Wie Unternehmen den passenden Hyperscaler auswählen

Multi-Clouds bieten statt hybride Clouds, die nur Public- mit Private-Cloud-Diensten kombinieren, viele Vorteile bei der Cloud- und Dienste-Wahl.

Der Trend geht zur Multi-Cloud. Denn anders als hybride Cloudumgebungen, die lediglich Public- mit Private-Cloud-Diensten kombinieren, bieten Multi-Sourcing-Strategien die Vorteile, dass Unternehmen zwischen mehreren Cloudanbietern wählen und Daten zwischen den einzelnen Diensten reibungslos nutzen können. Besonders beliebt für solche hochgradig agilen Cloudumgebungen sind die Angebote der großen „Hyperscaler“ Amazon Web Services (AWS), IBM SoftLayer, Microsoft Azure und VMware. Doch was macht diese „Big Four“ eigentlich aus? Und wie entscheiden Unternehmen, für welchen ihrer Zwecke welcher Anbieter der beste ist?

Sebastian Zilch,
Initiator der Freunde
der Cloud

Outsourcing an einen Hyperscaler wie AWS, SoftLayer, Microsoft Azure oder VMware bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile: Sie erhalten zu überschaubaren Kosten eine absolut flexibel anpassbare IT-Infrastruktur, die sich aufgrund ihrer dezentralen Struktur sowohl in puncto Kapazität als auch bei Bedarf für bestimmte Workloads jederzeit beliebig erweitern lässt. Die geringen Total Cost of Ownership (TCO) kommen zum einen dadurch zustande, dass Hyperscale-Rechenzentren meist mit kostengünstigen Standardkomponenten bestückt sind und zum anderen, dass aufgrund virtueller Infrastrukturen für größere Datenvolumen nicht mehr Platz, Klimatechnik oder Strom benötigt wird. 

Vor allem die Nutzung von Clouddiensten von mehr als einem Hyperscaler vermeidet die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter und potenziert die ohnehin schon hohe Skalierbarkeit. Durch die Anbindung an verschiedene Hyperscaler können Unternehmen je nach Anforderung den individuell passenden Clouddienst wählen. Damit bleiben sie flexibel, um auf neue Business-Herausforderungen schnell und kosteneffizient reagieren zu können.

Hyperscaler ist nicht gleich Hyperscaler...

Aber wenn es um die Auswahl des passenden Hyperscalers geht, stehen Unternehmen vor zahlreichen Fragen. Denn anders als beispielsweise die sich meist grundsätzlich ähnelnden Angebote verschiedener Stromproduzenten unterscheiden sich die Cloud-Stacks der großen Vier erheblich voneinander. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale lassen sich in die drei Kategorien Angebotsvielfalt, Performance-Klassen und Workload-spezifische Zielgruppen gliedern. 

Bezüglich der Breite des Angebotsspektrums decken AWS und Microsoft Azure den gesamten Cloud-Stack von Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS) ab, wohingegen sich IBM SoftLayer und VMware in ihren Portfolios hauptsächlich auf IaaS und teilweise auch auf PaaS konzentrieren (siehe Tabelle). 

  AWS  Microsoft Azure  IBM Softlayer  VMware  
IaaS 
PaaS 
SaaS 
DirectConnect 

Marketplace  

(Saas/PaaS) 

Hypervisor  Citrix-Xen  Hyper-V  Citrix-Xen  VMware 

(+) = vollständiges Angebot, (-) = kein Angebot, (o) = Teilangebot

Tabelle: Überblick über die Portfolios der vier großen Hyperscaler

Darüber hinaus unterscheiden sich aber auch die einzelnen Komponenten voneinander. So bietet VMware sein IaaS-Angebot etwa in einer Vielzahl unterschiedlicher Leistungsklassen, während AWS größeren Wert auf besonders agile Infrastrukturservices legt.

Doch die Vielfalt der Angebote ist für die Nutzer mehr Segen als Fluch. Unternehmen kommen dadurch nämlich in die komfortable Situation, für jede Anwendung und jede Infrastrukturkomponente den Hyperscaler auswählen zu können, der das passendste Angebot zur Verfügung stellt. Welche Anforderungen stellen Sie bezüglich Performance, Sicherheit, Compliance, Verfügbarkeit, Kosten, Skalierbarkeit, Konnektivität und weiterer Workload-spezifischer Kriterien? Diese entscheidende Frage müssen Unternehmen bei der Auswahl der Provider beantworten. Dabei sollte allerdings der Kostenpunkt nicht das einzige oder wichtigste Kriterium sein – vor allem, wenn es um den Betrieb produktiver Workloads geht.

... und Multi Cloud ist mehr als Hybrid Cloud

Um das Potenzial der unterschiedlichen Hyperscaler nutzen zu können, müssen sich Unternehmen zunächst von ihren Single-Sourcing-Strategien verabschieden. Beim Einkauf von Hardware würden sie auch in den seltensten Fällen nur auf einen einzigen Anbieter setzen, schon um Vendor Lock-in-Effekte zu vermeiden. Im Vergleich zum Single-Sourcing bieten Multi-Cloud-Sourcing-Strategien zudem den Vorzug, dass Unternehmen flexibel von einem zum nächsten Provider wechseln und sogar dieselben Workloads auf mehrere Ressourcen verteilen können. 

Die Nutzung mehrerer ähnlicher Cloud-Provider bietet auch gegenüber dem Konzept der hybriden Cloud Vorteile: Hybride Infrastrukturen vereinen zwar Sicherheitsaspekte mit Skalierbarkeit und Kosteneffizienz, sind aber häufig unflexibel, trennen strikt zwischen Speicherebenen innerhalb und außerhalb eines Unternehmens und verhindern, dass Daten zwischen Private- und Public-Cloud-Services ausgetauscht werden.

Auf der Kehrseite stehen jedoch hohe Aufwände für die Integration der verschiedenen Cloud-Provider und für das Cloud-Management in der Multi-Cloud. Dadurch besteht die Gefahr, dass sich die Vorteile – allen voran eine höhere Flexibilität, Kosteneinsparungen und eine kürzere Time-to-Market für neue IT-Services – neutralisieren.

Hyperscale-Multi-Cloud-Broker vereint das Beste aus zwei Welten

Daher bietet DARZ in Zusammenarbeit mit NetApp ein neues Multi-Cloud-Modell, das diese Nachteile behebt. Hierfür hat der Full-Service-Provider ein Ökosystem aufgebaut, das seinen Kunden Zugang zu allen am Standort Frankfurt verfügbaren Hyperscalern bietet. Auf diese Weise haben Unternehmen die Möglichkeit, für unterschiedliche Produkte die passende hyperskalierbare Cloudlösung auszuwählen. Das Angebot NetApp Private Storage as a Service ermöglicht die simultane Nutzung von Private- und Public-Clouddiensten. Dadurch vereint es Datensicherheit mit der Kostentransparenz eines nutzungs- und leistungsabhängigen Bezahlmodells und bietet sofort verfügbare Anbindungen an die großen Hyperscaler sowie eine globale Skalierbarkeit.

Über den Autor: 
Sebastian Zilch ist Initiator der „Freunde der Cloud“.

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Artikel wurde zuletzt im August 2015 aktualisiert

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