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Nur Software-defined Storage ist zukunftstauglich

Traditionelle Storage-Modelle sind kaum zukunftstauglich, da sie wenig Flexibilität und Skalierbarkeit bieten – SDS löst diese Modelle ab.

Stellen Sie sich vor, Sie würden jetzt ein Unternehmen neu gründen. Würden Sie losgehen und einen Server kaufen? Würden Sie Ihren Einkaufskorb mit DVDs mit Microsoft SQL Server, SharePoint und Exchange füllen? Wohl eher nicht. Sie würden nach Lösungen für Online-Buchführung, Online-Website-Management, HR in der Cloud und Online-Kundendatenbank-Tools suchen. Sehr wahrscheinlich würden Sie sich einen Laptop mit einer großen Festplatte zulegen, Ihre Dateien dort speichern und Ihre Inhalte mit Gmail, Dropbox oder Slack austauschen. Wenn Sie Produktivitäts-Tools benötigen, würden Sie sich für Microsoft Office 365 entscheiden, oder einfach alle Inhalte mit Google erstellen? Kleine Unternehmen nutzen zunehmend den Speicher, der über Cloud-Apps verfügbar ist – und sie bleiben dabei. Doch was bedeutet das für größere Unternehmen?

Auch sie verlassen sich zunehmend auf die Cloud, zumindest für das vermehrte Hosting ihrer Anwendungen. Dennoch speichern sie den Großteil ihrer Transaktionsdaten und ihr geistiges Eigentum nach wie vor lieber auf ihren eigenen Servern, um deren Sicherheit zu gewährleisten und schnellere Analysen durchführen zu können. Sie setzen einen relativ kleinen latenzempfindlichen Speicher für ihre zeitkritischen Daten ein und speichern das Gros ihrer Daten auf Speichern mit optimierten Kapazitäten. Da die inkrementellen Storage-Kosten gegen Null tendieren, ist es eher unwahrscheinlich, dass Sie einen Teil Ihrer Daten löschen. Schließlich kostet die Aufbewahrung selbst im Petabyte-Bereich fast nichts.

Dienstleistungsanbieter speichern immer mehr Daten in vollständig gemanagten und gehosteten Cloud-Umgebungen. Auch sie bieten latenzempfindliche und kapazitätenoptimierte Storage-Tiers an, und das sowohl für Unternehmen als auch für Storage-as-a-Service-Anbieter (SaaS).

Der Storage-Markt wird von softwaredefiniertem Storage revolutioniert

Während der letzten zwanzig Jahre wurde Storage von geschlossenen, patentierten und monolithischen, hardwarezentrierten Architekturen bestimmt. Diese wurden für einzelne Anwendungen, einen lokalen Netzwerkzugriff, eine beschränkte Redundanz und vor allem manuelle Operationen ausgelegt. Die fortdauernde Zunahme des Datenvolumens in unserer modernen Gesellschaft hat zu einer radikalen Änderung der Voraussetzungen für die Datenspeicherung geführt: Es werden extrem skalierbare Systeme mit lokalen und Remote-Zugriffsmöglichkeiten, unterbrechungsfreiem Betrieb und einem hohen Automatisierungsgrad benötigt, um mit weniger Ressourcen erheblich größere Kapazitäten als früher zu verwalten. Mit der Entstehung von Umgebungen im Petabyte-Bereich sind die Anschaffung, das Upgrade und das Management von eigenen Speichern schlichtweg zu teuer geworden. Immer mehr große Unternehmen werden sich dieses Umstands bewusst und suchen jetzt nach einer Möglichkeit, ihre Kapazitäten zu erweitern.

Bis vor Kurzem konnten Mainstream-Unternehmen und -Dienstleistungsanbieter die technologischen Errungenschaften von Internetriesen wie Google, Facebook und Amazon nicht nachahmen. Diese riesigen Internet-Dienstleistungsanbieter verfügten über die nötigen Ressourcen, um für das Management ihrer Daten intelligente Software auf Standardservern zu entwickeln und anzuwenden. Mittlerweile ist aber auch das Software-defined Storage (SDS) zum Mainstream geworden. Damit können nun auch „normale“ Unternehmen die Vorteile von skalierbaren Hyperscale-Technologien nutzen, um ihr Datenwachstum wesentlich effizienter und preiswerter zu managen.

Das alte Storage-Modell hat keine Zukunft mehr

Weshalb ändert sich das Modell? Es gibt einige wichtige Gründe. Das alte Storage-Modell war ausgelegt für:

  • Tausende Dateien
  • Einzelne Anwendungen und Dutzende Clients
  • Lokale Netzwerke und regelmäßige Stillstandzeiten
  • Hauptsächlich manuell gesteuerte Operationen
  • Kompatibilität mit Block- oder Datei-basierten Anwendungen

Die Art, wie wir Geschäfte tätigen, hat sich in den letzten Jahren dramatisch geändert, wodurch sich auch die Nutzung und Speicherung von Daten entsprechend weiterentwickeln musste. Das Problem für die Unternehmen mit älteren Infrastrukturen ist, dass alte Technologien nie die Skalierbarkeit für Millionen Benutzer, das Management von Daten im Petabyte-Bereich, ununterbrochene Verfügbarkeit und die beinahe vollständiger Automatisierung zum Ziel hatten. Es sollte daher keine Überraschung sein, dass das alte Storage-Modell mittlerweile völlig veraltet ist und die Skalierbarkeit ein großes Problem für die Systeme von gestern darstellt. Im Gegensatz dazu werden softwaredefinierte Storage-Systeme für Tausende Dateien und Petabyte an Daten entwickelt, die in festen File-Systemen und Volumes organisiert werden. Wo alte Storage-Systeme extrem begrenzte Skalierungsmöglichkeiten bieten, können die softwaredefinierten Modelle mit Leistungen auf einer immensen Skala überzeugen. In der Vergangenheit mussten Unternehmen nicht rund um die Uhr, sieben Tage die Woche online sein und die unterschiedlichen Standorte mussten nicht so eng zusammenarbeiten wie heute. Zudem waren digitale Daten häufig einfach nicht geschäftskritisch.

Automatisierte IT oder IT, die Anwendungen versteht?

Möchten Sie eine weitreichend automatisierte IT oder eine IT, die Anwendungen versteht? Machen Sie sich keine Gedanken. Storage-Systeme weisen heutzutage in einem geschlossenen System die Daten-Management-Funktionen einer bestimmten Hardwareeinheit zu. Die Storage-Administratoren müssen statt der eigentlichen Daten nur physische Festplatten und unflexible Datencontainer (Dateisysteme und LUNs) zuordnen, optimieren und managen. Momentan sind Unternehmen zu über 40 Prozent virtualisiert und wenden sich zunehmend der Automatisierung ihrer Infrastruktur zu. Unter Beachtung dieses Umstands muss ein Storage-System Teil der Automatisierungsstrategie bilden und nicht in isolierten Silos der physischen Hardware abgeschottet werden. Zudem muss Storage Skalierbarkeit, Anwendungserkennung und Orchestration-Frameworks unterstützen.

Das Storage-Modell der Zukunft ist Software-defined

Neue Storage-Konzepte entsprechen den neuen Operationsstrategien von Unternehmen und sind daher von Grund auf für Daten konzipiert, die jetzt und vor allem in Zukunft gespeichert und genutzt werden.

Selbst SaaS-Dienstleistungsanbieter mittlerer Größe haben Millionen Endanwender. Das bedeutet, dass ihr Storage-System tausende Clients gleichzeitig unterstützen muss. Diese Umgebungen beherbergen nicht nur mehrere Petabyte (oder sogar Exabyte) Daten, sondern auch mehrere Milliarden einzelne Dateien. Diese Zahlen machen deutlich, dass die Storage-Begrenzungen klassischer Systeme überwunden werden müssen. Allerdings bringen Storage-Systeme solchen Ausmaßes auch eine erhöhte Komplexität mit sich.

Umgang mit mehr Komplexität und Verhinderung von Ausfallzeiten

Unternehmen und Endnutzer können Ausfallzeiten nicht mehr tolerieren. Selbst wenn eine Anwendung oder Website nur wenige Sekunden nicht verfügbar ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Endnutzer sie verlassen. Das Ergebnis sind SLAs mit zunehmend strengeren Klauseln zu Ausfallzeiten und Infrastrukturausfällen; Erweiterungen und Upgrades können nicht mehr mit einem Zeitfenster von mehreren Stunden oder gar Tagen durchgeführt werden. Im Zeitalter von Laufwerken mit einer Kapazität von mehreren Terabyte verlieren klassische Datensicherungstechniken wie RAID-Systeme durch die extrem langen Wiederherstellungszeiten und ihre begrenzte Fehlertoleranz an Relevanz.

„Unternehmen und Endnutzer können Ausfallzeiten nicht mehr tolerieren.“

Jérôme Lecat, Scality.

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Softwaredefinierte Speicher hingegen wurden eigens für Skalierbarkeit, regelmäßige Hardware-Updates und umfassende Anwendungs- und Framework-Analysen entwickelt. Durch die Entkopplung von der Hardware können so alle Vorteile der relevantesten Formfaktoren, den neuesten Innovationen und den schnellsten oder dichtesten Medien ohne den Ausfall von Anwendungen genutzt werden. Durch diese Entkopplung können Umgebungen zudem in bisher ungeahntem Maß skaliert werden, wodurch Skaleneffekte linear ohne die typischen schrittweisen Kosten für neue Hardwaresysteme verbessert werden. Außerdem können so Services bereitgestellt werden, die wirklich sinnvoll für moderne Unternehmen sind, so z.B. Datensicherungslösungen und Verfügbarkeit über die physische Hardware und mehrere Standorte hinweg. Zusätzlich können ganz einfach neue Storage-Kapazitäten – selbstverständlich ohne Serviceunterbrechung – hinzugefügt werden.

So wie das Computing sich hauptsächlich in eine virtualisierte Infrastruktur verwandelt hat, wird Storage zunehmen softwaredefiniert. Moderne Storage-Lösungen werden für softwaredefinierte Rechenzentren mit extremer Skalierbarkeit, weitreichender Unterstützung von Anwendungen, hoher Verfügbarkeit und Policy-basierter Datenaufbewahrungsdauer sowie mit mehr Effizienz als klassische Storage-Technologien konzipiert. Wenn Ihr Datenvolumen explosionsartig wächst und Sie Ihren Kunden neue Services mit einem hohen Datenaufkommen anbieten möchten sowie die Effizienz der Cloud und ununterbrochene Verfügbarkeit benötigen, kommen Sie um Software-defined Storage nicht mehr herum.

Über den Autor:
Jérôme Lecat ist CEO bei Scality.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert

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