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Weder Tape noch Backup werden in naher Zukunft aussterben

Tape ist angeblich schon lange tot und nun wird auch für Backup das Totenglöcklein geläutet. Beides hält einer Realitätsprüfung nicht stand.

Dieser Artikel behandelt

Tape-Backup

„Tape ist tot!“ Jahrelang machte dieses Gerücht die Runde. Hat es sich bewahrheitet? Nein! Lediglich die Rolle, die Tape in der Datensicherungsstrategie von Unternehmen einnimmt, wandelt sich.

So wird Tape zwar nicht mehr in erster Linie fürs Backup verwendet, hat aber in den Bereichen langfristige Datensicherung und Archivierung enorm an Bedeutung gewonnen. Nicht zuletzt, weil Tape einen sicheren Schutz gegen Cyberkriminalität darstellt. Nun geht ein neues Gerücht in der Storage-Welt um, denn angeblich stirbt auch das Backup aus. Was ist dran an dieser Behauptung?

Wenn man den Zweiflern glaubt, dann wird Backup bald zugunsten von Snapshots und Replikation verdrängt. Viele Unternehmen investieren aktuell in hyperkonvergente virtuelle Server-Plattformen oder in sehr schnelle All-Flash Arrays (AFA), um einen reibungslosen Geschäftsbetrieb zu gewährleisten, der rund um die Uhr aufrechterhalten wird. Es handelt sich also um eine intelligente Investition in die Zukunft. Angeblich wird dank AFA kein separates Backup mehr benötigt, da die Produkte diese Funktion bereits beinhalten. 

Snapshot vs. Backup – Auf welches Pferd sollten Unternehmen setzen?

Ganz so einfach ist es aber nicht. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der große Vorteil dieser Produkte in der Datenverfügbarkeit und Geschäftskontinuität liegt. Um Daten zu sichern, greifen sie auf Snapshots und Replikationstechnologie zurück.

Aber können Snapshots und Replikation wirklich das Backup ersetzen? Das ist nicht wirklich der Fall, denn mit der heute verfügbaren Technik ist es nahezu unmöglich, eine mehrere Terabyte große Datei innerhalb von Sekunden zu kopieren. Ein Snapshot erzeugt keine echte Kopie der enthaltenen Daten, sondern stellt lediglich den Zustand eines Systems zu einem bestimmten Zeitpunkt dar – vergleichbar mit einem Foto, das eine Momentaufnahme zeigt.

In der Regel wird bei der Erstellung von Storage Snapshots kein zusätzlicher Speicherplatz beansprucht. Es handelt sich lediglich um eine Kopie der Metadaten. Snapshots werden in derselben Speichereinheit wie die ursprünglichen Daten abgelegt – das bedeutet, dass wenn die Quelldaten beschädigt werden, auch der Snapshot verloren geht oder nicht mehr abrufbar ist. Eine Wiederherstellung ist also nicht möglich.

Zudem können Snapshots nicht nachprüfen, ob Daten beschädigt sind oder die Wiederherstellung problemlos funktioniert. Ein weiterer Knackpunkt besteht bei physischen Komponenten, denn nicht jedes Unternehmen nutzt ausschließlich virtuelle Server. Ein Snapshot einer physikalischen Maschine ist nur durch den Einsatz zusätzlicher Software möglich. Ideal ist hingegen die Kombination aus Backup und Snapshots: durch Storage-Snapshots lassen sich Backup-Zeitfenster erheblich verkürzen.

„Wird auf ein traditionelles Backup verzichtet, müssen Unternehmen auch die Risiken sehen, die sich hier ergeben.“

Stephane Estevez, Quantum

Aber auch wenn Unternehmen der Meinung sind, dass die Datensicherung bei AFA ausreicht, ist immer noch einen Sekundärspeicher notwendig. AFAs nennen Deduplizierung als Vorteil ihrer Lösungen, doch in Wahrheit handelt es sich in den meisten Fällen um Kompression. Das bedeutet, dass der Kapazitätsbedarf bei AFAs noch immer weitaus höher ist als beim Einsatz ausgereifter und bewährter Deduplizierungstechnologie, die durch speziell entwickelte Backup Appliances (Purpose Built Backup Appliance, PBBA) bereitgestellt wird.

Auf einen Blick: Die wichtigsten Entscheidungskriterien

Allerdings ist die benötigte Kapazität nicht unbedingt der entscheidende Faktor. Viel wichtiger sind die folgenden Fragen:

  1. Schützen Snapshots und Replikation vor allen Arten des Datenverlusts?
  2. Schützen Snapshots und Replikation vor Cyberbedrohungen und Ransomware?
  3. Schützen Snapshots und Replikation vor Datenkorruption und vor durch Applikationen verursachten Datenverlust?
  4. Unterstützen diese Produkte langfristige Datenvorhaltung und Compliance-Vorgaben?
  5. Können Sie die Qualität bieten, die Sie in Ihrem Unternehmen für eine langfristige Datensicherung benötigen?

Fast alle führenden hyperkonvergenten Infrastruktur-Plattformen und hochperformante Flash Arrays greifen auf ihre integrierten Funktionen zur Datensicherung zurück. Es handelt sich um hervorragende Funktionen und um eine sehr gute Investition in die Zukunft des Unternehmens, aber dennoch müssen die Optionen für eine unabhängige Datensicherungsstrategie sorgfältig abgewogen werden.

Wird auf ein traditionelles Backup verzichtet, müssen Unternehmen auch die Risiken sehen, die sich hier ergeben. Die in hyperkonvergente virtuelle Serverplattformen oder in AFA integrierten Snapshot- und Replikationsfunktionen ersetzen keine Backup-Strategie.

Unternehmen, die diesem Gerücht Glauben schenken, sind auf dem Holzweg und könnten durch den Verzicht Problemen gegenüberstehen, die das Unternehmen gefährden, da sich neue Probleme (und erhebliche Kosten) durch Ransomware, Datenkorruption und Compliance ergeben.

Über den Autor:
Stephane Estevez ist Backup & DR Product Marketing Manager bei Quantum.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2017 aktualisiert

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