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So bekämpfen Sie Noisy Neighbors in der IT-Infrastruktur

Das Phänomen der Noisy Neighbors tritt in der IT-Infrastruktur häufig auf. Das ist besonders ärgerlich, wenn eher unwichtige Anwendungen den Betrieb der wichtigsten Applikation beeinträchtigen.

Probleme mit lauten Nachbarn kennt wohl jeder. Sie sind nicht immer absichtlich laut, vielleicht haben sie kleine Kinder, vielleicht müssen sie lauter fernsehen, weil sie nicht so gut hören können, oder ihr Wecker klingelt einfach zu früh.

Ganz gleich, was der Grund ist, ein lauter Nachbar kann unsere Stimmung und unsere Selbstkontrolle schwer beeinträchtigen. Das Gleiche gilt für IT-Infrastrukturen.

Böse Nachbarn

Da IT-Infrastrukturen immer vernetzter werden, kann das Verhalten einer Anwendung sich direkt auf die Performance einer anderen auswirken. Wenn beispielsweise eine Marketinganwendung Hunderte an potenziellen Kunden anschreibt, können Tier-1-Anwendungen langsamer werden, ohne dass die Überwachungs-Tools das bemerken.

Es ist naheliegend, dass das IT-Team dann nach einem Problem bei der langsam laufenden Anwendung sucht und wertvolle Zeit aufbringt, um sich zum Beispiel den Quelltext anzusehen. Währenddessen versendet die Marketing-Abteilung weiterhin fröhlich E-Mails und bremst den Rest der Infrastruktur aus. Kunden verlassen massenhaft die Website und dem Unternehmen entgehen unzählige Verkäufe.

Gegenseitiges Verständnis

Als Reaktion auf die immer weiter verbreiteten Hybridanwendungen ist ein neuer Trend zu beobachten. Zunächst einmal konzentrieren CIOs sich zunehmend darauf, ihre Infrastruktur zu verstehen. Sie möchten erfahren, wo sich jede Anwendung befindet, um dann zu verstehen, wie ihre Performance andere Elemente beeinflusst.

Es ist ein laufender Prozess. Anwendungen werden kontinuierlich weiterentwickelt und zunehmend flexibler. Sie fühlen sich in virtualisierten und physischen Infrastrukturen und in der öffentlichen und privaten Cloud wohl.

Entwicklung und Flexibilität sind an und für sich etwas Gutes – und sie sollten zu einer besseren Performance führen. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Updates haben häufig negative Auswirkungen auf geschäftskritische Anwendungen und neue, dem Anschein nach harmlose Anwendungen können eine ganze Infrastruktur lahmlegen. In der Vergangenheit wäre die IT bei dem Versuch, diese Art von Problem zu lösen, verzweifelt.

Durch eine strategischere Vorgehensweise – Aufzeichnen, wo die Anwendungen sich befinden, verstehen, was jede einzelne tut, und die Vorbereitung auf Updates und Migrationen – ist es heutzutage wesentlich einfacher, vorauszuplanen und mit Problemen fertig zu werden, bevor sie völlig aus dem Ruder laufen.

Nachbarschaftswache

Die CIOs beginnen bereits, das Performance-Management mit Infrastruktur-Mapping weiterzuentwickeln. In der Vergangenheit wurden die Infrastrukturelemente jeweils einzeln überwacht. Die IT wartet heute aber nicht mehr darauf, dass Probleme auftreten. Sie optimiert ihre Infrastruktur lieber mit einer ganzheitlichen Sicht auf die Performance kontinuierlich weiter.

Sie nutzt dafür anwendungsbasierte Tools, die die gesamte Umgebung überwachen. Sie senden Warnungen, wenn eine Anwendung mit hoher Wahrscheinlichkeit andere Komponenten beeinträchtigen wird. Sie bieten sogar Informationen über mögliche Anpassungen, um die gesamte Infrastruktur zu verbessern.

Manchmal kann das aber auch bedeuten, dass eine Anwendung von einer Infrastruktur zu einer anderen verschoben werden sollte. Und Anwendungsmigrationen können sehr anstrengend sein: Kinderkrankheiten mussten häufig nach der Implementierung ausgebügelt werden, da es bisher immer schwierig war, die Auswirkungen einer Anwendung auf ihre neue Umgebung vorherzusagen.

Schlecht geplante Migrationen können schnell teuer werden, und zwar in Zeit und Geld. Durch eine anwendungsbasierte Herangehensweise an die Infrastrukturperformance können CIOs Szenarien wie diese viel einfacher modellieren und die Anwendungen optimieren, bevor sie verschoben werden.

Sich richtig informieren

Um den maximalen Nutzen aus ihren Infrastrukturen zu ziehen, müssen CIOs unbedingt die richtigen flexiblen anwendungsbasierten Performance Monitoring oder Management Tools auswählen. Aus diesem Grund ist das Interesse an Weiterbildungen gestiegen.

Die CIOs und ihre Mitarbeiter müssen nicht nur ihre Infrastrukturen und Anwendungen verstehen, sondern auch einschätzen können, welche Tools am besten zu ihnen passen und die besten Analysen und Informationen liefern, die Ihnen dabei helfen, die Infrastruktur zu optimieren.

Diese Fähigkeit wird an Bedeutung zunehmen, da die Anbieter sich an diese neue anwendungsbasierte Herangehensweise anpassen und mehr Monitoring-Tools einführen werden.

Steigende Ansprüche

Die Auswirkungen eines besseren Verständnisses der Infrastruktur und ihrer Komponenten reicht über einzelne Unternehmen und ihre IT-Teams hinaus. Kunden, die ihre Infrastruktur gut kennen, werden auch mehr von ihren Monitoring-Tools erwarten – und sie werden vor der Kaufentscheidung sicher sein wollen, dass diese wirklich zu ihnen passen.

Die Anbieter von Performance-Monitoring-Lösungen dürfen sich daher nicht nur auf den neuen anwendungsbasierten Fokus konzentrieren, sie müssen auch transparenter werden. Sie werden erklären müssen, was ihre Tools können, welche Informationen sie bieten und wie sie der IT und dem Unternehmen helfen können, die Performance ihrer gesamten Infrastruktur zu maximieren.

Len Rosenthal, Virtual Instruments

„Updates haben häufig negative Auswirkungen auf geschäftskritische Anwendungen und neue, dem Anschein nach harmlose Anwendungen können eine ganze Infrastruktur lahmlegen.“

Len Rosenthal, Virtual Instruments

Tools, die nur Tier-1-Anwendungen überwachen, sind nicht mehr genug – die CIOs müssen auch erfahren, wenn andere Anwendungen langsam laufen. Mehr noch, sie benötigen Tools, die mögliche Probleme erkennen, bevor sie auftreten, um so die Ursache frühzeitig beheben zu können. Die intelligentesten Anbieter haben diese Entwicklung erkannt und bieten bereits Tools für anwendungsbasierte Umgebungen an.

Intelligent handeln

Wenn man bereits Erfahrung mit lauten Nachbarn hat, weiß man auch, dass es nicht immer möglich ist, auszuziehen oder sie davon abzuhalten, Schlagzeug zu spielen. Leider gibt es auch vergleichbare Anwendungen – sie können einfach nicht migriert oder stumm geschaltet werden.

Aber wie bei echten Nachbarn kann man einen Kompromiss finden. Die Kinder schießen immer noch den Fußball gegen die Wand? Dann kann man sie darum bitten, damit aufzuhören, wenn man von der Arbeit nach Hause kommt. Die Marketing-Abteilung muss Hunderte an E-Mails versenden?

Dann aber zu einer ruhigen Zeit, wenn andere Anwendungen weniger Bandbreite benötigen und nur wenige Besucher die Unternehmenswebsite aufrufen. Oder man eliminiert den Lärm von anderen Anwendungen, um so das System ein wenig zu entlasten.

Der Einblick in die gesamte Infrastruktur und in den Kontext der Anwendungen macht das möglich. Und genau das befeuert den Trend hin zu anwendungsbasierten Lösungen.

Über den Autor:
Len Rosenthal ist CMO bei Virtual Instruments.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2017 aktualisiert

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