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Software-defined Storage: Ohne Hardware geht es nicht

Die Software definiert mittlerweile, wie wir Daten speichern und verwalten. Trotzdem sollte die Hardware nicht völlig unbeachtet bleiben.

Mit Software-defined Storage propagiert die Storage-Branche die große Freiheit der Storage-Architektur und der Datenverwaltung. Höchste Flexibilität, leichte Skalierbarkeit, einfaches Management und nie wieder ein Vendor-Lockin sind nur einige Vorteile, die mit dieser Technologie assoziiert werden. Die Hardware soll hierbei nur noch die Nebenrolle spielen, am besten keinerlei Intelligenz mitbringen und erst recht keine proprietäre Software. Mit Standard-x86-Servern oder günstigen Commercial-off-the-shelf (COTS) sollen quasi alle Ansprüche und Anforderungen im Rechenzentrum abgedeckt werden, wenn denn die Software leistungsstark genug ist.

Keine Standards, viele Definitionen

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass SDS viele Vorteile bringen kann. Die Hardware aber geradezu als problematisch und generell vernachlässigbar darzustellen, halte ich für falsch. Damit SDS wirklich effizient zum Einsatz kommen kann, müssen noch viele Faktoren verändert respektive optimiert werden, damit der Anwender den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen kann. Aber hier steht sich die Industrie selbst im Weg.

So gibt es derzeit beispielsweise keine einheitliche Definition, was denn SDS ist. Eigentlich einfach: SDS ist Storage-Software, die jegliche Hardware zusammenfasst, virtualisiert und diese Ressourcen nutzt, um die Software-bestimmten Storage-Services auszurollen und zur Verfügung zu stellen. SDS = Software. Sieht man sich am Markt um, so finden sich aber zahlreiche Lösungen, die als SDS angeboten werden, aber doch mehr sind als nur Software.

Des Weiteren existieren auch keine Standards, an denen sich die Hersteller halten und somit bessere Kompatibilität der Hardware gewährleisten könnten. Aber welcher Hersteller, der vorher nur das reine Blech plus Software verkaufte, möchte sich hier das eigene Geschäft verderben. Hier sehen die Produktangebote meist so aus, dass die Software im Bundle mit der eigenen Hardware vertrieben wird und darüber hinaus eben auch mit anderer Storage-Hardware „spielen“ kann. Wie gut oder schlecht, muss der Anwender im Zweifelsfall in der Praxis herausfinden.  

Performance und Skalierbarkeit sind Hardwarefaktoren

Die Funktionen lassen sich ohne Frage gut mittels der Software abbilden – auch vorher schon, allerdings meist als proprietäre Version und ohne Einbeziehung anderen Hardwareoptionen. Performance, Kapazitäten und Skalierbarkeit sind aber nach wie vor Faktoren, die von der Hardware bestimmt werden. Diese lassen sich mit Softwarefunktionen sicherlich optimieren, die Grundvoraussetzungen und Erweiterungsoptionen kommen aber vom darunterliegenden System.

Hier muss der Anwender zunächst feststellen, welche Workloads er bedienen muss und welche Hardware er dafür einsetzen will. Denn meist gibt es Leistungsanforderungen, die sich eben nicht mit Standardhardware bedienen lassen. Das wiederum wirft weitere Fragen hinsichtlich der Software auf: Kann die Software beispielsweise Flash- und Festplattensysteme vereinen? Wenn ja, kann sichergestellt werden, dass ich auf den teuren Flash-Systemen bestimmte Funktionen nicht nutze, da sie die Performance beeinflussen könnten? Dies ist ein wichtiger Punkt, da beim SDS die Funktionen in der Regel über alle Ressourcen hinweg verteilt werden und der Administrator kaum oder gar keine Möglichkeit hat, hier granular Services auszurollen.

Darüber hinaus sollte die Software keinerlei Limitierungen in puncto Skalierbarkeit aufweisen. Die meisten reinen Softwareangebote bedienen diese Anforderung, bei Bundle-Lösungen aus Software und Hardware sollte der IT-Manager besser nachfragen.

Ein Pool und doch eine Insel

Dass Rechenzentren flächendeckend und für alles SDS einsetzen werden, ist vermutlich nicht anzunehmen. Vielmehr kann SDS eine Lösung für die Majorität der Speicheranforderungen sein, spezielle Workloads werden aber sicher auch künftig mit verschiedenen anderen Systemen adressiert. Archivierung auf Band zum Beispiel oder eben transaktionsreiche Anwendungen, die schiere Performance und weniger Funktionen benötigen. Das macht im gewissen Sinne auch das SDS-Konzept zu einer Insellösung, wenn auch zu einer breiteren als vielleicht punktuelle Flash- oder Object-Storage-Lösungen.

SDS reißt also nicht das RZ an sich und macht Hardware obsolet. Vielmehr ist auch dieser Ansatz eine Option, Storage effizient und flexibel zu nutzen. Natürlich kann sich der Anwender in gewissem Rahmen vom Hersteller „befreien“, die Wichtigkeit der Hardware aber völlig in Abrede zu stellen, ist unsinnig. Denn letztlich liegen die Daten immer auf der physischen „Kiste“ im RZ. Und dem System ist die Software letztlich egal, so lange sie ihren Dienst verrichtet.

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Artikel wurde zuletzt im November 2015 aktualisiert

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