Referenzarchitekturen sind wichtig für Software-defined IT

Trends wie Software-defined oder hyper-converged IT lassen Referenzarchitekturen noch lange nicht obsolet werden.

Referenzarchitekturen waren in der IT schon immer wichtig, aber in der Ära des Software-defined „X“ spielen sie eine noch wichtigere Rolle für IT- und System-Integratoren. Der erste Schritt ist, den Begriff Referenzarchitektur zu definieren. Sucht man in Wikipedia, so lassen sich einige wichtige Passagen dort finden, die den Terminus umreißen:

„Eine Referenzarchitektur im Bereich Software- oder Enterprise-Architektur stellt Modell- bzw. Beispiellösungen für eine bestimmte Architektur oder Domäne zur Verfügung. Darüber hinaus gibt eine solche Referenz auch ein generelles Vokabular an die Hand, mit dem sich Implementierungen diskutieren lassen. Das dient der Vereinheitlichung der Kommunikation.“

„Eine Referenzarchitektur in einem Unternehmen anzuwenden, beschleunigt die Umsetzung durch die Wiederverwendung einer effektiven Lösung und gewährleistet eine Basis für Governance, um die Beständigkeit und Anwendbarkeit im Unternehmen zu garantieren.“

Diese Auszüge lassen sich durch ein Beispiel untermauern.

Vor dem Software-defined Storage (SDS)-Zeitalter kaufte man zum Beispiel ein VNX Storage-Array von EMC, bei dem dann sowohl die Software wie die Hardware vom Hersteller EMC kamen. Erwarb man dann Replikation, Thin Provisioning und Snapshot-Software, konnte man sich sicher sein, dass alle diese Komponenten nahtlos miteinander zusammenarbeiten. 

,EMC kümmerte sich um die Produktpalette und kontrollierte sie auch. Trotzdem stellte der Hersteller zudem eine Sammlung an Richtlinien und Ratgeber zur Verfügung, welche die besten Ergebnisse solcher Implementierungen zusammenfasst. 

Ebenso stellte EMC höchstwahrscheinlich auch einige Referenzarchitekturen bereit, die beschrieben, was man tun und lassen sollte und wie sich die Server- und Netzwerk-Switche am besten konfigurieren lassen, um einen bestimmten Level an Performance für eine bestimmte Applikation (z.B. SAP) zu erreichen. Und obwohl EMC die gesamte Kontrolle über die Lösung hatten, so waren doch noch Referenzarchitekturen notwendig.

Hilfe bei Software-defined Storage durch Referenzarchitekturen

Schauen wir uns nun ein klassisches SDS-Produkt an und überprüfen, wie viel wichtiger hier Referenzarchitekturen werden. DataCore SANsymphony war wahrscheinlich das allererste Beispiel eines Software-defined Speichers. SANsymphony ist logisch vor einer großen Anzahl unterschiedlicher Storage-Produkte implementiert und wurde konzipiert, um diese optimal auszunutzen und Einheitlichkeit für den Misch-Masch der verschiedenen Arrays zu gewährleisten. 

Einige Arrays mögen dabei zu viel, andere zu wenig ausgelastet worden sein. Die Funktionalität variierte hierbei und selbst wenn die Arrays die gleiche Funktion übernahmen, sah die Performance oft unterschiedlich aus. SANsymphony fasst separate Hardware zusammen und stellt eine allgemeine Methode der Storage-Bereitstellung zur Verfügung. 

Wahrscheinlich limitierte DataCore den Support auf einige Produkte, was in der Hardware-Kompatibilitätsliste zu finden ist. Zusätzlich dazu gibt die Firma (damals wie heute) einen Satz an Richtlinien den Anwendern an die Hand, die auf eigenen Erfahrungen und denen von Kunden basiert. 

Und natürlich gibt es auch gewisse Referenzarchitekturen für spezifische Anwendungsgebiete. Diese Referenzarchitekturen sind wichtiger als die von einzelnen Array-Herstellern, da sie Vorlagen, Richtlinien und Best Practises für nicht nur ein spezifisches System liefern.

Auch hyper-converged IT braucht Anleitungen

Selbst in Fällen von hyper-converged Appliances – bei denen Compute, Storage, Netzwerk, Server-Virtualisierung, Data Protection, WAN-Optimierung, Deduplizierung und andere Technologien in einer Node gebündelt sind – braucht der Anwender diese Referenzarchitekturen.

Konvergente und hyper-konvergente Systeme sind konzipiert, um Infrastruktur-Installationen und das alltägliche Management zu erleichtern. Hersteller dieser Produkte bieten Referenzarchitekturen für eine Vielzahl an Anwendungen und Installationsgrößen, so dass die Anwender die Vorteile der converged Umgebung schneller nutzen können. 

Eines der Schlüsselkriterien von hyper-converged ist die Flexibilität: falls die Performance nicht stimmt, fügt man einfach eine neue Node hinzu. Das zugrunde liegende Design ist aber nach wie vor wichtig, und solche Probleme lassen ich durch eine entsprechende Referenzarchitektur für eine dedizierte oder eine Mischung an Applikationen lösen. 

Letztendlich glaube ich, dass Anbieter von hyper-converged Lösungen spezifische Modelle für anvisierte Workloads einer bestimmten Größe entwickeln werden. Anwender wählen dann einfach das adäquate Modell, ohne sich um eine Referenzarchitektur sorgen zu müssen. Aber bis dahin, sind eben diese Referenzen enorm wichtig.

Erprobt und getestet

Referenzarchitekturen sind Vorlagen von Dingen, die gut funktionieren, für bestimmte Anwenderszenarien. Sie tragen Erfahrungen von Entwicklern und anderen Anwendern zusammen, so dass neue User nicht blindlings herumkonfigurieren müssen. Referenzarchitekturen fassen Best Practises zusammen, erläutern Leistungsabhängigkeiten und warnen davor, wenn Sie bestimmte Kombinationen auswählen, die problematisch sein könnten. 

Mittels Referenzarchitekturen können Sie die Resultate schneller aus Ihrer IT-Infrastruktur ziehen. Die Referenzen waren schon immer wichtig in der IT. Mit Software-defined „X“ erhöht sich die Zahl der potentiellen Interaktionen enorm und der Bedarf an Referenzarchitekturen steigt dementsprechend an.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2014 aktualisiert

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