber diese sind wahrscheinlich eher Nischen für spezielle Anwendungen wie VDI oder Exchange und nicht primäres Storage. Diese Technologien könnten sicher auf lange Sicht auch dort zum Einsatz kommen, aber dafür müssen sie ein wenig mehr wie Unternehmen selbst agieren und sowohl verteilte wie auch zentralisierte Konzepte in einer Umgebung unterstützen.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2015 aktualisiert

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