Storage-Infrastruktur-Management ist immer noch schwer definierbar

Storage-Management wird oft nachlässig behandelt, weil es ein schwieriges Gebiet ist. Software-defined Storage (SDS) könnte eine Erleichterung sein.

Zum Storage-Management gehört wesentlich mehr, als sicherzustellen, dass Performance und Skalierbarkeit adressiert werden. In der Regel war das ein teurer Spaß. Moderne Administratoren und Architekten machen ihre Sache beim Management der Storage-Ressourcen allerdings besser.

Seit Jahrzehnten schlagen wir uns mit grundlegenden Storage-Management-Aufgaben herum und tun unser Bestes, Daten so gut wie möglich zu schützen. Wir bauen unsere Storage-Systeme aus und skalieren diese, um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden. Performance, Skalierbarkeit und Erweiterung haben wir in diesen Tagen sehr gut im Griff. Die letzte zu stürmende Bastion im Data Center ist das Storage-Management.

Storage-Management ist eine sehr große Herausforderung. Der Umfang und die Komplexität dieser Aufgabe führen dazu, dass diese Probleme scheinbar immer zuletzt adressiert werden. Im Vordergrund stehen Performance und andere Kernfunktionen. Aber obwohl die Aufgabe im Hintergrund steht oder niedrigere Priorität hat, ist sie dennoch wichtig. Denn in Wirklichkeit steht und fällt ein Data Center mit dem Effizienz-Niveau, mit dem man Storage verwaltet.

Heutzutage kosten Storage-Systeme in der mittleren Preisklasse (Midrange) zwischen drei (zirka 2,20 Euro) und fünf US-Dollar (zirka 3,70 Euro) pro GByte. Für das Storage-Management sind jedoch, auf das Jahr bezogen, immer weit höhere Kosten angefallen. Der Fortschritt hat diese Aufwendungen in den vergangenen Jahren zwar sinken lassen. Allerdings fallen für das Management weitere fünf bis zehn US-Dollar pro GByte an, und damit übersteigt der Preis die Vorlaufkosten eines Storage-Systems. Das gilt besonders dann, wenn man diese Kosten auf die Lebensspanne eines Storage-Systems von drei bis fünf Jahren hochrechnet.

Bei virtuellen Infrastrukturen ist das Problem noch gravierender. Aufgrund der Dichte der Workloads besteht die Notwendigkeit, die Interaktionen zwischen virtueller Maschine und de physikalischem Storage zu managen. Ebenso müssen Sie die Vor-Ort-Daten-Operationen (Data-in-Place) verwalten, zu denen beispielweise Snapshots oder Replikation gehören. Diese beiden Elemente tragen massiv zur Komplexität und zum Niveau des routinemäßigen Zusammenspiels mit dem Storage bei. Nichtsdestotrotz sieht man während des Kaufprozesses gerne über das Management hinweg und erweist diesem nicht die Wertschätzung, die ihm eigentlich zukommen sollte.

Zurzeit geistert das Buzzword „Software-defined“ durch die Branche. Es ist egal, welche Software-defined-XXX-Technologie Sie zu Rate ziehen, der Fokus dabei liegt auf höherer Agilität für das Business. Das wird durch Dynamik, On-demand-Anpassungsmöglichkeiten und programmatische Handhabung realisiert. Hinzu kommt eine neue logische und abstrahierte Infrastruktur, die von den physikalischen Grenzen losgelöst ist. Es ist eine utopische Vision: Dinge zusammenstecken, die dann einfach und ohne weitere Probleme miteinander funktionieren. So einfach kommen wir davon nicht weg. Deswegen lehnen wir uns zurück und hoffen, dass Software-defined all unsere Management-Probleme lösen wird. Allerdings gehört zum Storage-Management weit mehr als nur programmatische Handhabung.

Wenn wir den Management-Zug nun verpassen, wird das Unternehmen dieses Versäumnis nirgendwo anders so schmerzhaft zu spüren bekommen wie in der Storage-Umgebung. Kümmern wir uns nicht von Anfang an um das Management, könnte sich Software-defined Storage (SDS) sogar in einen Albtraum verwandeln. Logische und dynamisch verknüpfte Verbindungen sind absolut wertlos, wenn Sie die dazugehörigen Ressourcen nicht im Griff haben und entsprechend verwalten können.

Wenn wir den Management-Zug dieses Mal verpassen, dann werden Unternehmen nirgendwo stärker die Schmerzen fühlen als bei ihrer Storage-Umgebung.

So schlecht sieht die Sache aber gar nicht aus. Ich war noch nie ein Fan von noch einer weiteren Ebene, um die Herausforderungen des Managements zu lösen. Nach meinen Vorstellungen sollten wir eine umfangreiche und integrierte Lösung für die Storage-Infrastruktur erhalten, ohne einen weiteren Cent für noch ein Produkt ausgeben zu müssen. Es gibt derzeit eine Handvoll Hersteller, die geeignetes Software-defined Storage anbieten und ehrgeizige Pläne für die Zukunft haben. Einige dieser Lösungen sagen den Management-Problemen gezielt den Kampf an.

Auf der einen Seite gibt es Lösungen mit einer Art Software-defined Storage. Dazu gehören konvergente Infrastrukturen und Hyper-Convergence-Produkte. Damit versucht man, die Komplexität zu reduzieren und die Überschaubarkeit zu verbessern, indem Hardware und Software besser gekoppelt werden. Hier gibt es einige nennenswerte Produkte: Hewlett-Packards (HP) VirtualSystem- und Cloud-System-Familie inklusive des kürzlich angekündigten API-fähigen OnView, Hitachis Unified Compute Platform, IBM mit PureSystems, Nutanix, SimpliVity und die VCE-Vereinigung.

Auf der anderen Seite sind SDS-Lösungen auf dem Markt, die das Storage aus Portabilitäts-Gründen, verbesserten Anpassungsmöglichkeiten und Reduzierung der Komplexität komplett in Software unterbringen wollen. Zu diesen Herangehensweisen gehören VSA-Angebote (Virtual Storage Appliance), unter anderem von FalconStor, HP StoreVirtual, Nexenta und StorMagic. Auch VMwares vSAN ist zu diesen Lösungen zu zählen. Durch die Zusammenführung der Storage-Instanz mit der virtuellen Infrastruktur lassen sich diese Produkte überall betreiben. Darüber hinaus benutzen sie ansonsten brachliegende Ressourcen. Weiterhin machen sie sich eine einzigartige Integration in die virtuelle Infrastruktur zunutze, die dem virtuellen Storage-Management ein wenig an Komplexität nehmen.

Einige Hersteller wie Gridstore und Tintri gehen komplett neu an die Storage-Integration heran und haben dabei ehrgeizige Ziele. Gridstore trennt den Storage-Controller von den Speicherkapazitäten. Somit lässt sich die Storage-Funktionalität enger an die Applikationen anbinden. Dadurch gewinnt die Geschichte etwas an Intelligenz. Wir konnten Tintris Zero Management Storage in unserem Test-Labor ausprobieren. Dabei wurden wir Zeuge, wie die Firma das Storage komplett aus der Rechnung gestrichen und alles zu virtuelle Maschinen gemacht hat. Somit ändert sich grundlegend, wie man Storage verwaltet.

Es gibt also Hoffnung. Die Entscheidung, wie Sie in der Zukunft das Storage in Ihrem Unternehmen managen wollen, liegt natürlich vollkommen in Ihren eigenen Händen. Sollte Ihr Storage-Lieferant mit Ihnen über Software-defined Storage sprechen wollen, fragen Sie ihn sofort, inwieweit er das Storage-Management verbessern kann.

Über den Autor: Jeff Boles ist leitender Analyst der Taneja Group.

Artikel wurde zuletzt im Februar 2014 aktualisiert

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