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Was Unternehmen auf dem Weg in die Enterprise-Cloud beachten müssen

Die kritischen Anwendungsanforderungen wie Geschwindigkeit, Verfügbarkeit und Sicherheit lassen sich am besten mit einer Enterprise-Cloud bedienen.

Die Diskussionen rund um IT-Themen scheinen in den vergangenen Monaten noch aufgeregter als sonst geführt zu werden. Doch in all den Debatten gerät leicht eine Konstante aus dem Blick: Die wesentlichen Anforderungen an Applikationen – Geschwindigkeit, Verfügbarkeit und Sicherheit – sind im Allgemeinen über Jahrzehnte hinweg dieselben geblieben. Vor diesem Hintergrund und angesichts der Herausforderung der Public Cloud bleibt der Unternehmens-IT nur eine Option: der Weg in die Enterprise-Cloud.

Die Anforderungen an Unternehmensanwendungen zu erfüllen, stellt seit jeher eine enorme Herausforderung dar. Schuld daran sind die beweglichen Puzzleteile einer komplexen Infrastruktur auf allen Ebenen unterhalb der Applikationen. Traditionell wurden und werden diese Teile – Virtualisierung, Server, Storage und Netzwerk – von unterschiedlichen Teams erstellt und betrieben.

Daraus resultieren nachteilige Effekte: die Entstehung zahlreicher Silos, Kostensteigerungen und eine deutlich höhere Komplexität. Da diese Puzzleteile nicht nahtlos ineinandergreifen, sind die Möglichkeiten für die IT, schnelle, verfügbare und sichere Applikationen bereitzustellen, eingeschränkt. In der Folge verlangsamt sich die Einführung von Innovationen, und das im gesamten Unternehmen.

Verbesserungen bringen keine echte Lösung

Freilich hat eine Reihe von Neuerungen im vergangenen Jahrzehnt jeden einzelnen dieser Silos verbessert: So wurde das serverübergreifende Verschieben virtueller Maschinen vereinfacht, gab die Einführung von All-Flash-Arrays der Speicherperformance einen Schub, erhöhten die Netzwerk-Virtualisierung und anwendungsspezifische Netze die Effizienz.

Dennoch können diese Verbesserungen nicht die Tatsache ändern, dass diese Komponenten weiterhin getrennt voneinander arbeiten. Unfairerweise haben die Administratoren die Hauptlast daran zu tragen, um zu verstehen und herauszufinden, wie jedes dieser Einzelteile der Infrastruktur mit den anderen zusammen funktioniert oder zum gemeinsamen Funktionieren gebracht werden kann. Die IT aus der ihr zugewiesenen Rolle, die Puzzleteile zusammenzufügen, zu befreien und auf eine neue Stufe zu stellen, bleibt vor diesem Hintergrund eine fast unlösbare Aufgabe.

Die Public Cloud ändert alles

Auf der anderen Seite haben Public-Cloud-Infrastrukturen alle diese verschiedenen Schichten unsichtbar gemacht und damit eine neue Ära der Einfachheit in der IT eingeläutet. Es waren die Public-Cloud-Anbieter, die es möglich machten, VMs innerhalb von Minuten per Kreditkartenzahlung zu implementieren. Sie haben dadurch so etwas wie die Erfahrung unmittelbarer Resultate geschaffen – ein völlig neues Gefühl in der Infrastrukturwelt. Mit der bis dato unbekannten Kombination aus Einfachheit, Agilität und bedarfsabhängigem Aufwand haben sie die Messlatte für die gesamte IT höher gehängt.

Zwar lassen sich Cloud-native sowie Scale-out-Anwendungen perfekt auf Ressourcen in der Public Cloud betreiben. Dennoch sind diese nicht für jede Applikation die richtige Umgebung. Insbesondere zögern viele Firmen, Unternehmensanwendungen in die Cloud zu migrieren. Erwägungen zu Geschwindigkeit, langfristigen Kosten, Sicherheit und Governance werden auch weiterhin eine große Anzahl an Workloads, vor allem die geschäftskritischen, in den Rechenzentren der Unternehmen halten.

In dieser Situation bleibt der IT nur, beide Welten miteinander in Einklang zu bringen. Sie muss die Fähigkeit erwerben, Services genauso schnell zu implementieren und einfach zu betreiben wie in der öffentlichen Cloud. Gleichzeitig hat sie die höheren Sicherheits-, Kontroll- und Leistungsstandards eigener Infrastrukturen zu erfüllen. Einige Hersteller, darunter Nutanix, bezeichnen Weg und Ziel dieser Transformation im Rechenzentrum als Enterprise-Cloud.

Zwar gab es Versuche, mehrere Produkte unterschiedlicher Hersteller aufeinander abzustimmen und als private Cloud-Lösung mit denselben Eigenschaften wie die öffentliche Cloud zu implementieren. Könnte indes eine solche Lösung wirklich funktionieren, hätten sie die öffentlichen Cloud-Anbieter sofort übernommen – sie haben es jedoch nicht getan. Die Realität sieht so aus, dass die Erfahrungen der Unternehmen damit hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Im Ergebnis entstanden Skalierungsprobleme, höhere Kosten und noch mehr Komplexität.

Vom Dilemma zur Enterprise-Cloud

Diese Versuche waren von Anfang an nicht erfolgsversprechend, und zwar deshalb, weil es sich dabei um schrittweise Verbesserungen handelte. Um einen echten Durchbruch zu erzielen, bedarf es eines völlig neuen Ansatzes. Die Anbieter müssen ein Infrastrukturmodell entwickeln, das die Lücke zwischen der von den Unternehmen geforderten Erfahrung nach Art der Public Cloud und den benötigten Standards im eigenen Rechenzentrum schließt.

Dieses Modell sollte die Funktionsweise öffentlicher Clouds nachahmen, aber ohne Altlasten in der Infrastruktur. Gleichzeitig muss es die SLAs für Unternehmensanwendungen zuverlässig einhalten. Das Modell muss einerseits das Web-Scale-Engineering der Public-Cloud-Anbieter übernehmen, dieses aber andererseits so einfach bereitstellen, als sei es für Endkonsumenten entwickelt worden. Zudem muss die Unterstützung für hybride Clouds eingebaut sein. Das Modell darf nichts weniger als eine schlüsselfertige Lösung sein, die das Puzzlespiel in der IT beendet. Es muss deshalb alles unterhalb der Anwendungsebene zuverlässig als „Funktionalität“ zur Verfügung stellen, im Gegensatz zu Lösungen, die einzeln beschafft werden müssen. Schließlich hat das Modell für eine echte Anwendungsmobilität zu sorgen, nicht nur über Server, sondern auch über Hypervisoren, Cloud-Infrastrukturen und Laufzeitumgebungen hinweg und somit dem Beispiel von Containern zu folgen.

Einige Hersteller wie Nutanix haben dieses anspruchsvolle Modell der Enterprise-Cloud für sich als anzustrebendes Ziel definiert. Die Zeit wird den Erfolg dieses Ansatzes zeigen, mit dessen Hilfe sich die Unternehmen mit der Geschwindigkeit des Marktes bewegen und die Anforderungen an die Applikationen hinsichtlich Geschwindigkeit, Verfügbarkeit und Sicherheit erfüllen können.

Über den Autor:
Eric Wenig ist Vice President Central Europe bei Nutanix.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2016 aktualisiert

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