Sechs Prognosen für den Speichermarkt 2015

Anders als für die Vorjahre erwartet die Taneja Group für 2015 einen großen Sprung bei Storage. Vor allem für Storage bei VMs soll sich viel ändern.

Die leichtesten Vorhersagen, die auch am meisten verbreitet sind, bestehen in der simplen Aussage, dass sich die Dinge wohl so weiter entwickeln werden wie in der Vergangenheit. Aber welchen Nutzen hat so etwas? Wie jeder gute Wahrsager haben wir dagegen unsere Hände über eine Kristallkugel gehalten und alle unsere noch unreifen Gedanken gesammelt, um schließlich zu den folgenden sechs Prognosen zu gelangen. Und so wird sich der Speichermarkt 2015 ändern:

1. Der traditionelle Storage-Markt insgesamt wird relativ flach bleiben, trotz großem Wachstum bei Big Data und der Datenexplosion bei dem Internet der Dinge.

Bei Big Data wird es sich meistens um unstrukturierte Informationen handeln, und Big-Data-Architekturen wie Hadoop werden weiter zu einer Stärkung von DAS (Direct Attached Storage) bei Speichersystemen führen. Zusätzlich setzen sich viele große Big-Data-Player für das Data-Lake- oder Hub-Konzept ein, um auch größere Posten von anderen Geschäftsdaten in Big-Data-Cluster zu platzieren. Während wir hier einigen Fortschritt durch Anbieter wie BlueData sehen, die Analytics für traditionelles Enterprise-Storage nutzbar machen wollen, wird  es dennoch 2015 nicht für einen großen Wachstumsschub reichen.

Nach unseren Beobachtungen haben viele Storage-Hersteller ihre jüngsten Versionen von Arrays dadurch konkurrenzfähiger gemacht, dass sie von Haus aus eine Reihe von Kapazitätsverbesserungen wie Thin Provisioning, Linked Clones, Global Deduplication oder Inline-Komprimierung integrieren. Besonders hybride Arrays nutzen die Effekte von Flash für eine effektivere Ausnutzung des Speicherplatzes, indem die Daten per Tiering auf verschiedene Speicherplätze verteilt werden. Die meisten Arrays werden heute auf die eine oder andere Art „hybrid“ ausgeliefert. Anwender haben insgesamt größere Auswahlmöglichkeiten, wenn sie neue Arrays anschaffen wollen.

2. Schaut man sich den Flash-Markt an, gibt es hier zu viele Anbieter von All-Flash-Arrays (AFA) und zu wenig Differenzierung.

Noch in den Jahren 2012 und 2013 hatten die ersten AFA-Hersteller den Markt für sich selbst – es gab praktisch keine Konkurrenz. Aber inzwischen haben alle großen Speicherhersteller ihre eigenen mit Flash vollgepackten Angebote auf den Markt gebracht, und die Chancen für die kleineren Anbieter und Start-ups werden immer geringer. 

EMC, Hewlett-Packard, HDS, IBM und NetApp vermarkten alle ihre eigenen Lösungen – als AFA und als hybrid – so dass es die verbliebenen unabhängigen Hersteller immer schwerer haben werden, eine Nische zu finden, in der sie in Ruhe überleben können. Wir erwarten auch, dass 2015 eine Reihe von Highend-Speicherarchitekturen wie DSSD von EMC oder neue gleichartige Produkte von Avalanche Technology auf den Markt kommen werden.

Wir gehen weiter davon aus, dass hybrid-basierte Tier-1-Arrays generell gegenüber AFAs Boden verlieren werden, da die Flash-Preise weiter sinken und die Performance von Flash-Lösungen für die meisten, wenn nicht alle I/O-Prozesse von Tier-1 mehr als ausreicht. In virtuellen Umgebungen wird sich dieser Trend voraussichtlich abschwächen, weil direkt in Servern integrierter Flash und Memory-Caching für Tiering an Popularität gewinnen.

3. Data Protection und andere Zusatzleistungen für Storage werden direkter Bestandteil von Speicherlösungen.

Wir erwarten, dass weitere traditionelle Array-Lösungen den Beispielen von Nimble und Microsoft StorSimple folgen, die bereits Features für Data Protection eingebaut haben, um umfangreichere End-to-End-Services anzubieten. Außerdem werden sich traditionell aufgebaute Backup-Programme von Drittanbietern vermutlich besser verkaufen, genauso wie eigenständige Deduplication- und Replikations-Software. 

Und immer mehr traditionelle und „neue“ Plattformen werden mit „Cloud-ready“ Features aufwarten: zum Beispiel für Cloud Tiering, Archivierung, Backup und Disaster Recovery. EMC und NetApp haben jeweils vor kurzem Technologie für Cloud Gateways eingekauft. Der Grund dafür dürfte schlicht darin liegen, dass diese Hersteller davon ausgehen, dass sich der Storage-Markt langsam in Richtung Cloud Storage verändern wird – zumindest, was Daten angeht, die keinen ständigen Zugriff brauchen („cold data“).

4. Storage wird mehr Features bereitstellen, die Applikationen in den Mittelpunkt stellen. Auf dem Weg dorthin werden wir Datenbank-freundliche LUNs sehen, an menschliche Bedürfnisse angepasste Files und web-freundliche Objekte.

Diese Entwicklung wird 2015 massiv beginnen mit Speicherfunktionen, die speziell an virtuelle Maschinen (VMs) angepasst sind und die zuerst von Tintri herausgebracht wurden. VMware hat dies dann mit Virtual SAN übernommen. Mit dem lange erwarteten Support für VVOL, den VMware nun anbietet, werden bald alle Array-Systeme mit VM-spezifischen Speicherfunktionen ausgestattet sein, einschließlich Provisioning, Management, Quality of Service, Data Protection, Trouble Shooting und Reporting. 

All das werden Arrays direkt für VMs bereitstellen. In dem Masse, wie die IT weiter virtualisiert wird und Automatisierung weiter zunimmt, um Kapital- und Arbeitskosten (Capex und Opex) zu senken, werden wir bald VM-orientierte Speichersysteme sehen. Diese Entwicklung wird den Anwendern neue Möglichkeiten zur Verfügung stellen, um ihre Geschäftsprozesse effektiv zu realisieren.

5. Die beiden Trends Software-defined Storage und Hyper-Convergence werden selbst zu einer gemeinsamen Technologie zusammenwachsen und Virtualisierungsprojekte dominieren.

EVO:RAIL, Nutanix, Scale Computing und SimpliVity werden mit unter den ersten Namen sein, die sich für neue Virtualisierungsprojekte aufdrängen. Die Player im Convergence-Umfeld werden heftig darum konkurrieren, wie sie mehr Software-defined Funktionen in ihre Lösungen integrieren können, um den Grad von Hyper-Convergence noch zu steigern. Allgemein betrachtet, werden wir einen breiteren Einsatz von Appliances für Virtual Storage und von Lösungen à la Virtual SAN sehen. 

Kleine und mittelgroße Unternehmen sind vor allem an einfachen Projekten für eine Converged Infrastructure interessiert, während große Unternehmen Lösungen für ihre verteilten Speicheranforderungen suchen. Software-defined Storage wird allgemein für Tier-2-Speicher akzeptiert werden und so allmählich bis gegen Ende des Jahres Tier-1-Speicherlösungen bedrohen. 

Wir erwarten auch, dass eine Reihe neuer Anbieter mit billigen Produkten für DAS und PCI Express Flash auftreten wird, die besonders zur Unterstützung von Software-defined Storage geeignet sind. Manche Hersteller werden sie auch in Appliances verpacken, um auf diese Weise mit mehr traditionellen Angeboten jenseits virtueller Umgebungen konkurrieren zu können.

6. Private Cloud Storage, besonders Tier-2-Storage, wird 2015 ernsthaft in größeren IT-Umgebungen installiert werden, vor allem im Regierungsbereich und bei größeren Unternehmen.

Object Storage wird man vor allem in internen Private Clouds einsetzen, da Schlüsselapplikationen langsam Web- und Cloud-tauglich gemacht werden. Außerdem werden Archivierungslösungen, Big-Data-Prozesse sowie Synchronisierungs- und Sharing-Anwendungen diesem Trend folgen.

Wir sind sicher, dass 2015 ein Wendepunkt für die Storage-Industrie sein wird. Die Zeit des Business-as-usual bei Speicher nähert sich ihrem Ende.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2015 aktualisiert

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